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Aleister Crowley, The Master Therion:
The Book of Thoth.
A Short Essay on the Tarot of the Egyptians

 

Abbildung eins zu Crowley, Aleister (Pseudonym: The Master Therion)

 

Abbildung zwei zu Crowley, Aleister (Pseudonym: The Master Therion)

 

Abbildung drei zu Crowley, Aleister (Pseudonym: The Master Therion)

 

A book in every way as important as Magick or The Book of the Law

Aleister Crowley, Pseudonym: The Master Therion — Frieda Harris (Künstler):

The Book of Thoth. A Short Essay on the Tarot of the Egyptians. Being The Equinox Volume III No. V by The Master Therion. Artist Executant: Frieda Harris.

London: Chiswick Press for O.T.O., 1944 / York, Maine: Samuel Weiser, 2007.

Groß-Octavo. ca. 252 x 189 mm. [2 blank], frontispiece, xii, 287, [2], [3 blank] pp. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten. With eight tipped-in colour plates, and twenty collotype b/w plates depicting the Trumps, Court Cards, and Small Cards.

Original brown half morocco, five raised bands, spine gilt with title, Crowley’s Egyptian seal and OTO lamen; fore-edge and lower edge uncut. Covers decorated with a facsimile of the Egyptian design of the coloured paper of the 1944 edition. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Crowley’s last and best book. This second issue of the first edition is limited to eleven copies, printed by the Chiswick Press upon “Unbleached Arnold”, each of which is accompanied by an original autograph letter, signed, from Aleister Crowley to the ‘artist executant’ of the book, Lady Harris.
 The first edition of “The Book of Thoth” was published in 1944 in an edition of 200 signed and numbered copies. In 2007 a crate containing eleven sets of unbound, unsigned and unnumbered copies of this original edition was found in the estate of a friend of Crowley’s: Edward Noel FitzGerald. These sheets formed the basis for the present ‘issue’. Each of the eleven copies has been bound by an American master bookbinder in a facsimile of the original half-leather binding with papered boards with Egyptian motif. Great effort has been taken to match the original materials and style as closely as possible, leather was sourced from a supplier in England, the Egyptian-patterned paper and color plates were specially commissioned from a craftsman printer, and even the original dies were unearthed and used to stamp the gold OTO lamen and Crowley’s seal of Ankh-f-n-khonsu on the spine.
 Included is an original handwritten letter by Crowley, signed ‘Aleister’, to Frieda Harris, dated March 4 (1941), written on both sides of a sheet of greyish blue notepaper, 202 x 126 mm, at begin and end with the Thelemic greetings written in full.
 With a bookplate mounted on the front pastedown, stating the limitation and provenance of the second issue, and a four-page booklet, printed on the same paper as the book itself, outlining the history of the volume.
 “... a book in every way as important as Magick or The Book of the Law” (d’Arch Smith, p. 34).

Small erased stamp on blank leaf, else fine.

Brauner Original-Halblederband mit Rücken und breiten Ecken aus Maroquin. Rücken mit fünf erhabenen Bünden, vergoldet mit Titel, Crowleys Kartusche und OTO-Siegel. Vorn und unten unbeschnitten. Fast neuwertig.

First edition, second issue. Cf. Yorke 63,C.5 – Fuller p. 19 – Parfitt/Drylie 147 – d’Arch Smith p. 34. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.

 

Die schönsten, in sich stimmigsten Tarotkarten. Hätte Crowley den Sand verschiedener Wüstenreligionen früher abgeschüttelt, wäre ihm mehr desgleichen gelungen. Die dritte Abbildung zeigt die Karte auf dem Frontispiz ohne den Rand, sie ist bearbeitet, um Mängel des damaligen Scans auszugleichen.

“She [Marguerite Frieda Harris] devoted her genius to the Work. With incredible rapidity she picked up the rhythm, and with inexhaustible patience submitted to the correction of the fanatical slave-driver that she had invoked, often painting the same card as many as eight times until it measured up to his Vanadium Steel yardstick!” (Introduction)

Marguerite Frieda Bloxam, geboren am 13. August 1877 in London als Tochter des Chirurgen John Astley Bloxam (1843-1926), heiratete im April 1901 den liberalen Politiker Percy Alfred Harris (6. März 1876 – 28. Juni 1952), der 1932 zum Baronet geadelt wurde, nach dessen Tod zog sie nach Indien, wo sie in einem Hausboot lebte und sich dem Hindusmius widmete. Sie starb am 11. Mai 1962 zu Srinagar.

