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Lodovico Ricchieri: Lectionum antiquarum libri xxx.

 

Lodovico Ricchieri: Lectionum antiquarum libri xxx.

 

Lodovico Ricchieri:

LODOVICI CAELII | RHODIGINI LECTIONVM ANTI-|qvarvm libri xxx. recogniti ab avctore, atqve | ita locupletati, ut tertia plus parte auctiores sint redditi: qui ob omnifariam | abstrusarum & reconditiorû tam rerum quàm uocum explicationê (quas | uix unius hominis ætas libris perpetuò insudans obseruaret) meritò cor|nvcopiae, seu thesaurus vtrivsqve lingvae appella-|buntur, quod in quocunq; studiorum genere, non minor, ipso-|rum, quàm ingentis bibliothecæ, aut complurium | commentariorum possit esse usus. || Index est additus, in quo nihil desideres. || Signet || Cum Imp. Maiestatis gratia & priuilegio. | BASILEAE M D L.
Kolophon fol. gG6r: Basileae, per Hier. Frobenivm | et Nic. Episcopivm, | anno M. D. L. || Series chartarum. Verso: Signet

Basel: Hieronymus Froben & Nikolaus Episcopius, 1550.

Folio. 336 x 225 mm. [126] Bll. (Index); 1182 Ss., [1] Bl. - Lagenkollation: a-m6, n8, A-F6, G4; a-z6, A-Z6, aa-zz6, AA-ZZ6, aA-eE6, fF4, gG6.

Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit auf vier Doppelbünden und Holzdeckeln. Handgestochene Kapitale in Grün/Natur. Die Rollen nicht bei Haebler.

Ludovico Richieri (1450-1525), ein Platoniker aus Rovigo nahe Venedig, studierte zu Ferrara, wurde später Professor der Rhetorik in Vicenza, „that nachgehends auf des Herzogs Unkosten eine Reise nach Franckreich, wo ihn König Carl VIII auf seinen Reisen in die frantzösischen Städte mitnahm. Nach einigen Jahren lehrte er die griechische und lateinische Sprache anfänglich zu Mayland, hernach zu Padua, allwo er 1520 starb. ... sind das vornehmste seiner Schrifften die antiquæ lectiones in 30 Büchern, darinnen er seine Wissenschafft in Theologicis, Juridicis, Medicis, Criticis, Philosophicis, auch gar in der Magia und Cabbala weist.“ (Jöcher III,2053-4)
¶ Das Werk ist dem Bibliophilen Jean Grolier gewidmet, den er in Italien kennenlernte (cf. A2r-A3r); in dieser Einleitung läßt sich der Verfasser sowohl über die Großzügigkeit, das Wissen und die Geduld wie über die Schönheit des Gönners und dessen anmutiges Wesen aus, nebenher eine der ausführlichsten Beschreibungen des Bibliophilen, die auf uns gekommen ist.. Von Grolier wissen wir, daß er mehrere Exemplare der aldinischen Editio princeps des Werkes besaß, mit einiger Wahrscheinlichkeit also reichhaltigen Gebrauch davon machte.
¶ Es stellt eine „Realencyclopädie des gesamten Gedankenkreises des klassischen Altertums dar und muß als eines der hervorragenden Werke der humanistischen Literatur auch heute noch unser stärkstes Interesse erwecken (...) das Werk kann als ein erster großer Plan zur Wiedererweckung der Antike gewertet werden.“ (ADB) Neben dem erwähnten generellen Wissen, das in ihm aufgeführt wird, liegen Schwerpunkte im Bereich des menschlichen Körpers, der Künste wie Musik, Tanz, Poesie und der Wissenschaft vom Universum. So wurde es den Schriftstellern des 16. Jh. zur reichhaltigen Fundgrube, Montaigne erwähnt Ricchieri des längeren in seinem Reisetagebuch, Rabelais führt ihn häufig an. Von den neueren Autoren hat z.B. Edgar Wind in: Pagan Mysteries in the Renaissance. (London: Faber and Faber, 1968. pp. 35 und 241 sq., Ann. auf pp. 191, 203 und 208) den Wert des Autors wiedererkannt.
¶ Dritte Ausgabe in sorgfältigem wie schönem Druck, der den Vergleich mit der Aldine nicht zu scheuen braucht, sowie in einem eleganten Verhältnis von Satzspiegel zu Papier, mit zahlreichen großen und kleineren Holzschnittinitialen. Die Satzspiegelhöhe mit 54 Druckzeilen beträgt 247 cm, die Breite 149 mm.

Schließen fehlen, die Deckel durch Wurmfraß beschädigt, Teile angesetzt und mit Acrylharz gefestigt. Sonst nur wenig fleckig, Spuren von Kalkfarbe auf dem Rücken, etwas berieben. Die Prägung des Leder ist tief und gut erhalten. Spiegel erneuert. Innen anfangs und gegen Ende mit etwas Buchstabenverlust wurmstichig, jedoch keine durchgehenden Wurmlöcher. Sonst von großer Frische, breitrandig und gut erhalten. Provenienz: Besitzeintrag auf Titel: „Canonis Ünderstorffensis“.

Contemporary vellum. Lower cover repaired. Exlibris, few leaves slighty dampstained im lower margins, otherwise a fresh copy. Encyclopedic study by the Italian philologist Ricchieri, 1450-1525, who taught at Padua and Reggio. The books is dedicated to Jean Grolier. His comprehensice work covers all branches of human knowledge although the emphasis is placed upon philology, with extensive chapters on medicine, magic, natural history, music, and gastronomy. The medical chapters include studies of bone structure, ophthalmology, embryology, dentistry, and madness. Book 15 deals with food and wine.

Adams R 452 – BM STC germ 740.
Die Abbildung stammt aus meinem Katalog Nr. 9, wurde bearbeitet und gibt nicht den originalen Zustand wieder!