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Paul Valéry: Gedichte übertragen durch Rainer Maria Rilke

 

Paul Valéry: Gedichte übertragen von Rainer Maria Rilke.

 

Paul Valéry: Gedichte übertragen von Rainer Maria Rilke.

 

Paul Valéry:

GEDICHTE | ÜBERTRAGEN DURCH | RAINER MARIA RILKE.

Weimar: Cranach Presse für Leipzig: Insel-Verlag, 1925.

Quarto. ca. 269 x 184 mm. 60, [3], [1 weiße] Seiten. Titel und Signet in Sepia, eine sepiafarbene, gedruckte Initiale von Eric Gill auf Seite 7, am Schluß das von Gill gestaltete Impressum, abgebildet bei Brinks p. 338.

Handgefertigter Original-Halbpergamenteinband mit vergoldetem Rückentitel und goldgeprägter Vignette, einem fleural verzierten „V“, auf dem Vorderdeckel; die Deckel mit blau eingefärbtem Papier bezogen. Kopfgoldschnitt, vorn und unten unbeschnitten.

Erste Ausgabe der Rilkeschen Übertragung und zugleich die erste Übersetzung der Gedichte Valérys ins Deutsche. Eins von 400 handnumerierten Exemplaren auf Büttenpapier, Gesamtauflage 450 Exx. Gedruckt in der Caslon-Antiqua; Druckanordnung von Harry Graf Kessler und G. A. Mathéy, Setzer Walter Tanz und Drucker Max Kopp.
¶ „Der Text der in springenden Verszeilen gesetzten Gedichte von Valéry zeichnet sich durch Klarheit und Übersichtlichkeit innerhalb der Druckseite aus. Die Anordnung der verschieden langen Verszeilen in axialer Ausrichtung wurde so vorgenommen, daß die Druckseite insgesamt ornamental erschien. ... Von Eric Gill stammen außerdem die beiden kleinen Holzschnitte auf dem Titelblatt und am Ende des Bandes, das im Oval stehende ‚Inselschiff‘ und ein Pressen-Signet, beide rostrot gedruckt“ (Müller-Krumbach, pp. 41-42). Zur Initiale „G“ zu Textbeginn ausführlich Brinks pp. 217-221 mit zahlreichen Abbildungen.

Oberes Kapital minimal gestaucht, dort kleine, fachmännisch restaurierte Stelle im hinteren Gelenk. Wenige Blätter papierbedingt mit Anflug von Fleckchen, Schnitt mit zwei kleinen Stockflecken. Insgesamt ein schönes Exemplar.

Original vellum-backed boards, spine gilt with title. One of 400 numbered copies, of a total edition of 450. Printed in sepia and black. A very good copy.

Müller-Krumbach 38 - Brinks 59 (mit Abbildung des Titels auf p. 391, des Einbandes auf p. 216) - Sarkowski 1798 - Ritzer E68 - Hünich 97 - Mises 172 - Fromm 25 924 - Gill 326. – Bibliographien.

 

Signet der Cranach-Presse
 
Au Platane
À André Fontainas.

Tu penches, grand Platane, et te proposes nu,
Blanc comme un jeune Scythe,
Mais ta candeur est prise, et ton pied retenu
Par la force du site.

Ombre retentissante en qui le même azur
Qui t’emporte, s’apaise,
La noire mère astreint ce pied natal et pur
À qui la fange pèse.

De ton front voyageur les vents ne veulent pas ;
La terre tendre et sombre,
Ô Platane, jamais ne laissera d’un pas
S’émerveiller ton ombre !

Ce front n’aura d’accès qu’aux degrés lumineux
Où la sève l’exalte ;
Tu peux grandir, candeur, mais non rompre les nœuds
De l’éternelle halte !

Pressens autour de toi d’autres vivants liés
Par l’hydre vénérable ;
Tes pareils sont nombreux, des pins aux peupliers,
De l’yeuse à l’érable,

Qui, par les morts saisis, les pieds échévelés
Dans la confuse cendre,
Sentent les fuir les fleurs, et leurs spermes ailés,
Le cours léger descendre.

