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François-Louis Schmied: La Création. Probedruck eines FarbholzstichesAbbildungDeskriptionFrançois-Louis SchmiedVerweise

François-Louis Schmied: La Création. Probedruck eines Farbholzstiches

Épreuve

François-Louis Schmied — Jean-Charles Mardrus:

La Création. [Probedruck eines Farbholzstiches / Proof of a wood engraving].

Paris: Schmied für Gonin, 1928.

Ca. 353 × 243 mm. Doppelblatt mit Mittelfalz: [1 weiße], ganzseitiger Farbholzstich, [2 weiße] Seiten.

Loses Blatt.

Das Buch wurde zwischen den Jahren 1926-1928 in einer Auflage von insgesamt 195 Exemplaren gedruckt. Dies ein Probedruck auf festem Arches-Bütten ohne Wasserzeichen.

Probedruck. Im Mittelfalz und den Ecken leicht knittrig, außen kaum merklich stockfleckig, sonst wohlerhalten, der Farbholzstich in leuchtenden, satten Farben. Selten.

Leaf with a full-page wood engraving in beautiful colours. Very good. Scarce.

Erste Ausgabe. Cf. Ritchie 36 – Nasti B11 – Buyssens/Loup 37 – Bibliographien. Zu den von Schmied gestalteten Bucheinbänden siehe Alastair Duncan & Georges de Bartha: Art Nouveau and Art Deco Bookbindings. New York: Harry N. Abrams, 1989.

 

François-Louis Schmied

François-Louis Schmied, geboren am 8. November 1873 in Genf, gestorben im Januar 1941 in Tahanaout, Marokko, war ein französischer Maler, Holzstecher, Drucker, Verleger, Illustrator und Buchbinder schweizerischer Herkunft. Er gilt im Bereich der Bibliophilie als einer der bedeutendsten Künstler des Art Deco.

François-Louis Schmied entwarf und produzierte Luxusdrucke in kleinen limitierten Auflagen von 20 bis 200 Exemplaren, deren Kostbarkeit zwei bis sechs Jahre Arbeit für jeden Titel erforderte. Als Holzstecher bediente er sich der Technik des Monochroms, um mehrfarbige Abbildungen zu erhalten.

Dem jungen Schmied gelang es, dem Schicksal zu entgehen, das sein Vater für ihn als sein Nachfolger vorgesehen hatte. Er lernte während seines Studiums an der École des Arts Industriels de Genève, in die er im Alter von 17 Jahren eintrat, Holzstich und Malerei. Seine Liebe zum Buch war von Alfred Martin, einem begeisternden Lehrer, und von Auguste Lepère, einem der ersten ‚Buchkünstler‘, geweckt worden. Um seine Leidenschaft zu beflügeln, ließ sich Schmied in der Genfer Bibliothek von alten Manuskripten, Inkunabeln sowie Lyoner Ausgaben des 16. Jahrhunderts inspirieren.

1895 verließ er die Schweiz, um sich in Paris niederzulassen, wo er seine Ausbildung in Buchkunst mit Abendkursen an der École Estienne abschloß. Er wurde eingebürgert, 1899 gründeten Schmied und seine Freunde schweizerischer Herkunft die Association des artistes suisses. 1910 wurde die Société du livre contemporain auf ihn aufmerksam und bat ihn, 90 Farbabbildungen des Tiermalers Paul Jouve für Le Livre de la Jungle in Holz zu stechen. Bei dieser Gelegenheit ließ Schmied in der Werkstatt im 14. Arrondissement von Paris zwei Handpressen aufstellen. Wegen des Krieges wurde das Buch erst 1918 fertiggestellt; es gilt als eines der Meisterwerke der Bibliophilie des 20. Jahrhunderts. Während des Ersten Weltkriegs verlor François-Louis Schmied ein Auge. 1924 erschien eine von Schmied illustrierte Gedichtsammlung von Anna de Noailles, Les Climats, bei der Société du livre contemporain. Schmied hatte die Originalaquarelle 1921 in der Galerie Georges Petit ausgestellt und im darauffolgenden Jahr die Holzstiche vorgestellt.

Schmied gehörte zur Gruppe der Künstler Jean Dunand, Jean Goulden, Paul Jouve. Mit ihnen nahm er an mehreren Ausstellungen teil, insbesondere ab 1921 in der Galerie Georges Petit und in der Galerie Charpentier. Ab 1924 leitete sein Sohn Théo Schmied die väterliche Werkstatt. Schließlich begab er sich zwischen 1931 und 1932 ins Exil nach Marokko.