“My wife is an artist and a good one. She takes her art seriously, in fact works at her painting seven days a week and generally twelve hours out of the twenty-four. She has had an immense output of pictures.” (Percy Harris: Forty Years in and Out Parliament. London: Melrose, 1946. p. 192) Sie illustrierte ihre Bücher wie „Winchelsea: A Legend“, 1926, und einige ihrer Werke wurden 1942 auf einer Ausstellung zur phantastischen Kunst in den Leicester Galleries gezeigt. Anfangs stellte sie bisweilen unter dem Pseudonym „Jesus Chutney“ aus, um nicht nach ihrem Adel, sondern nach ihrem künstlerischen Können beurteilt zu werden. Harris war ein Co-Freimaurer und schuf eine Reihe von Arbeitstafeln für die ersten drei Grade, welche heute in einer Privatsammlung aufbewahrt werden. Sie erscheint als eine spirituelle Sucherin, die eine Reihe von Glaubensüberzeugungen in ihrem Leben angenommen hat. Ihr Sohn Jack erinnert sich aus Kindertagen an die Lehren von Mary Baker Eddy (1821–1910). Um 1937 oder 1938 studierte sie Anthroposophie und synthetische projektive Geometrie im Rudolf-Steiner-Haus bei George Adams von Kaufmann (1894–1963) und Olive Whicher (1910–2006).

Aleister Crowley lernte sie am 8. Juni 1937 im Royal Automobile Club durch ihren gemeinsamen Freund, den Schriftsteller Clifford Bax (1886–1962), kennen, zwei Jahre später begann bereits die Tätigkeit am Tarot; sie hatte einige seiner Bücher gelesen sowie sich mit dem I Ging beschäftigt. Ein knappes Jahr später wurde sie seine Schülerin und zahlte am 11. Mai 1938 £ 10.10.0 für die Zugehörigkeit zum Orden O.T.O. Dies weist darauf hin, daß Crowley ihre Co-Freimaurer-Grade als gleichwertig mit denen des O.T.O. anerkannte und ihr den entsprechenden O.T.O.-Grad verlieh, ohne daß sie sich zuvor den dazugehörigen Zeremonien unterziehen mußte. Als ihr Motto im A∴ A∴ wählte sie צָבָא (ṣāva, 93), ‚Heer, Kriegsmacht‘; ein Begriff, dessen Pluralform צְבָאוֹתּ‎‎ (ṣevāʾot) Zebaoth ist.

Zuerst schuf sie Bilder für mehrere von Crowleys Büchern, darunter den „Baum des Lebens“ auf dem Schutzumschlag von „Little Essays toward Truth“, 1938; das Siegel für das Cover von „Thumbs Up!“, 1941; Crowleys Porträt auf dem Umschlag von „Olla: An Anthology of Sixty Years of Song“, 1946; Umschlag und Frontispiz für Crowleys Bestattungsprogramm, „The Last Ritual“, 1948; und den Einband für „Liber Aleph. The Book of Wisdom or Folly“, 1962, das sich zum Zeitpunkt von Crowleys Tod 1947 im Druck befand, aber erst fünfzehn Jahre später veröffentlicht wurde.

Anfang Mai 1938 lieh Crowley ihr ein Exemplar von „The Equinox“ I, 8, das „A Description of the Cards of the Tarot“ enthält. Harris schlug vor, daß sie zusammen ein Deck nach diesen Kriterien erstellen sollten. Ursprünglich veranschlagten sie sechs Monate für den Abschluß dieses Projektes, stellten jedoch bald fest, daß die Beschreibungen der Karten unzureichend waren, und Harris ermutigte ihn, ein eigenes Kartenspiel basierend auf seinen Kenntnissen in vergleichender Religionswissenschaft, Physik, Philosophie und Magie zu entwerfen. Durch ihren Einfluß wurden die Tarotkarten nicht traditionell, wie eigentlich von Crowley beabsichtigt, sondern Ausdruck ihrer beider okkulten, magischen, spirituellen wie wissenschaftlichen Ansichten. Sie trafen sich zu Besprechungen, arbeiteten jedoch getrennt, Crowley sandte Beschreibungen und Skizzen der Karten, Harris ihre Gemälde. Bisweilen genügten eine oder zwei Überarbeitungen, aber beim Magus waren z. B. mehr vonnöten, acht. Nach fünf Jahren Arbeit über Details von Bildern, Aussageweisen und entsprechenden Farbskalen wurde das Thoth-Tarot fertiggestellt.

Trotz einiger Pläne, ein mehrfarbiges Kartendeck zu produzieren, wurde keines zu ihrer beider Lebenszeit hergestellt. Nach Crowleys Tod verteidigte Harris das gemeinsame Erbe vor minderwertigen Reproduktionen und warnte z. B. Llewellyn Publications davor, ein Deck zu erstellen, das von den Schwarzweißtafeln in „The Book of Thoth“ eingefärbt wurde.