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James Thomson: Les Saisons

 

James Thomson: Les Saisons, 1759

 

James Thomson: Les Saisons, 1759

 

James Thomson:

Gestochener Titel: Les Saisons POEME Traduit de l’Anglois DE THOMPSON. | A PARIS Chez Chaubert, Quai des Augustins, | Herissant, rue Notre Dame, 1759. | unten: C. Eisen Inv. | C. Baquoy Sculp.
Kolophon fol. Tt4v: DE L’IMPRIMERIE DE CLAUDE HERISSANT FILS, RUE NOTRE-DAME, A LA CROIX D’OR, ET AUX TROIS VERTUS. M. DCC. LIX.

Paris: Chaubert und Herissant, 1759.

Octavo. 179 x 111 mm. [1] Bl.; viij Ss.; [4] Bll.; 332 Ss.; [3] Bll. – Lagenkollation: o8+1; A-Z4, Aa-Ss4, Tt4+1. Mit vier eingehängten Kupfertafeln vor foll. A1, K1, Aa1 und Kk3; die Vignetten nach p. 71, auf p. 183, nach p. 259 und p. 323.

Dunkelgrünes, etwas geglättetes Maroquin um 1880 auf fünf echten Bünden. Rückenvergoldung im Stil des 18. Jahrhunderts aus Blüten und stilisierten Blättern in Rahmen aus Doppellinien; Titel und Verfasser im zweiten Feld, Ort und Jahr im dritten. Beide Deckel mit Randrahmen aus drei goldgeprägten Linien. Stehkantenvergoldung aus zwei parallelen dünnen Linien, Innenkantenvergoldung. Handgestochene Kapitale in Grün/Rot/Gelb, ebensolches Lesebändchen; Goldschnitt über Marmor. Vorsätze Kamm-Marmor. Signiert auf vorderem Spiegel unten „A. MOTTE“. - Fléty 133. Demnach müßte der Einband aus dem Jahr 1879 oder 1880 stammen.

Mit einem Frontispiz, vier Kupfern und vier Culs-de-lampe von Charles Dominique Joseph Eisen (1720 - 1778) gestochen von Jean-Charles Baquoy (1721 - 1777). Die Übersetzung stammt von Mme Marie-Jeanne de Châtillon Bontemps, die Noten von einem anderen Verfasser.
¶ James Thomson (1700-1748) wurde in Ednam an der schottischen Grenze geboren und studierte an der Universität von Edinburgh. Von den Seasons, einem Gedicht in Blankversen, erschien zuerst 1726 der Winter. Summer, Spring und Autumn folgten in den Jahren 1727, 1728 und 1730. Eine Hymne an die Natur schließt das Gedicht, das in endgültiger, überarbeiteter Form 1746 als Ganzes erschien, ab. Es verschmelzen in ihm Naturbeobachtung, Beschreibung der Landschaft und neoplatonisches Gedankengut von Addison und Shaftesbury. - Die Jahreszeiten wurden vielmals ins Deutsche und Französische übersetzt, bearbeitet oder als Vorlage verwandt.
¶ Provenienz: 1. Robert Hoe II (1839-1909), der Besitzer der größten amerikanischen Bibiophilen-Bibliothek des neunzehnten Jahrhunderts, mit seinem goldgeprägten Lederexlibris. Verkauf 1911-14 durch die Anderson Galleries (= II, 3235: „Engraved title, four plates and four culs-de-lampe by C. Baquoy after the designs of Eisen, all brilliant impressions.“ Mit falschem Datum: 1769!). - 2. Cortlandt Field Bishop (1870-1935) mit seinem goldgeprägten Lederexlibris, Teilhaber der American Art Association sowie der Anderson Galleries. Seine französische Bibliothek wurde an Frau Shirley Falcke vererbt, und 1948 bei den Kende Galleries versteigert (Nr. 2243) - 3. Cutcliffe of Ilfracombe mit seinem Exlibris, cf. Sotheby/Monaco: Livres precieux provenant de la bibliothèque de Major Adrian McLaughlin, 1980. N° 2004 mit Abbildung des Exlibris.

An den Gelenken oben und unten minimal berieben, Rücken minimal verfärbt, sonst sehr gut erhalten. Innen fleckenlos und breitrandig; die Kupfer in guten Abdrucken. In diesem Zustand, mit dieser Provenance von größter Seltenheit.

Reliure du dix-neuvième siècle en maroquin vert nuit, dos à cinq nerfs entièrement orné de motifs dorés, triple encadrement d’un filet doré sur les plats, dentelle dorée intérieure, tranches dorées. Signée de A. Motte. Provenance: Robert Hoe: Catalogue of the library of Robert Hoe of New York, part 2, #3235, Cortlandt Field Bishop, Cutcliffe of Ilfracombe.

Cohen/R. 991 - Lewine p. 532 - Sander 1912 - Katalog Fürstenberg 49 - Salomon, Eisen 166 - Brunet4 IV, 472 – Bibliographien.

 

Sic transit ... Zuerst das Positive: ein Artikel in der französischen Wikipédia, dann die Enttäuschungen bei der Recherche auf den vermüllenden Plattformen, von den Preisen bis zu den Zuständen. Dieses Exemplar erwarb ich im November 1988 und blieb bis zum Verkauf mehrere Jahre später sein glücklicher Besitzer, ein wenig im Glanz der wesentlich bedeutenderen Vorbesitzer. Ich vermag mich nicht mehr seines neuen, hoffentlich ebenso zufriedenen Eigentümers zu entsinnen.

Was bin ich froh, kein Antiquar mehr zu sein. In diesen etwas mehr als dreißig Jahren müssen Geschmack, Kenntnisse und Urteilsvermögen der (Kaum-Noch-)Bibliophilen unvergleichlich gelitten haben.

“An elegant sufficiency, content,
Retirement, rural quiet, friendship, books,
Ease and alternate labour, useful life,
Progressive virtue, and approving Heaven!”