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Scriptores rei rusticae

 

Abbildung zu Scriptores rei rusticae

 

Abbildung zu Scriptores rei rusticae

 

Abbildung zu Scriptores rei rusticae

 

Marcus Porcius Cato, Marcus Terentius Varro, Lucius Iunius Moderatus Columella, Palladius Rutilius Taurus Aemilianus:

LIBRI DE RE RVSTICA | M. CATONIS LIB. I. | M. TERENTII VARRONIS LIB. III. | L. IVNII MODERATI COLV-|MELLÆ LIB. XII. | Eiusdem de arboribus liber separatus ab alijs, quare autem id fa-|ctum fuerit: ostenditur in epistola ad lectorem. | PALLADII LIB. XIIII. | De duobus dierum generibus: simulq; de umbris, & horis, quæ apud | Palladium, in alia epistola ad lectorem. | Georgij Alexandrini enarrationes priscarum dictionum, quæ in his | libris Catonis: Varronis: Columellæ. || Signet 5 || Hos libros Pontificis etiam Leonis decreto, | nequis alius usquam locorum impu|ne imprimat, cautum est.
Fol. aalr: LIBRI DE RE RVSTICA | M. Catonis. Lib. I. | M. Terentij Varronis Lib. III. | L. Iunij Moderati Columellæ Lib. XIII. | Palladij Lib. XIIII. || Signet 5 || Hos libros etiam, Pontificum Alexandri, Iulij, | ac Leonis demum decretis, nequis alius | usquam locorum impune impri-|mat, cautum est.
Kolophon fol. Q8r: VENETIIS IN ÆDIBVS | ALDI, ET ANDREÆ | SOCERI MENSE MA|IO M. D. XIIII. Verso Signet 5

Venedig: Aldus Manutius, 1514.

Quarto. 216 x 133 mm. [33], [1] w., 308 Bll. – Lagenkollation: *8, aa-bb8, cc10; a-h8, i4, k-z8, A-Q8, (cc10 weiß). Mit einigen schematischen Holzschnitten, dem Aldus-Signet Nr. 5 auf Titel, Zwischentitel und Kolophon.
Inhalt: fol. *1r: Titel — fol. *1v: Leo Papa X: Privilegium — fol. *2r: Ioannes Iucundus: Praefatio in libros de re rustica — fol. *3r: Aldus Manutius: Epistula lectori — fol. *6v: Errata — fol. *8v: weiß — fol. aa1r: Titelseite — fol. aa1v: Georgius Alexandrinus: Epistula Petro Priolo — fol. aa2r: Enarrationes priscarum vocum Catonis — fol. aa4r: Enarrationes nonnullarum dictionum Varronis — fol. aa7r: Annotationes Columellae — fol. bb7v: Georgius Alexandrinus: Epistula Bernardo Iustiniano — fol. cc1r: Index — fol. cc10: weiß — fol. a1r: Cato: De re rustica — fol. 23r: Varro: De re rustica — fol. 69r: Columella: De re rustica — fol. 227v: Idem: De arboribus — fol. 237r: weiß — fol. 237v: Palladius: De re rustica — fol. 305v: Idem: De insitione — fol. 308r: Lagenverzeichnis, Kolophon.

Blindgeprägter Basler Schweinslederband der Zeit auf drei Doppelbünden und Holzdeckeln, Schließbänder fehlen. Auf den Deckeln jeweils eine Rolle „Satyr jagt Mänade“ um ein Mittelfeld aus Rautengerank und Blattwerkornament mit Knospe. Die erwähnte Rolle, die mit einer auf den Hospinian-Einbänden der Berner Stadt- und Universitätsbibliothek identisch ist, findet sich abgebildet bei: Johann Lindt: „Eine Basler Gelehrtenbibliothek aus dem 16. Jahrhundert in der Berner Stadt- und Universitlitsbibliothek“, in: Idem: „Berner Einbände, Buchbinder und Buchdrucker. Beiträge zur Buchkunde 15. bis 19. Jahrhundert“. Bern, 1969. pp. 187-205, Abb. 2, Nr. 1.

