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Augustinus van Staveren: Auctores mythographi latini

“... and endlessly combined in living shapes that move from mind to mind.” — J. R. R. Tolkien: Mythopoeia

Augustinus van Staveren:

AUCTORES | MYTHOGRAPHI | LATINI. | CAJUS JULIUS HYGINUS, | FAB. PLANCIAD. FULGENTIUS, | LACTANTIUS PLACIDUS, | ALBRICUS PHILOSOPHUS | CUM INTEGRIS COMMENTARIIS | JACOBI MICYLLI, JOANNIS SCHEFFERI, | ET THOMAE MUNCKERI, | QUIBUS ADCEDUNT | THOMAE WOPKENSII | EMENDATIONES AD CONJECTURAE. | CURANTE | AUGUSTINO van STAVEREN, | Qui & ſuas animadverſiones adjecit.

Leiden: Samuel Luchtmans & Amsterdam: J. Wetstein & G. Smith, 1742.

Quarto. 255 × 198 mm. [68], 962, [24], [2 weiße] Seiten. Gestochenes allegorisches Frontispiz von François van Bleyswyck (cf. Thieme/B. II,116), Titel in rot und schwarz mit gestochener Vignette, sowie 43 Kupfer (ca. 76 × 83 mm) auf den Seiten 498-573 zu „Hygini Poeticon astronomicon“.

Handgefertigter Kalbledereinband der Zeit auf fünf echten, erhabenen Bünden mit Panelled-calf-Rückenvergoldung und dem Titel auf zweitem Feld. Auf den Deckeln ein goldgeprägtes Wappen; handgestochene naturfarbene Kapitale, Schnitt gesprenkelt.

Erste Ausgabe dieser Bearbeitung. „Wiederholung der vorigen Munkerschen Ausgabe, aber mit vielen neuen Ausstattungen. Zum Hyginus sind mehrere Handschriften benutzt. Die Anmerkungen einiger früherer Ausgaben sind aufgenommen. Staveren’s Noten erläutern vornehmlich die Mythologie“ (Schweiger). Mit einem Gesamtindex sowie einem gesonderten zu Hyginus. Eine der am reichsten annotierten Ausgaben, von großem philologischem Wert; der Text des astronomischen Werkes des Hygin ist hier aus einigen Handschriften verbessert worden. Albricus, der um das Jahr 1217 lebte, schrieb ein mythologisches Werk „De origine & imaginibus deorum“, das vor unserer Ausgabe nicht häufig gedruckt worden ist.

Gelenke leicht berieben, Ecken etwas bestoßen, Kapitale mit kleinen Bezugfehlstellen. Innen im Rand etwas gebräunt, die letzten Seiten mit schwachem Wasserand im unteren weißen Rand, wenige Bleistiftmarginalien einer Hand des 19. Jh. Die Kupfer in guten Abdrucken.

Contemporary panelled calf, gilt, five raised bands, hinges rubbed, slightly browned, small waterstain, some marginal annotations.

Ebert 1344 – Graesse I,250 – Hamberger I,562 & IV,356 – Schweiger II,ii,1309 – Bibliographien.

 

