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Cicero: Rhetoricorum ad C. Herennium

 

Cicero: Rhetoricorum ad C. Herennium, Venedig: Paulus Manutius, 1533

 

Das erste von Paulus Manutius nach den Erbstreitigkeiten gedruckte Buch

Marcus Tullius Cicero:

IN HOC VOLVMINE HAEC | CONTINENTVR || Rhetoricorum ad C. Herennium lib. IIII. | M.T. Ciceronis de inuentione lib. II. | Eiusdem de oratore ad Quintum fratrem lib. III. | Eiusdem de claris oratoribus, qui dicitur Brutus: lib. I. | Eiusdem Orator ad Brutum lib. I. | Eiusdem Topica ad Trebatium lib. I. | Eiusdem oratoriæ partitiones lib. I. | Eiusdem de optimo genere oratorum præfatio quædam. | Index rerû notabiliû, quæ toto opere continentur, p(er) ordinê alphabeti. | Varietas lectionû, quâ ex diversorû exêplariû collatione collegimus. || Signet 5b.
Kolophon fol. H9r:
VENETIIS IN AEDIBVS HAEREDVM | ALDI MANVTII ROMANI, ET | ANDREAE ASVLANI SO-|CERI, MENSE MAR-|TIO M.D.XXXIII. Fol. H10v Signet 5b.

Venedig: Paulus Manutius, 1533.

Quarto. 213 x 131 mm. [16] Bll.; 245 Bll., [1] Bl. - Lagenkollation: *-**8; a-k8, l4, m-z8, A-G8, H10.
Inhalt: fol. *1r: Titel — fol. *1v: weiß — fol. *2r: Aldus Manutius: Praefatio — fol. *7r: Index — fol. **7r: Errata — fol. **7v: weiß — fol. **8r: Paulus Manutius: Epistula studiosis — fol. **8v: weiß — fol. 1r: Rhetoricorum ad C. Herennium libri IIII — fol. 42r: Cicero: De inventione — fol. 85r: Idem: De oratore — fol. 165r: Idem: Brutus — fol. 197r: Idem: Orator — fol. 221r: Idem: Topica — fol. 229v: Idem: De partitione oratoria — fol. 243r: Idem: De optimo genere oratorum — fol. 245r: Lagenverzeichnis; Kolophon — foll. 245v-H10r: Errata — fol. H10v: Signet.

Blindgeprägtes Basler Schweinsleder der Zeit auf vier Doppelbünden und Holzdeckeln mit zwei elegant geschwungenen Schließen. Die verwendeten Rollen sind eine äußere mit dem Basler Wappen, wobei die Spitze abwechselnd nach links und rechts weist, dazwischen achsensymmetrisch Blattwerk; und eine innere, nebeneinander wiederholte mit zwei Köpfen in runden Rahmen zwischen bewegtem Blattwerk. Handgestochene Kapitale in Dunkelbraun/Natur. Die oberen und unteren Bünde sind nicht grad in den Deckeln verankert, sondern etwa im Winkel von 30° nach den Rändern hin versetzt.

Das Lagenverzeichnis auf fol. H9r gibt für die beiden ersten Lagen * und ** quinterniones ebenso wie für H an; dies ist falsch, die Lagen sind nach Kustoden und Text als Oktavlagen komplett. Auf foll. *2r-*6v befindet sich noch wie in den vorangegangenen Ausgaben das Vorwort von Aldus Manutius; auf fol. **8r: Paulus Manutius, Epistula studiosis. — Ein schönes, breitrandiges Exemplar des ersten Druckes, der nach den vierjährigen Erbstreitigkeiten, nun unter der Leitung von Paulus Manutius, erschien; Nachdruck der Ausgaben von 1514 und 1521.
Provenienz: Gedrucktes Wappenexlibris auf dem vorderen Spiegel unten: „EX LIBRIS CAROLI R. PARAVICINI“. Charles Rudolf Paravicini war in den zwanziger Jahren außerordentlicher Gesandter der Schweiz in Großbritannien.

Einband leicht fleckig, an den Bünden, teils auch an den Kanten etwas berieben. Vorderes fliegendes Vorsatz entfernt. Innen C1-2,7-8 papierbedingt leicht gebräunt, sonst durchgehend bis auf minimale Fleckchen wohlerhalten, nur die letzten acht Blatt mit minimalen Wasserrand außen. Fol. m2r mit längerer Marginalie, sonst ab Topica ad Trebatium einige kurze Marginalien; anfangs einige saubere Unterstreichungen in blaßroter Tinte. Auf dem hinteren fliegendem Vorsatz verso eine zeitgenössische Karikatur mit zwei Fechtern, auf dem hinteren Spiegel ein Bär, dem noch sichtbaren Wasserzeichen „Bär“ auf dem vorderen nachgezeichnet. Foll. B5+6 oben vorn auf eine Länge von 28 mm unaufgeschnitten!

Renouard 107,1 - Adams C 1678 (mit gleicher Kollation) - BM STC ital 175.
Die Einbandabbildung stammt aus meinem Katalog Nr. 7, ist bearbeitet und gibt nicht den originalen Zustand wieder!

 

Die Abbildungen der Fechter und der Bärenzeichnung sind leider in den dazwischenliegenden Jahren verloren gegangen.