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Benjamin Schultze:
Orientalisch- und Occidentalischer Sprachmeister

 

Benjamin Schultze: Orientalisch und Occidentalischer Sprachmeister

 

Benjamin Schultze: Orientalisch und Occidentalischer Sprachmeister

 

Benjamin Schultze: Orientalisch und Occidentalischer Sprachmeister

 

Benjamin Schultze:

Orientalisch- und Occidentalischer Sprachmeister, Welcher nicht allein hundert Alphabete nebst ihrer Aussprache, So bey denen meisten Europäisch - Asiatisch - Africanisch - und Americanischen Völckern und Nationen gebräuchlich sind, Auch einigen Tabulis Polyglottis verschiedener Sprachen und Zahlen vor Augen leget, Sondern auch das Gebet des HErrn, In 200 Sprachen und Mund-Arten mit dererselben Characteren und Lesung, nach einer Geographischen Ordnung mittheilet. Aus glaubwürdigen Auctoribus zusammen getragen, und mit darzu nöthigen Kupfern versehen.

Leipzig: Christian Friedrich Geßner, 1748.

Octavo. 172 x 102 mm. [20], 219, [5] (Register) Seiten. - 128, [14], [2 weiße] Seiten. Zahlreiche Textholzschnitte; insgesamt 41 Kupfer bzw. Holzschnitt-Tafeln, davon vierzehn gefaltete und fünf mehrfach gefaltete, sowie eine mehrfach gefaltete Tabelle nach Seite 212.

Handgefertigter moderner Ledereinband bezogen mit dunkelbraunem feingenarbtem Maroquin, auf drei echten Bünden mit vergoldetem Rückentitel, Fileten an Kopf und Schwanz und einem ledernen Bindeband, das durch eine Schlaufe auf dem Vorderdeckel geführt ist. Doppelte Vorsätze aus braunem bzw. cremigem Büttenpapier.

„Volume peu commun“ (Brunet). Mit einer Vorrede von Johann Friedrich Fritz, der auch die Zusammenstellung des Werkes besorgte. Schultze (1689-1760) war königlich dänischer Missionar und Linguist, der sich besonders mit den Sprachen des indischen Subkontinentes befaßte und dazu zwei Monographien veröffentlichte. Vorliegendes Werk ist neben sprachwissenschaftlichem auch von typographischem Interesse, da vor allem der zweite Teil zahlreiche ungewöhnliche Druckerschriften enthält. Dort auch das „Vaterunser“ in acht seltenen amerikanischen Sprachen.

Namenseinträge auf dem erhaltenen alten fliegenden Blatt; wenige feingeschriebene Annotationen, meist zu Überschriften. Die letzten beiden Tafeln im Rand fleckig, sonst nur wenig fleckig bzw. leicht gebräunt. Gutes und wohlerhaltenes Exemplar.

Brunet V,228 - Graesse VI,320 - Sabin 25986 & 78007 – Bibliographien.

 

Benjamin Schultze wurde zu Sonnenburg in Brandenburg geboren, studierte in Halle und wurde 1719 als Missionar der dänischen Mission nach Tranquebar entsandt. Sieben Jahre später zog nach Madras, wo er das erste Mitglied der englischen Mission wurde. Zusammen mit Peter Maleiappen (1700-1739) arbeitete er an einer Übersetzung der Bibel ins Tamilische, schloß Ziegenbelgs Übersetzung der Bibel ins Tamilische ab, welche erstmals 1728 gedruckt erschien, und fuhr mit einem Neuen Testament in Telugu fort. Er übersetzte auch einen Teil der Genesis in Hindi oder Hindustani (Dakkhini), der 1745 in Halle mit arabischen Buchstaben gedruckt wurde, gefolgt von Psalmen, Evangelien und Briefen. 1743 kehrte er nach Halle zurück und übernahm die Leitung des Waisenhauses der Stiftung Francke, wo nun einige seiner Tagebücher und Schriften aufbewahrt werden. Ein gutes Faksimile (PDF) des interessanten Werkes.

Selige Ein- bis Zweifalt: „Drey W verderben die Jugend, Wein, Würfel u Weiber; vier W gehören zu einer lustigen Aussicht Wasser, Wald, Wiesen und Weinwachs.“(p. 15)