Andromeda

Andromeda (Ἀνδρομέδα). Unter den Abenteuern des Perseus ist die Sage von der Befreiung der A. ihrer Entstehungszeit nach das jüngste; dass der Held der Sage ursprünglich nicht Perseus war, geht schon daraus hervor, dass seine Waffe, die Harpe, zur Bekämpfung des Ketos ungeeignet ist; die älteste Darstellung (s. u.) lässt ihn daher das Ungeheuer mit Steinwürfen angreifen; später wird die Harpe auch in diesem Kampf seine Waffe, für die zuletzt das Gorgoneion eintritt (ungeschickt vereinigt Harpe und Gorgoneion Tzetz. Lyk. 836); vgl. K. Tümpel Jahrb. f. Philol. Suppl. XVI 1888, 129. Der homerischen und wohl auch der hesiodischen Dichtung ist die Sage noch unbekannt. Ihr Ursprung ist nicht in Griechenland, sondern im Orient zu suchen, wo die griechische Sage an einen syrischen mit Menschenopfern verbundenen Kult einer fischgestaltigen Gottheit anknüpfte; vgl. E. Meyer Gesch. d. Altert. I 321. In der griechischen Litteratur begegnet sie zuerst bei Pherekydes frg. 26 (FHG I 76), in der Kunst auf einer altkorinthischen Vase (s. u.). Im 5. Jhdt. war sie so bekannt, dass der Bote des Xerxes bei Herodot I 150 auf die Verwandtschaft der Perser und Argeier unter Anspielung auf die A.-Sage hinweisen konnte. Derselben Zeit war auch bereits die Benennung einiger Sternbilder aus dem A.-Mythos geläufig, vgl. Robert Eratosth. 243f. Den grössten Einfluss auf die Gestaltung der Sage hat aber das attische Drama gehabt; die Existenz einer A. des Phrynichos ist zweifelhaft (Schol. Ar. Wolk. 556; vgl. Robert Arch. Ztg. XXXVI 1878, 16); Kratinos brachte einen Teil der Sage in den Σερίφιοι auf die Bühne (Com. Att. Fr. I 75ff. Kock). Von der A. des Sophokles (FTG² p. 157. Welcker Gr. Trag. I 349ff.) wissen wir nur einzelne Züge; dass sie ein Satyrspiel war, ist eine mit Unrecht von O. Ribbeck (Die röm. Trag. 163ff.) aufgenommene Vermutung des Casaubonus. Dagegen lässt sich die 412 aufgeführte A. des Euripides, eins seiner wirkungsvollsten Stücke (vgl. Luk. de hist. conscr. 1. Athen. XII 537 D. Eunap. FHG IV 38), ziemlich vollständig reconstruieren (FTG² 392. Eurip. frg. 114–156 Nauck; vgl. Fedde De Perseo et Andromeda, Diss. Berol. 1860, 11ff. Robert a. a. O. 18ff. Johne Die Andromeda des Eurip., Progr. Landskron 1883. Wecklein Sitz.-Ber. Akad. München 1888 I 87ff.).

Die Vorgeschichte ist in der gewöhnlichen, wohl auch von Euripides vorausgesetzten Fassung folgende (Hauptstellen Apollod. II 4, 3, 2. Eratosth. Katast. 16. Hyg. fab. 64. Ovid. met. IV 663ff.; vereinzelte Abweichungen sind in Klammern hinzugefügt): A. ist die Tochter des Kepheus, des Königs der Kephenen oder Aithiopen (über die verschiedene Localisierung dieser Volksnamen vgl. K. Tümpel a. a. O. und den Artikel Aithiopia), und der Kassiepeia (sie heisst Kassiopa bei Antiphilos Anth. Plan. IV 147; Cassiope bei römischen Schriftstellern, Ovid. met. IV 738. Hyg. fab. 64. Lact. Plac. Narr. fabul. V 1; oder verlängert Cassiopeia Lact. IV 19; in der Version, die der Sage Iope als Schauplatz giebt, wird als Mutter die Eponymos Iope, Tochter des Aiolos, genannt, Steph. Byz. s. Ἰόπη; vgl. Tümpel a. a. O. 144ff.). Ihre Mutter hatte sich gegen die Nereiden (diese Version für Sophokles gesichert; die Nymphen nennt Lact. IV 19; gegen Hera, Tzetz. Lyk. 836; ob die euhemeristische Erzählung des Konon Narr. 40 auf einer Version fusst, die hier Aphrodite nannte, wie Tümpel 147 glaubt, ist sehr unsicher) ihrer Schönheit gerühmt (der Schönheit ihrer Tochter Hyg. fab. 64). Die beleidigten Göttinnen klagen den Schimpf dem Poseidon und dieser sendet dem Lande des Kepheus Überschwemmung und ein Seeungeheuer. Das Orakel verheisst Befreiung von dieser Plage, wenn A. dem κῆτος preisgegeben werde; hier hat die Form der Sage, die Aithiopien in Africa sucht, allgemeine Geltung gefunden, indem allgemein das Orakel des Ammon genannt wird (nur Hyg. fab. 64 lässt die Forderung direct von Poseidon stellen). Kepheus folgt dem Befehl des Orakels (er widerstrebt und wird vom Volke gezwungen, Apollod. II 4, 3, 3) und lässt A. mit ausgebreiteten Armen an einen Felsen des Meerestrandes fesseln.