Le tremble pur, le charme, et ce hêtre formé
De quatre jeunes femmes,
Ne cessent point de battre un ciel toujours fermé,
Vêtus en vain de rames.

Ils vivent séparés, ils pleurent confondus
Dans une seule absence,
Et leurs membres d’argent sont vainement fendus
À leur douce naissance.

Quand l’âme lentement qu’ils expirent le soir
Vers l’Aphrodite monte,
La vierge doit dans l’ombre, en silence, s’asseoir,
Toute chaude de honte.

Elle se sent surprendre, et pâle, appartenir
À ce tendre présage
Qu’une présente chair tourne vers l’avenir
Par un jeune visage…

Mais toi, de bras plus purs que les bras animaux,
Toi qui dans l’or les plonges,
Toi qui formes au jour le fantôme des maux
Que le sommeil fait songes,

Haute profusion de feuilles, trouble fier
Quand l’âpre tramontane
Sonne, au comble de l’or, l’azur du jeune hiver
Sur tes harpes, Platane,

Ose gémir !… Il faut, ô souple chair du bois,
Te tordre, te détordre,
Te plaindre sans te rompre, et rendre aux vents la voix
Qu’ils cherchent en désordre !

Flagelle-toi !… Parais l’impatient martyr
Qui soi-même s’écorche,
Et dispute à la flamme impuissante à partir
Ses retours vers la torche !

Afin que l’hymne monte aux oiseaux qui naîtront,
Et que le pur de l’âme
Fasse frémir d’espoir les feuillages d’un tronc
Qui rêve de la flamme,

Je t’ai choisi, puissant personnage d’un parc,
Ivre de ton tangage,
Puisque le ciel t’exerce, et te presse, ô grand arc,
De lui rendre un langage !

Ô qu’amoureusement des Dryades rival,
Le seul poète puisse
Flatter ton corps poli comme il fait du Cheval
L’ambitieuse cuisse !…

— Non, dit l’arbre. Il dit : Non ! par l’étincellement
De sa tête superbe,
Que la tempête traite universellement
Comme elle fait une herbe !


Ergänzend weitere Beschreibungen von Drucken der Cranach Presse:

Henry van de Velde:
Amo.
Weimar: Cranach-Presse für Leipzig: Insel-Verlag, 1915.
Octavo. 218 x 181 mm. [1], [5 weiße], [14], [2 weiße], [1], [1 weiße] Seiten. In orangerot und schwarz gedruckt, mit orangerot eingedruckten Initialen von Henry van de Velde.
Handgefertigter Original-Halbpergamenteinband mit goldgepräger Rückentitelei, Deckel mit rotbraunem Papier bezogen.
Eins von nur 180 in der Druckpresse numerierten Exemplaren der französischen Ausgabe, in Halbpergament, Gesamtauflage 200 Exx. Satz in der Caslon-Antiqua mit Initialen von Henry van de Velde und Druck auf Bütten mit Wappen-Wasserzeichen, Druckleitung ebenfalls durch den Autor. Beim Text handelt es sich um einen Auszug aus den 1910 erschienenen Essays über die vernunftgemäße Schönheit.
Rücken etwas gedunkelt, schwacher Lichtrand auf vorderem Deckel, äußerste Ränder des Büttenpapieres gebräunt, sonst nur minimal gebräunt, Widmung auf vorderem fliegenden Vorsatz.
Sarkowski 1808A - Brinks 37 - Müller-Krumbach 21 (mit Abbildung auf Seite 132).
 

