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Θέογνις ὁ Μεγαρεύς:
Fragment aus Θεόκριτος: Εἰδύλλια u. a.

 

Theognis von Megara: Eidyllia, Editio princeps

 

Theognis von Megara: Eidyllia, Editio princeps

 

Editio princeps der Eidyllia
Aus der Sammlung Ashburner

Θέογνις ὁ Μεγαρεύς:

[Fragment aus Θεόκριτος: Εἰδύλλια u. a.:] Θεόγνιδος μεγαρέως σικελιώ | του γνῶμαι ἐλεγειακαί (...)

Venedig: Aldus Manutius, Februar 1495/6.

Folio. 329 x 217 bis 332 x 223 mm. [26] Bll. = foll. (51)-(74), (78)-(79) = ΑΑαα-ΓΓγγ8, ΔΔδδ4+5. Mit zwei großen Initialen und Kopfstücken in Holzschnitt.

Neuer schlichter Pergamentband mit handgeschriebenem Rückentitel; Vorsätze aus Barcham-Green Handmade Paper: Windsor 115g/m2.

Theognis aus Megara, Θέογνις ὁ Μεγαρεύς, der sich Vers 22 sq. selbst nennt, ist durch Platon: Gesetze I,630A bezeugt. Cf. Pauly/Wissowa II,X,1972-1983. Nietzsche leistete im Rheinischen Museum (XXII, 1867) grundlegende Arbeit an diesem Text. Die Aldine ist, da die ihr zugrundeliegende Handschrift verloren, selbst Quellentext geworden.
¶ Provenienz: Walter Ashburner (1864-1936) mit seinem Sammlerstempel auf den Blättern AAaa1r, BBbb8r (fast gelöscht) und DDdd5v (gelöscht). Cf. Christie's NY: Doheny, Part I, n° 48 mit der Abb. des Stempels; Bibliothek Otto Schäfer, I,2, p. 749 und Who is Who, 1929, p. 86 sq. Seine Sammlung wurde am 26. August 1938 bei Hoepli und Fischer in Luzern versteigert.
¶ Unbeschnitten von einiger Seltenheit. Wasserzeichen meist Ochsenkopf, darüber Kadukäos und Kreuz, insgesamt etwa achtzehn Zentimeter hoch; andere Blatt nur mit stilisiertem Ochsenkopf, wieder andere ohne Wasserzeichen. Der Druck von großer Prägnanz und Klarheit. Die Marginalien kaum störend.

Wenige Blatt fleckig und teils leicht wasserrandig im weißen Rand innen; mit einigen Marginalien einer zeitgenössischen Hand, offensichtlich das Arbeitsexemplar eines Renaissancegelehrten, der sich speziell mit Theognis beschäftigte. Bis auf wenige Blatt, die etwas angeglichen sind wie zum Beispiel die Lage GGgg, unbeschnitten und ungepreßt im ursprünglichen Zustand.

Fragment from the Theokritos incunabula, printed by Aldus, 26 leaves with the text of Theognis. Modern vellum.

Renouard 5,3 (sehr ausführlich) – Hain/C 15477 – BMC V,554 – Goff T-144 – Proctor 5549 – Schweiger I,308 – Voullième 4484 – Ebert 22752 – Graesse VI,113 – BM STC ital 667 – Douglas C. C. Young: A codicological inventory of Theognis manuscripts with some remarks on Janus Lascaris’ contamination and the Aldine editio princeps. Scriptorium, 1953. #42, pp. 28-30.
Die Abbildungen stammen aus meinem Katalog Nr. 7 und geben nicht den originalen Zustand wieder!

 

„Id unum medocuisse arbitror Theognidem, cum ejus vita in omnium rerum opinionumque conversionem incidisset, facere non potuisse, ut in eisdem opinionibus perstaret, quibus puer institutus esse videretur.“ Friedrich Nietzsche: De Theognide Megarensi, III,17. Auf englisch.“I am of the opinion that Theognis demonstrates one thing: since his life coincided with the overthrow of all beliefs, it is not possible that he persisted in the same views in which he was instructed as a boy.” (Translated by R. M. Kerr.)

Wie in der Schriftstellerei zeugen auch bei Sammlern Bücher andere Bücher. Zuerst studierte ich Werke über die Buchgeschichte, in Erinnerung ist mir das von S. H. Steinberg: „Five hundred years of printing“ in der Taschenbuchausgabe von 1969 geblieben: Mein Einstieg in die Aldus-Welt, dem Jahre später, als die Augen etwas gereift waren, im Juni 1978 die Entdeckung einer Aldine in einem Berliner Antiquariat folgte, verborgen hinter anderen lagerte sie mindestens monatelang halbwegs staubsicher in der kleinen Vitrine. War man dem Inhaber bekannt oder halbwegs sympathisch, durfte seinen Ergüssen über die Lokalpolitik gelauscht werden. Es handelte sich bei diesem Band um Ciceros Epistolae familiares von 1543, in einem angenehm schlichten Kalblederband des 18. Jh. auf fünf echten Bünden, aus dem Vorbesitz der Comes de Solms, N° 1.22 in meinem Katalog 7, aus sentimentalen Gründen trotz der schlechten Bildqualität nun auch in hiesige Auswahl aufgenommen. Kein bedeutender Einstieg, aber immerhin. Viel Nachschub war in meiner Heimatstadt nicht mehr abzugreifen, nur der Archimedes folgte einige Jahre später, alle anderen mußten mit Wegen, damals der Grenze wegen meist Flugwegen nach Westdeutschland oder ins Ausland, auf Auktionen oder in Antiquariatskatalogen aufgespürt werden.

Zum Text siehe: Friedrich Nietzsche: Zur Geschichte der Theognideischen Spruchsammlung. In: Rheinisches Museum für Philologie. Band 22, 1867, pp. 161–200, als PDF. Diesen Band entdeckte ich als Student in einem Antiquariat, das sich auf antike Texte spezialisiert hatte, für, wenn ich mich recht entsinne, nur 22,- DM. Leider verkaufte ich ihn Jahre später an einen Kollegen.