Hier setzte das Drama des Euripides ein und führte die Sage folgendermassen fort: Die gefesselte A. beklagt ihr Los im Wechselgesang mit der Nymphe Echo. Da kommt Perseus mit dem Haupt der getöteten Medusa durch die Luft des Weges, sieht die hülflose Jungfrau, fühlt Mitleid und erfährt von ihr den Sachverhalt. Er entbrennt in Liebe zu ihr, beschliesst sie zu retten und geht mit einem Gebet an Eros ab (eine dunkle Erinnerung hieran mag die Angabe des Schol. Strozz. zu Germ. 201 sein, A. sei von Eros geliebt worden). Dann trat wohl der verzweifelnde Kepheus auf und hörte von A. das Wagnis des jungen Helden. Es folgte dann der Botenbericht, Perseus kehrte als Sieger zurück, löste die Jungfrau und erbat von den Eltern (Kassiopeia in dieser Scene anwesend, vielleicht als stumme Person) ihre Hand. Kepheus verweigert sie, weil Perseus ein armer unbekannter Fremdling und ein νόθος sei. Aber A. will lieber ihrem Retter folgen, als bei den Eltern, die sie ausgesetzt, zurückbleiben. Zum Schluss verkündete Athena als θεὸς ἐκ μηχανῆς die spätere Versetzung sämtlicher Personen unter die Sterne.

Das Drama ist für die Späteren nur teilweise massgebend geworden (Nachbildung durch Ennius, vgl. Ribbeck a. a. O.); gewöhnlich erscheint seine Version verbunden mit einer anderen eigentlich unvereinbaren Fassung. Danach war A. zur Zeit ihrer Aussetzung bereits mit Agenor verlobt; sie folgt nach der Besiegung des κῆτος freiwillig dem Perseus, wie es scheint ohne Vorwissen der Eltern; Kepheus und Agenor überfallen den Perseus aus dem Hinterhalt und werden versteinert (Hyg. fab. 64); so könnte Sophokles gedichtet haben, obwohl dies unbeweisbar ist. In späterer Zeit hat man versucht, beide Versionen zu vereinigen, in dieser Form ging die Sage in das der apollodorischen Bibliothek zu Grunde liegende Handbuch über, das auch Ovid neben Euripides als Quelle benützt. Hier ist einerseits das frühere Verlöbnis der A. (als Verlobter wird dabei Phineus, ein Bruder des Kepheus, genannt) beibehalten, andererseits die Verstirnung nicht aufgegeben; Kepheus kann also nicht versteinert werden, er steht vielmehr auf Seiten des Perseus, dem er durch förmlichen Vertrag die Hand der A. zugesichert hat. Seinem Versprechen gemäss rüstet er dem Sieger die Hochzeit, ohne sein Vorwissen überfällt Phineus beim Hochzeitsfest den Perseus; Kepheus wird ausdrücklich entfernt, bevor Phineus und sein Gefolge versteinert wird (Ovid. met. V 43f.). Die künstliche Zuspitzung dieser Version trägt den Stempel der alexandrinischen Zeit; man darf vielleicht an das Drama des Lykophron denken, dessen Titel bei Suid. s. Λυκόφρων überliefert ist. Dass Phineus oder Agenor bei Euripides nicht vorkam, geht sowohl aus dem von Robert publicierten pompeianischen Wandgemälde hervor, als auch aus der Art, wie Kepheus seine Weigerung motiviert und schliesslich daraus, dass die aus der Phineusversion sich ergebende Versteinerung des Kepheus sich mit der euripideischen Verstirnung nicht vereinigen lässt; daher auch Eratosthenes (Katast. 15. 17) mit Recht auf die Phineusversion keine Rücksicht nimmt (vgl. auch Tümpel 177).

Der Schluss der Sage wird verschieden erzählt. Diejenigen, welche den Schauplatz nach Persien verlegen, lassen A. noch in ihrer Heimat Mutter des Perses, des Stammvaters der Perser, werden (Herod. VII 61. 150. Apollod. II 4, 5, 1; anders Agatharch. b. Phot. Bibl. p. 442 a Bekk.) oder des Erythras, nach dem die Ἐρυθρὰ θάλασσα heisst (Agatharch. a. a. O.). Gewöhnlich erzählt man, A. sei dem Perseus zuerst nach Seriphos gefolgt und von dort, nach Bestrafung des Polydektes (s. Perseus), zusammen mit Danae im Geleit der Kyklopen nach Argos (Pherekyd. frg. 26 = FHG I 76; gleich nach Argos Eratosth. Katast. 17). Dort finden sie Akrisios (s. d.) nicht vor, der aus Furcht nach Larisa geflohen ist; Perseus lässt deshalb A. bei seiner Grossmutter Eurydike zurück und eilt nach Thessalien. Nachdem er durch Zufall den Akrisios getötet, kehrt er heim und tauscht Tiryns von Megapenthes, des Proitos Sohn, gegen das ihm verleidete Argos ein. Dort zeugt er mit A. fünf Söhne: Alkaios, Sthenelos, Mestor, Elektryon und Heleios, und eine Tochter, Gorgophone (Apollod. II 4, 4ff., wohl nach Pherekydes; nach Herod. Schol. Ap. Rh. I 747 nur die vier erstgenannten Söhne). Euhemeristische Ausdeutung des Mythos bei Konon Narr. 40.