Alexander Mathéy:
Gedichte.
Weimar: Cranach-Presse für Leipzig: Insel-Verlag, 1922.
Octavo. ca. 237 x 184 mm. 59, [5] Seiten. Umschlagholzschnitt und Titelvignette in ocker gedruckt.
Illustrierter Original-Pappeinband mit ockerfarbener Rückentitelei, ebensolcher Titelei auf Vorderdeckel, darunter eine Vignette von Alexander Mathéy, Kopfschnitt dunkelmattbraun eingefärbt, Seidenlesebändchen; hellblau bezogener Original-Schuber.
Eins von nur 300 Exemplaren, dies ohne Nummer. Satz in der Caslon-Antiqua und -Kursiv, Druck durch die Cranach-Presse auf Zanders-Bütten mit dem eisernen Handschuh als Wasserzeichen. Einbandzeichnung, Titelvignette und Typographie von Alexander Mathéy. Die Titelvignette findet sich abgebildet bei Müller-Krumbach p. 138. Max Goertz fungierte als geschäftlicher Leiter der Cranach Presse und begleitete Harry Graf Kessler auf seinen Reisen.
Schuber an den Kanten stellenweise leicht berieben. Sehr schönes, frisches Exemplar.
Müller-Krumbach 34 - Brinks 56 - Sarkowski 538 - Rodenberg 148 - Schauer II,75.
 

Honoré de Balzac:
Der Succubus. Mit zehn Radierungen von Walther Klemm.
Weimar: Reiher-Verlag, s.a. [1924].
Gr.Octavo. ca. 253 x 187 mm. [6 weiße], [2], 74, [2 weiße], [1], [9 weiße] Seiten.
Handgefertigter schwarzer Maroquinband mit vier erhabenen Doppelbünden auf dem Rücken, die goldgeprägte Titelei auf mittlerem Feld, die andern mit je fünf senkrechten goldgeprägten Linien versehen. Die Deckel mit Randrahmen aus einer vergoldeten Linie, von den senkrechten Kanten ausgehend ein Muster paralleler senkrechter, sich zur Mitte verkürzender Linien. Auf dem Vorderdeckel mittig von oben nach unten der Titel in hellrotbraun intarsierten und durch goldene Ränder abgesetzten Buchstaben. Handgestochene rote Seidenkapitale, Kopfgoldschnitt, vorn und unten unbeschnitten. Innenkantenvergoldung aus zwei parallelen Linien, Vorsätze aus rostrotem Phantasiemarmor mit goldenen Spengseln. Gebunden von Otto Dorfner. Spätere hellrote Lederkassette.
Eins von nur 30 handnumerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Einhorn Zandersbütten, Gesamtauflage 200 Exx. Gesetzt in der Caslon-Antiqua und gedruckt durch die Cranach-Presse in Weimar auf Zanders-Bütten mit dem Einhorn als Wasserzeichen. Druck der Radierungen durch H. Wetteroth in München. Übertragung des Textes von Benno Rüttenauer. „Dorfner leitete den [Reiher-]Verlag zusammen mit seiner Frau Margarethe und unter Mitwirkung der Künstler Walther Klemm und Alexander Olbricht. Es wurden literarische Werke mit Illustrationen und Mappenwerke von Klemm, Olbricht und Erich Glas herausgegeben. Für die literarischen Inhalte stand der Schriftsteller Franz Kaibel beratend zur Seite. (...) Bei den Einbänden zu diesen Drucken konzentrierte sich Dorfner auf die Schriftgestaltung.“ (Zwischen van de Velde und Bauhaus, p. 145) - Zum Einband siehe „Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik“, Sonderheft, 1924: „Deutsche Pressen- und bibliophile Reihendrucke“, Tafel 4 nach S. 418; Wiedemeyer R4; und „Zwischen van de Velde und Bauhaus“, Abbildung Nr. 193, in der Beschreibung p. 218 datiert ca. 1923.
Sehr schönes, neuwertiges Exemplar.
Vierter Reiher-Druck. Müller-Krumbach 36 - Brinks 54 - Sennewald 24,2. Nicht bei Lang: Imp.
 

