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Julius Caesar Scaliger:
Exotericarum exercitationum liber quintus decimus

 

Abbildung zu Julius Caesar Scaliger: Exotericarum exercitationum liber quintus decimus

 

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Abbildung zu Julius Caesar Scaliger: Exotericarum exercitationum liber quintus decimus

 

Julius Caesar Scaliger:

IVLII CAESARIS | SCALIGERI | EXOTERICARVM EXERCITATIONVM | LIBER | QVINTVS DECIMVS, | DE | SVBTILITATE, | AD | HIERONYMVM CARDANVM. || In extremo duo sunt indices: prior breuiusculus, conti-|nens sententias nobiliores: alter opulentissi-|mus, penè omnia complectens.

Paris: Michel de Vascosan, 1557.

Quarto. 235 x 161 mm. [4], 476, [31], [1]w. Bll. – Lagensignaturen: *4, a-z4, aa-zz4, A-Z4, AA-ZZ4, Aa-Zz4, Aaa-Mmm4. (Foll. Mmm3 verso & Mmm4 weiß). ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten. Mit 19 teils schematischen Holzschnitten im Text.

Dunkelbraunes französisches Kalbleder der Zeit auf fünf Doppelbünden und Pappdeckeln, Reste einer goldgeprägten Titelei auf zweitem Feld, die anderen mit einem kleinen Mittelornament. Die Deckel mit vergoldetem Randrahmen aus zwei Linien, großem ovalem Mittelstück mit Arabesken und Bandwerk auf schraffiertem Goldgrund und ebensolchen großen Eckornamenten. Goldschnitt. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Erste Ausgabe des bedeutenden Werk gegen des Cardanus ‚De subtilitate’: Scaliger (1484-1558) zeigt darin die vermeintlichen Irrtümer seines Vorgängers auf und entwickelt darüberhinaus positiv Theorien über verschiedene naturwissenschaftliche Fragestellungen, wie auch über Projektion und Ballistik. Durch seinen Umfang und die Breite abgehandelter Themen ist das vorliegende Werk eine Enzyklopädie der Naturwissenschaften, die den Stand des damaligen Wissens aufzeigt. „A wholesome effect was perhaps exercised by some of Scaliger’s criticisms of Cardan“ (Thorndike VI,283 f. & VI,293 mit einigen Beispielen; cf. Ian MacLean: „The Interpretation of Natural Signs: Cardano’s ‚De subtilitate’ Versus Scaliger’s ‚Exercitationes’.“ In „Occult and Scientific Mentalities in the Renaissance“. Edited by Brian Vickers. Cambridge, UK, 1984. pp. 231-252). Exercitatio CCCXXVII „Quaedam de subtilioribus artibus, magia, notoria, alchymia, ziferis“ behandelt auch die Kryptologie. Scaliger lebte als Arzt in Venedig und Padua und zog erst 1529 nach Agen in Frankreich. Cf. Contemporaries of Erasmus III,212-214. Schöner Antiqua-Druck mit zahlreichen Passagen in Griechisch.

Rücken unter Verwendung des alten Materials restauriert, zwei Ecken restauriert, Einband teils berieben, Hinterdeckel etwas fleckig. Titel mit gelöschtem Vermerk, innen papierbedingt leicht gebräunt, wenige Blatt etwas gebräunt, schmaler Wasserand im unteren weißen Rand, in roter Tinte regliert. Mit dem meist fehlenden, letzten weißen Blatt.

Adams S579 – Durling 4091 – Bird 2141 – BM STC 396 – Caillet III,9947 – Rosenthal 211 – Galland 161 – Ebert 20449 – Graesse VI,289 – Poggendorf II,765 – Duveen Suppl. 342. Cf. Ferguson: Chemica II,324 (Ausg. 1582).& Krivatsy. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.
Die Textabbildungen sind bearbeitet und geben nicht den originalen Zustand wieder.

 

Michel de Vascosan (um 1500 in Amiens - 1576 zu Paris), ein französischer Buchhändler und Drucker von vermutlich italienischer Herkunft, heiratete Catherine, Tochter des Pariser Druckers Josse Bade (Jodocus Badius), des Schwiegervaters von Fédéric Morel und Robert Estienne. Von 1532 bis 1577 betätigte er sich in Paris als Drucker, übernahm 1535 nach dessen Tod die Werkstatt von Bade, wurde später Drucker an der Universität von Paris und von 1560 bis 1576 königlicher Drucker für griechische Texte. Neben Hunderten von Ausgaben griechischer wie lateinischer Klassiker erscheinen in seinen Katalogen auch die Namen berühmter Zeitgenossen wie Budé, Bourbon, Macrin, Scaliger, Péleder von Mans, Ronsard, Du Bellay, Amyot, Le Roy, Vigenère, die er oftmals als erster herausgab. Um 1540 wandte er sich französischen Texten und deren Illustration zu. So förderte er die kulturelle wie intellektuelle Entwicklung seines Landes, indem er ab 1550 ein umfangreiches Programm von Übersetzungen wichtiger Werke der klassischen Antike ins Französische, aber auch von Texten in einheimischer Sprache publizierte. Als einer der ersten wandte er sich gegen gotische Drucktypen.