Darstellungen. Sorgfältige Zusammenstellung des ganzen bis 1860 bekannten Materials von Fedde a. a. O. 39ff.; der Vasen von Trendelenburg Ann. d. Inst. 1872, 108ff.; der Terracotten von Heydemann 7. Hall. Winckelm.-Progr. 9f.; der Wandgemälde von Helbig Wandgem. 1183ff.

Älteste Darstellung sf. korinthische Amphora, Berlin 1652 (Mon. d. Inst. X 52): Perseus bekämpft das Ketos mit Steinwürfen; A. steht ungefesselt dabei und hält einen Haufen Steine. Perseus Ruhe nach dem Kampf auf einem streng-schönen Oxybaphon, Arch. Ztg. 1852 Taf. 42. Ein rf. attischer Krater schönen Stils (Fröhner Coll. Branteghem 1892 nr. 91, vgl. Furtwängler Arch. Anz. 1893 S. 91, 50 mit Skizze) stellt A. in der Mitte einer figurenreichen Composition an einen Felsen gefesselt dar; ähnlich eine von Furtwängler (a. a. O. 93, 57) für campanisch erklärte, angeblich (Fröhner a. a. O. nr. 213) aus Theben stammende Hydria des Berl. Mus., dagegen ist sie auf unteritalischen Vasen (Neapel 3225; SA 708; ferner Archaeologia XXXVI 70. Arch. Ztg. 1848, 246. Ann. d. Inst. 1838, 184), wohl unter dem Einfluss der Bühne, an ein Gestell von zwei Bäumen gefesselt (so auch auf der praenestinischen Ciste in Paris, Mon. d. Inst. VI 40); abweichend die apulischen Vasen (Neapel SA 24. Bull. d. Inst. 1848, 62. Durand 244) und zwei campanische Vasen (Bull. d. Inst. 1885, 50).

Berühmteste Darstellung auf einem Tafelbilde des Nikias (Plin. n. h. XXXV 132), das uns in zahlreichen Nachbildungen und Variationen erhalten ist (vgl. Helbig Unters. üb. d. campan. Wandm. 140ff.), so in den Wandgemälden Helbig 1186–1189. Sogliano 518. Röm. Mitt. V (1890) 233; in den Reliefs: Rom, Mus. Capitol. (Helbig Führer I nr. 456. Schreiber Hellenist. Reliefb. Taf. XII), Pal. Mattei (Matz-Duhn 2893. Mon. Matth. III 28, 2), Neapel (Mus. Borb. VI 40; vgl. Schreiber Arch. Ztg. 1880, 148); in einer Marmorgruppe in Hannover (abg. C. Fr. Hermann Perseus und A., Götting. 1851); in einer Tc.-Lampe (Piot 243, jetzt Mus. Ravestein 634); auf Gemmen (Fedde 71f. nr. 1–6) und Münzen (Fedde 75f.): Perseus geleitet nach Besiegung des Ungeheuers die Jungfrau vom Felsen herab. Eine ähnliche Darstellung haben auch Antiphilos Anth. Plan. IV 147 und Luk. Dial. marin. 14 im Sinn. Ebenfalls auf ein berühmtes Gemälde gehen die Darstellungen zurück, die A. das Spiegelbild des von Perseus hochgehaltenen Gorgoneion in einem Gewässer betrachten lassen (auch hier nicht durchweg genaue Repliken): pompeianische Wandgemälde Helbig 1192–1202 (meist sitzen beide neben einander; bisweilen steht A. neben dem sitzenden Perseus); Tc.-Lampen: Millingen Anc. Uned. Mon. II 18, 1. Catal. Campana IV 10, 241; Gemmen: Fedde 74.