Hugo von Hofmannsthal:
Der Tod des Tizian. Bruchstück.
Weimar: Cranach Presse für Leipzig: Insel-Verlag, 1928.
Quarto. ca. 263 x 172 mm. 18, [1], [1 weiße] Seiten. Durchweg in rot und schwarz gedruckt; mit zwei Initialen von Eric Gill, ornamentiert von Aristide Maillol.
Handgefertigter Original-Halbpergamenteinband, 268 x 179 mm, der Rücken mit feinem weißem Pergament bezogen, die Deckel mit rötlich-cremigem Bütten; auf Rücken und Vorderdeckel der Titel in roten Versalien, vorn und unten unbeschnitten; Vorsätze jeweils aus einer Quartlage: Spiegel und drei fliegende Blätter.
Eins von nur 225 in der Druckpresse numerierten Exemplaren auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten, Gesamtauflage 231 Exx. Wunderschöner Handdruck der Cranach Presse in Jenson-Antiqua und Johnston-Kursive; Satzanordnung von Kessler, Satz von Walter Tanz und Druck durch H. Gage-Cole. „This is the FIRST EDITION in book form in which the original prologue and ending appear“ (Houghton Lib.). „Der ‚Tod des Tizian‘ ... wurde noch in der alten Werkstatt fertiggestellt. Mit diesem wohlgelungenen, ausgewogenen, jedoch wenig beachteten Bändchen sollte offenbar die mit den Valéry-Gedichten 1925 begonnene Reihe der ‚Handdrucke‘ fortgesetzt werden, die Kessler für den Insel-Verlag herstellte, die aber nur in den beiden genannten Exemplaren erschien. (...) so kennzeichnet den ‚Tizian‘ eine fast spielerische Grazie des Satzes, die der Vorliebe Kesslers für dieses Stück, dessen Aufführung im Parktheater von Schloß Belvedere bei Weimar er schon 1903 plante, vermutlich ihre Entstehung verdankt“ (Müller-Krumbach p. 55).
Äußerste Büttenränder minimal gebräunt, kleiner roter Fleck auf hinterer Deckeloberkante, sonst schönes Exemplar. Müller-Krumbach 46 - Brinks 71 - Sarkowski 774 - Jacoby 8 - Weber VIII,2.9 - Houghton Lib. 671.
 

Rainer Maria Rilke:
Gesammelte Gedichte. Zweiter Band.
Weimar: Cranach Presse für Leipzig: Insel-Verlag, [1930 -] 1931.
Quarto. ca. 263 x 173 mm. [4 weiße], [2], 282, [2 weiße], [1], [5 weiße] Seiten. Mit dem in Holz geschnittenen Titel von Eric Gill sowie einer von Aristide Maillol ornamentierten und von Gill geschnittenen Initiale "W" zu Textbeginn. Durchweg in schwarz und rot gedruckt.
Handgefertigter Original-Halbpergamenteinband auf fünf durchgezogenen Pergamentbünden, die auf dem Rücken durch goldgeprägte Linien abgesetzt sind, Verfasser und Gesamttitel auf zweitem Feld, Bandzahl und Bandinhalt auf fünftem. Deckel mit festem Bütten bezogen. Handgestochene dunkelblaue Seidenkapitale, Kopfgoldschnitt, vorn und unten unbeschnitten.
Eins von nur 200 handnumerierten Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten, Gesamtauflage 225 Exx. Gesetzt in der Jenson-Antiqua und Johnston-Kursiv. Druckleitung durch Harry Graf Kessler und Max Goertz. Enthält: Das Buch der Bilder; Das Stunden-Buch; Requiem.
Vorderdeckel mit kleiner Bereibung unten. Innen anfangs und gegen Ende etwas stockfleckig, eine Quartlage ab Seite 97 papierbedingt ebenfalls etwas stockfleckig, sonst recht gut. Schönes Exemplar.
Ritzer G2 - Sarkowski 1348 - Müller-Krumbach 52 (mit Abbildung dieser Einbände und von Seiten) - Brinks 83 - Gill 342.