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Johann Andreas Georg Friedrich Rebmann:
Empfindsame Reise nach Schilda

 

Rebmann: Empfindsame Reise nach Schilda

 

Rebmann: Empfindsame Reise nach Schilda

 

Des Schildbürgers Lieblingslektüre

Johann Andreas Georg Friedrich Rebmann:

Empfindsame Reise nach Schilda.

Leipzig: bey Wilhelm Heinsius dem jüngern, 1793.

Octavo. 169 x 101 mm. Gestochenes Frontispiz, gestochener Titel, 191, [1] Seiten. Mit vier Kupfern auf den Seiten 23-26, alle von Dornheim nach Schubert.

Original-Broschur aus bläulichem Papier.

Erste Ausgabe. „Satire auf politische und gesellschaftliche Verhältnisse. Aktualisierung von Episoden aus dem Lalebuch, damit Anknüpfung an einen ähnlichen Versuch von Johann Gottlob Schulz: ‚Die neuen Schildbürger oder Lalenbuch in den Tagen der Aufklärung (...)‘ Nürnberg 1791“ (Kawa). „Die Verfasserschaft Rebmanns ergibt sich aus der 1795 publizierten Satire ‚Leben und Taten des jüngern Herrn von Münchhausen, wohlweisen Bürgermeisters zu Schilda‘, die im Titel als ‚Zweiter Teil der Empfindsamen Reise nach Schilda‘ ausgewiesen ist und für die Rebmann als Verfasser feststeht“ (Wolfgang Ritschel in „Georg Friedrich Rebmann. Werke und Briefe“, I, p. 636, cf. p. 645).
¶ Johann Andreas Georg Friedrich Rebmann (1768-1824), Sohn eines Finanzbeamten, studierte in Erlangen, dann in Jena Rechts- und Staatswissenschaften; nach seiner Promotion war er ab 1789 als Prokurator in Erlangen tätig. Als Verfechter der Prinzipien der Französischen Revolution wie der Menschenrechte entlassen wandte er sich der Publizistik zu und war nach 1792, wiederholt zur Flucht gezwungen, Redakteur und Herausgeber verschiedener politischer Zeitschriften (u. a. „Das neue graue Ungeheuer“) in Dresden, Erfurt, Altona und Paris. Nach der Annexion des Rheinlandes durch Frankreich wurde Rebmann 1797 Richter am Kriminalgericht zu Mainz, wo er 1803 den Prozeß gegen Johannes Bückler (Schinderhannes) führte; 1810 wurde er Präsident des kaiserlichen Gerichtshofs zu Trier. Nach dem Sturz Napoleons wurde er in den Justizdienst Pfalzbayerns übernommen und war zuletzt Oberpräsident des Appellationsgerichtshofs in Zweibrücken.

Broschur etwas fleckig, Rücken fachmännisch ergänzt, Titel mit schwachem kleinem Wasserrand und Besitzeintrag eines (Grafen) Lynar, innen vereinzelt minimal stockfleckig, sonst wohlerhalten. Seiten 167 bis 170 falsch paginiert. Schönes Exemplar.

First edition. Original wrappers, spine repaired, some foxing.

Goedeke V,547,6,3 - Rümann 905 - Kawa 8 - Borst 699 - Hayn/Gotendorf VI,404 – Bibliographien.

 

„Ich Endesunterschriebener erkläre hiermit, daß das Werk ‚Empfindsame Reisen nach Schilda‘ weder atheistische noch deistische, noch demokratische, noch majestätswidrige Grundsätze enthalte und also gegenwärtige Ausgabe, welche ich selbst durchgesehen und 1213 Seiten weggestrichen habe, weil ich sie nicht ganz verstand und also vielleicht hie und da etwas Anstößiges darinnen zu finden sein möchte, in den sämtlichen Staaten des Bassa von Scutari frei verkauft werden dürfe.
Hassan Ismail, Groß-Zensor des Bassa von Scutari“