Der Kampf selbst ist meistens so dargestellt, dass A. gefesselt ist und Perseus aus der Luft herab das Ungetüm bekämpft: Wandgemälde Helbig 1183. Sogliano 517. Bull. d. Inst. 1882, 106 nr. 80. 1883, 129; Tc.-Rel. Campana Op. in Plast. 57; Innenbild einer localetruskischen Schale der Sammlung Bazzichelli in Viterbo (Ann. d. Inst. 1878 tav. S); eine ähnliche Darstellung hat Achill. Tat. III 6, 3ff. (Erotici I 93 Herch.) bei der Beschreibung des erdichteten Bildes eines Euanthes im Auge. Vereinzelt watet Perseus im Wasser (Wandgemälde Helbig 1184) oder er stürmt zu Fuss gegen das Ketos, während A. dabeisitzt; so besonders auf etruskischen Urnen in Volterra (Gori Mus. etr. I 123. III 3, 1. Bull. d. Inst. 1862, 210) und Florenz, Pal. Antinori (Dütschke II 367), und in einer Tc.-Gruppe des Neapler Museums (Heydemann 7. Hall. Winckelm.-Progr. Taf. III 1).

Die dem Kampfe vorhergehende Scene (Perseus findet die gefesselte A.) ist dargestellt auf einigen Sark.-Reliefs (Matz-Duhn 2894. 4105), einem Tc.-Relief (im Besitz von Photiades Bey, bespr. von Matz Bull. d. Inst. 1870, 34; dann im Berl. Mus., publ. ohne Kenntnis der Matzschen Besprechung von Fränkel Arch. Ztg. 1879 Taf. 11) und einer Tc.-Lampe der Sammlung Brüls (Bull. d. Inst. 1867, 135), jetzt im Museum Ravestein 635 (ungenügend abg. Bellori Luc. 9).

Die dem Kampfe folgenden Momente: Perseus im Begriff, A. zu lösen, Wandgemälde Helbig 1185; A. betrachtet entsetzt das tote Ketos, stehend auf den Wandgemälden Helbig 1190. 1191. Sogliano 519, sitzend auf einem Relief aus Philippeville im Louvre (Clarac 161 C, 203 A); Gespräch der Liebenden nach dem Kampfe auf Gemmen, Fedde 73.

Noch spätere Scenen: Perseus kämpft mit Phineus, praenestinische Ciste in Paris (Mon. d. Inst. VI 40) und Wandgemälde Helbig 1203; Perseus mit A. auf Seriphos, rf. Krater, Catania Museum Biscari (Millin Peint. de vas. II 3); Perseus überreicht im Beisein von A. der Athena das Gorgoneion, etruskischer Spiegel, Bull. d. Inst. 1881, 218. Die Masken der A. des Euripides zusammengestellt auf einem Wandgemälde, Arch. Ztg. 1878 Taf. 3.

Fingierte Darstellungen bei Philostratos im I 29 (lediglich aus Euripides geschöpft; vgl. Fedde 40ff.) und Achill. Tat. (s. o.).

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band I,2 (1894), Spp. 2154–2159.

Als Zugabe die Version von Edward Burne-Jones (1833-1898): Der Schicksalsfelsen.

 

John Ronald Reuel Tolkien: Mythopoeia

You look at trees and label them just so,
(for trees are ‘trees’, and growing is ‘to grow’);
you walk the earth and tread with solemn pace
one of the many minor globes of Space:
a star’s a star, some matter in a ball
compelled to courses mathematical
amid the regimented, cold, Inane,
where destined atoms are each moment slain.
 
At bidding of a Will, to which we bend
(and must), but only dimly apprehend,
great processes march on, as Time unrolls
from dark beginnings to uncertain goals;
and as on page o’erwitten without clue,
with script and limning packed of various hue,
and endless multitude of forms appear,
some grim, some frail, some beautiful, some queer,
each alien, except as kin from one
remote Origo, gnat, man, stone, and sun.
God made the petreous rocks, the arboreal trees,
tellurian earth, and stellar stars, and these
homuncular men, who walk upon the ground
with nerves that tingle touched by light and sound.
The movements of the sea, the wind in boughs,
green grass, the large slow oddity of cows,
thunder and lightning, birds that wheel and cry,
slime crawling up from mud to live and die,
these each are duly registered and print
the brain’s contortions with a separate dint.
 
Yet trees and not ‘trees’, until so named and seen –
and never were so named, till those had been
who speech’s involuted breath unfurled,
faint echo and dim picture of the world,
but neither record nor a photograph,
being divination, judgement, and a laugh,
response of those that felt astir within
by deep monition movements that were kin
to life and death of trees, of beasts, of stars:
free captives undermining shadowy bars,
digging the foreknown from experience
and panning the vein of spirit out of sense.
Great powers they slowly brought out of themselves,
and looking backward they beheld the Elves
that wrought on cunning forges in the mind,
and light and dark on secret looms entwined.
 
