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Giuseppe Tucci:
Tibetan Painted Scrolls.

 

Abbildung eins zu Giuseppe Tucci

 

Abbildung zwei zu Giuseppe Tucci

 

Abbildung drei zu Giuseppe Tucci

 

Abbildung vier zu Giuseppe Tucci

 

„Unsere Psychologie muß ans Leben heranreichen,
sonst bleiben wir einfach im Mittelalter stecken.“ C. G. Jung

Giuseppe Tucci:

Tibetan Painted Scrolls. An artistic and symbolic illustration of 172 Tibetan paintings preceeded by a survey of the historical, artistic, literary and religious development of Tibetan culture. With an article of P. Pelliot on a Mongol edict, the translation of historical documents and an appendix on prebuddhistic ideas of Tibet. (Three volumes, the complete set).

Rom: Istituto Poligrafico dello Stato for Libreria dello Stato, 1949.

Folio. ca. 420 x 296 mm. I: XV, [1 blank], 327, [1 blank], [1], [1 blank] pp., folding table after p. 84. — II: VIII, pp. (329)-798, [1], [1 blank] pp., genealogical tables after p. 706. With together 134 figures in the text. — III: Large folio. 490 x 332 mm. [4] pp., 25 (numbered A to Z) color phototype plates, 231 black and white phototype plates (numbered 1 to 231), [4] pp. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten.

Volumes 1 & 2: original red silk, gilt, upper edges gilt, others uncut. Volume 3: original red silk portfolio, gilt, with inner folding silk chemise. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

First edition. One of 750 numbered copies, of a total edition of 775. Printed on Umbrian Paper (Fabriano). One of the key works in the field. From the library of the American Buddhist poet Gary Snyder, who has signed neatly at the base of each title page, with date of acquisition: 1974.

Very light fading to the spines, one corner of volume three slightly bumped, else near fine copy of this magnificent work. Scarce.

Erste Ausgabe, eins von nur 750 numerierten Exemplaren. Goldgeprägte mattrote Original-Seideneinbände und ebensolche Mappe. Ein schönes Exemplar aus der Sammlung des amerikanischen Dichters Gary Snider mit dessen Besitzeinträgen auf den unteren Rändern der Titelseiten. Unübertroffenes Standardwerk.

First edition. Yakushi T119 - Chand 86. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.

 

Die Abbildungen zeigen den Dharmakāya-Buddha, धर्मकाय बुद्ध, Vajradhara, वज्रधर; den Heruka, हेरुक, bzw. Yidam, ཡི་དམ་ (abgekürzt aus ཡིད་ཀྱི་དམ་ཚིག་, yid-kyi-dam-tshig, Skt. इष्टदेवता, iṣṭadevatā, cf. δαίμων), Cakrasaṃvara, चक्रसंवर; und den Dharmapāla, धर्मपाल, Hayagrīva, हयग्रीव.

In Anagarika Govindas: Grundlagen tibetischer Mystik stieß ich auf die Sādhanamālā, साधनमाला, und dieses Buch, das ich mir erstmals in der Berliner Staatsbibliothek anschaute. Die Sādhanamālā kaufte ich noch als Student antiquarisch und übersetzte einen kleinen Teil, der mich besonders interessierte. Diese Ausgabe der Tibetan Painted Scrolls erwarb ich Jahre später als Antiquar aus den USA, es folgten einige der ebenso großen Nachdrucke, die auf neueren, teils besseren Photographien basieren.

Psychologie und Selbstfindungsprozesse müssen nicht allein ans Leben reichen, sondern ins Leben, sich einpassen und sich mit ihm ändern. Darum erstarren Religionen ohne Anpassung und Modernisierung, Yoga verkommt zu Gymnastik, Meditation zum Zeitvertreib mit Traumbegleitung. Der tibetische Buddhismus entwickelte sich zum Schulsystem, von Ngöndro, སྔོན་འགྲོ་, sngon 'gro, zu Sādhanas, साधन, oder gleich zum theoretischen Studiengang mit Abschluß Geshe, དགེ་བཤེས་, dge bshes. Europäern liegt der Zugang zu solchen Bildern oder Mandalas, मण्डल, eh fern, es fehlt der geistige Hintergrund aus vielen hundert Jahren, ohne ihn muß er erarbeitet werden und bleibt meist ein Kopfprodukt, wird keine Basis geistiger Entwicklung. Die hier entstandenen Systeme sind weniger verbreitet, eher subjektiv oder von wie für kleinere Gruppen ersonnen, wie z. B. Tarot, Mythologie, Architektur und Gärten.

Giuseppe Vincenzo Tucci, geboren 5. Juni 1894 in Macerata; gestorben 5. April 1984 in San Polo dei Cavalieri bei Rom. Autodidaktisch erlernte er Hebräisch, Chinesisch, Persisch und Sanskrit, besuchte die Universität von Rom, studierte ab 1925 Buddhismus, Tibetisch und Bengalisch an der von Rabindranath Tagore gegründeten Visva-Bharati University in Santiniketan, West-Bengalen, und unterrichtete dort Italienisch und Chinesisch. Zusammen mit dem Philosophen Giovanni Gentile gründete er 1933 das Istituto italiano per il Medio ed Estremo Oriente, IsMEO, mit Sitz in Rom, dessen Präsident er von 1947 bis 1978 war und das 1955 mit dem Istituto italo-africano zum Istituto italiano per l'Africa e l'Oriente, IsIAO, zusammengelegt wurde. 1948 erhielt Tucci die Erlaubnis, den jungen Dalai Lama in Lhasa zu treffen, er war der dritte Italiener, der diese Stadt des Lamaismus betrat. Zwischen 1926 und 1954 unternahm er mehr als dreizehn Reisen und Expeditionen nach Nepal und Tibet, ab 1955 mehrere archäologische Grabungen im Swat-Tal im heutigen Pakistan, in Ghazni in Afghanistan, in Persepolis im Iran sowie im Himalaya. Zahlreiche der von ihm gesammelten Fundstücke befinden sich im 1957 gegründeten Museo Nazionale d’Arte Orientale zu Rom. Er unterstützte den italienischen Faschismus und Benito Mussolini. 1978 erhielt der den Jawaharlal Nehru Award for International Understanding, 1979 den Balzan Preis für Geschichte. Er verfaßte mehr als 360 Bücher und Zeitschriftenbeiträge. Der Tibetologe Donald S. Lopez schreibt: „For Tucci, Tibet was an ecological paradise and timeless utopia into which industrialized Europe figuratively could escape and find peace, a cure for western ills, and from which Europe could find its own pristine past to which to return.“ Am 8. Oktober 1973 schrieb Tucci in Il Tempo: „io non credo in Dio, non credo nell’anima, non credo in nessuna Chiesa ma in tre principi soltanto: retto pensiero, retta parola, retta azione“.