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Gustavus Selenus, i. e.
August II., Herzog von Braunschweig-Lüneburg:
Das Schach- oder König-Spiel

 

Gustavus Selenus, i.e. August II., Herzog von Braunschweig-Lüneburg: Das Schach- oder König-Spiel

 

Gustavus Selenus, i.e. August II., Herzog von Braunschweig-Lüneburg: Das Schach- oder König-Spiel

 

Gustavus Selenus, i.e. August II., Herzog von Braunschweig-Lüneburg: Das Schach- oder König-Spiel

 

Eines der schönsten Bücher über das Schachspiel

Gustavus Selenus, i. e. August II., Herzog von Braunschweig-Lüneburg:

Das Schach- oder König-Spiel. Von Gustavo Seleno, In vier unterschiedene Bücher/ mit besonderm fleiß/ gründ- und ordentlich abgefasset Auch mit dienlichen Kupfer-Stichen/ gezieret: Desgleichen vorhin nicht außgangen. Diesem ist zu ende/ angefüget/ ein sehr altes Spiel/ genandt/ Rythmo-Machia.

Leipzig: Lorenz Kober für Henning Groß den Jüngern, 1617 [in fine: 1616].

Folio. 309 x 180 mm. [24] Seiten, [1] gefaltetes Blatt, [1], [1 weiße], 495, [2], [1 weiße] Seiten. – Lagenkollation: ()4, ):(4, 02, A-Z4, Aa-Zz4, Aaa-Hhh4, Iii6, Kkk-Qqq4.
Mit gestochenem Haupttitel, gestochenem Zwischentitel zum ersten Buch, motividentischen Holzschnittrahmen zu den Zwischentiteln der anderen drei Bücher, doppelblattgroßem Kupfer, gestochen von Jacob ab Heyden (cf. Thieme/Becker XVII,17-19) nach Seite 216, gestochenem Titel zur „Rythmomachia“, zwei ungezählten gestochenen Tafeln nach Seite 462 & 464; sowie 83, davon 28 ganzseitigen Textkupfern, Holzschnittsignet.

Handgebundener Pergamentband um 1920 um den alten Buchblock mit fünf echten, erhabenen Bünden, Rückenvergoldung aus dem Titel im zweiten Feld, Ornamentstempeln in den anderen, die Bünde durch dreifache goldgeprägte Linien abgesetzt, auf den Deckeln Randrahmen aus drei vergoldeten Linien, auf den Eckpunkten fleurale Ornamente. Ursprüngliche handgestochene Kapitale belassen, der ebenfalls ursprüngliche Goldschnitt nahe den Kapitalen und Kanten gepunzt.

Gustavus Selenus ist das Pseudonym von Herzog August dem Jüngeren von Wolfenbüttel (1579-1666): „Duke August of Brunswick was not only the most learned prince of his time but also the one most interested in spiritual affairs. He was not blessed with the man-of-the-world brilliance and the poetic talent of his son Anton Ulrich, but in solid learning he was certainly superior. The library at Wolffenbüttel owes its existence to him and not to his son“ (Faber du Faur, p. 315).
¶ Mit Beiträgen von G. Remus, Filippus Hainhofer, Joannes Schwartz und Matthias Börtius; beigefügt ab Seite 443 ist die „Rythmomachia“ des Francesco Barozzi (1537-1604), ein Art pythagoreisches Zahlenspiel des Mittelalters, cf. Smith: Rara Arithmetica pp. 62-64, 271 & 340.
¶ Titelauflage des ersten Schachlehrbuches in deutscher Sprache, erstmals 1616; 1722 erschien zu Ulm eine gekürzte Version, cf. Graesse VI,344 Anmerkung & Ebert 20818 Anm. Hauptteil ist die Übertragung des - nach neuzeitlichen Maßstäben - ersten Lehrbuchs des Schachs überhaupt „Il giuoco degli scacchi“, verfaßt 1561 von Ruy Lopez, das 1584 von Tarsia ins Italienische übersetzt wurde, in welcher Fassung es dann Herzog August vorlag. Enthält ein Verzeichnis der verwendeten Literatur. Im vorliegenden Werk wird ebenfalls erstmals in deutscher Sprache Matteo Riccis Hinweis auf das chinesische ’Go’ angeführt. Die Kupfer zeigen die einzelnen Schachfiguren sowie die im Text behandelten Spielstellungen. Das doppelblattgroße Kupfer zeigt den Herzog selbst beim Schachspiel.
¶ Diesem Exemplar am Ende beigebunden sind sechs Seiten handschriftliche Annotationen des 18. Jh., davon zwei in deutscher sowie vier in französischer Sprache, u. a. über das ‚chinesische Schach’.

Einband etwas fleckig, teils angestaubt, Hinterdeckel fleckig, hinteres Gelenk oben angeplatzt und dort fachmännisch hinterlegt. Innen papierbedingt leicht bis wenig gebräunt, wenige Seiten mit hellbraunen Flecken. Da der Buchblock im ursprünglichen Zustand verblieb, sind die Seiten angenehm breitrandig. Ein sehr schönes, gut erhaltenes Exemplar des - komplett wie hier - äußerst seltenen Werkes.

Early 19th-century vellum, gilt. Slightly browned, due to quality of paper. A fine, wide-margined copy.

VD17 39:125792Z – Van der Linde 2937 – Schmid: Literatur des Schachspiels 118 – Galland: Cryptology 167 (Ausg. 1616) – Graesse VI,344 – Ebert 20818 Anm. – Holzmann/Bohatta: Pseud. 256 – Faber du Faur II,422a & Clodius 134 (Ausg. 1616) – Paisey A1048 (Ausg. 1616, inkomplett!) – cf. P. R. von Bilguer: Handbuch des Schachspiels, 1874, pp. 40-41; & Zedler XXXIV,684-686 – Bibliographien.

 

Dieses Buch wanderte nach Spanien aus, an einen dankbaren Kunden.
Als Zugabe die Titelaufnahme einer Bibliographie:
 
Clodius, Heinrich Jonathan:
Primae lineae Bibliothecae Lusoriae sive notitia scriptorum de ludis.
Leipzig: ZA, 1971. Nachdruck der Ausgabe: Leipzig, 1761.
Octavo. [2], 166 Seiten. Original-Leinwandband.
Bibliographie nicht nur des Schachspiels, sondern auch anderer Spiele der Antike, des Mittelalters und der Renaissance. Besterman zufolge die erste kritische Bibliographie des Schachspiels überhaupt, mit ca. 500 Nachweisen. Auch Petzholdt lobt das Werk. Fast neuwertig.
Cf. Besterman 2408 - Petzholdt 764 - V.d.Linde 556 (falsch 1766).

“... whatever it was, it belonged to an especially exhilarating order of sensation, and my only quarrel with it today is that the maniacal manipulation of carved figures, or of their mental counterparts, during my most ebullient and prolific years engulfed so much of the time I could have devoted to verbal adventure.” — Vladimir Nabokov: Speak, Memory.