He sees no stars who does not see them first
of living silver made that sudden burst
to flame like flowers beneath the ancient song,
whose very echo after-music long
has since pursued. There is no firmament,
only a void, unless a jewelled tent
myth-woven and elf-patterned; and no earth,
unless the mother’s womb whence all have birth.
 
The heart of man is not compound of lies,
but draws some wisdom from the only Wise,
and still recalls him. Though now long estranged,
man is not wholly lost nor wholly changed.
Disgraced he may be, yet is not dethroned,
and keeps the rags of lordship one he owned,
his world-dominion by creative act:
not his to worship the great Artefact,
man, sub-creator, the refracted light
through whom is splintered from a single White
to many hues, and endlessly combined
in living shapes that move from mind to mind.
Though all the crannies of the world we filled
with elves and goblins, though we dared to build
gods and their houses out of dark and light,
and sow the seed of dragons, ’twas our right
(used or misused). The right has not decayed.
We make still by the law in which we’re made.
 
Yes! ‘wish-fulfilment dreams’ we spin to cheat
our timid hearts and ugly Fact defeat!
Whence came the wish, and whence the power to dream,
or some things fair and others ugly deem?
All wishes are not idle, not in vain
fulfilment we devise – for pain is pain,
not for itself to be desired, but ill;
or else to strive or to subdue the will
alike were graceless; and of Evil this
alone is dreadly certain: Evil is.
 
Blessed are the timid hearts that evil hate,
that quail in its shadow, and yet shut the gate;
that seek no parley, and in guarded room,
through small and bare, upon a clumsy loom
weave rissues gilded by the far-off day
hoped and believed in under Shadow’s sway.
 
Blessed are the men of Noah’s race that build
their little arks, though frail and poorly filled,
and steer through winds contrary towards a wraith,
a rumour of a harbour guessed by faith.
 
Blessed are the legend-makers with their rhyme
of things nor found within record time.
It is not they that have forgot the Night,
or bid us flee to organised delight,
in lotus-isles of economic bliss
forswearing souls to gain a Circe-kiss
(and counterfeit at that, machine-produced,
bogus seduction of the twice-seduced).
 
Such isles they saw afar, and ones more fair,
and those that hear them yet may yet beware.
They have seen Death and ultimate defeat,
and yet they would not in despair retreat,
but oft to victory have turned the lyre
and kindled hearts with legendary fire,
illuminating Now and dark Hath-been
with light of suns as yet by no man seen.
 
I would that I might with the minstrels sing
and stir the unseen with a throbbing string.
I would be with the mariners of the deep
that cut their slender planks on mountains steep
and voyage upon a vague and wandering quest,
for some have passed beyond the fabled West.
I would with the beleaguered fools be told,
that keep an inner fastness where their gold,
impure and scanty, yet they loyally bring
to mint in image blurred of distant king,
or in fantastic banners weave the sheen
heraldic emblems of a lord unseen.
 
I will not walk with your progressive apes,
erect and sapient. Before them gapes
the dark abyss to which their progress tends –
if by God’s mercy progress ever ends,
and does not ceaselessly revolve the same
unfruitful course with changing of a name.
I will not treat your dusty path and flat,
denoting this and that by this and that,
your world immutable wherein no part
the little maker has with maker’s art.
I bow not yet before the Iron Crown,
nor cast my own small golden sceptre down.
 
In Paradise perchance the eye may stray
from gazing upon everlasting Day
to see the day-illumined, and renew
from mirrored truth the likeness of the True.
Then looking on the Blessed Land ’twill see
that all is as it is, and yet may free:
Salvation changes not, nor yet destroys,
garden not gardener, children not their toys.
Evil it will not see, for evil lies
not in God’s picture but in crooked eyes,
not in the source but in the tuneless voice.
In Paradise they look no more awry;
and though they make anew, they make no lie.
Be sure they still will make, not been dead,
and poets shall have flames upon their head,
and harps whereon their faultless fingers fall:
there each shall choose for ever from the All.
 
 

Publius Ovidius Naso:
Metamorphoseon libri XV, 1516.

Publius Ovidius Naso: Metamorphoseon libri XV, Venedig: Aldus / Andreas Torresanus, 1516

Publius Ovidius Naso:
Metamorphoseon libri XV, 1546.

Publius Ovidius Naso: Metamorphoseon libri XV, Lyon: Sebastian Gryphius, 1546