Das wichtige päpstliche Privileg Bembi bei Fletcher p. 155 sqq. und bei Renouard p. 507 sqq. sowie ins Französische übertragen bei Didot: „Alde Manuce et l`Hellénisme à Venise“. p. 371.
¶ Catonis (234-149 v. u. Z.) „De re rustica' oder “De agricultura”, geschrieben um 154 v. Chr., ist das früheste überlieferte Prosawerk der lateinischen Sprache. „Daß von dem ‚Urrömer’, gerade dieses Buch erhalten ist, liegt am Thema: Landwirtschaft ist während der ganzen römischen Literaturgeschichte eines der am konstantesten bearbeiteten Fachgebiete geblieben - über die Jahrhunderte hin sichtbares Denkmal der Verwurzelung des römischen Volkes in seinem bäuerlichen Ursprung“ (KLL 2362) Das Werk verwirrte durch seine Formlosigkeit, innerhalb eines Konstruktionsprinzips aus lockerer Aneinanderreihung sind Abschweifungen und Einschübe eingebracht; auf das Proömium folgen Anweisungen für die Einrichtung des Gutes, Vorschriften für die im Jahreslauf anfallenden Arbeiten, dann Notizen, Rezepte, Ratschläge und dergleichen. Geschrieben in einer Sprache aus Knappheit, Feierlichkeit, eindrucksvoller Prägnanz.
¶ Varro (116-27 v. u. Z.) gilt als der größte römische Gelehrte; seine Schrift „Res rusticæ”, ist uns vollständig überliefert. lm öffentlichen Leben erreichte er den Posten eines Praetor, im Bürgerkrieg kämpfte er auf des Pompeius Seite.
¶ Die Schrift „De re rustica” von Lucius Iunius Moderatus Columella, der in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts lebte, ist das vierte erhaltene Buch über die Agrikultur. Die Vorgänger waren ihm vertraut, ebenso wie er seine Spuren bei Gargilius Martialis bis hin zu Plinius hinterließ. Das Landleben gilt ihm als Zentrum des gesunden, gesicherten Daseins; seine Schrift ist in der Praxis verwurzelt, was dem Buch seinen besonderen Charakter verleiht: Eine unrhetorische, der Sache mit Zucht und Eifer dienende Sprache, begeistert und begeisternd im Ausdruck. Das erste Buch behandelt Allgemeines, das zweite den Ackerbau, das dritte bis fünfte den Wein- und Obstbau, das sechste bis neunte die Viehzucht und das letzte den Gartenbau. Es wurden dann noch zwei Bücher angefügt, die die Aufgaben des Verwalters beschreiben.
¶ Die Anordnung der Bücher Columellas ist vom Herausgeber, dem Humanisten, Altertumsforscher und Architekten Fra Giovanni Giocondo (1433-1515) von Verona in dieser Ausgabe abgeändert worden: Die Bücher eins und drei wurden hier vertauscht, siehe Didot: „Alde Manuce et l'Hellénisme ä Venise“. p. 372.; das Vorwort an Leo X ist ebenda pp. 372-3 übersetzt.
¶ Palladii Werk folgt dem Gang der Arbeiten innerhalb des Jahresablaufes; sein Stil ist nüchtern. Eigene Beobachtungen unterstützen die Verwendung älterer Autoren. — Zum hier ausführlich behandelten Weinanbau cf. Simon: Bacchica I,53.
¶ Das erste Buch in der Geschichte des Buchdrucks, von dem einige Exemplare auf bläuliches Papier gedruckt wurden.

Einband leicht wurmstichig, Wenig fleckig bzw. berieben. Titelblatt oben im weißen Rand angerändert; wenige Blätter mit leichten Flecken, sonst sauber und wohlerhalten; einige Marginalien v. a. H. Témoins an mehreren Blättern unten. Schönes breitrandiges Exemplar der ersten Aldus-Ausgabe dieser Schriften mit dem Vorwort von Aldus selbst und dem Kommentar von Georgio Merula Alexandrinus. — Provenienz: 1. Eintrag auf vorderem fliegendem Vorsatz oben: „Ex libris Christophori Belorsini(?) Telemontani“, möglicherweise des Erstbesitzers, da Delémont nahe beim Bindeorte Basel liegt. - 2. Eintrag darunter: „Camilli Wind, Causidici / Hanno-Montani / 1840“ - 3. Bibliotheksschildchen auf vorderen Spiegel unten: „...e la Bibliotheque / … Créquy, Marquis d’Hémont.

Contemorary blindstamped pigskin over wooden boards. Binding slighty stained; title repaired; slightly stained, some marginal annotations. From the libraries of Christophor Belorsin, Camill Wind and the Marquis d’Hémont.

Renouard 66,2 - Adams S805 - BM STC 160 - Hunt 15 - Ebert 20734 - Pritzel 1606 - Rothamsted 253 - Brunet V,246 - Simon: Bacchica Il,595 – Bibliographien.
Die Abbildungen stammen aus Katalog Nr. 50, sind bearbeitet und geben nicht den originalen Zustand wieder!