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Pierre Pithou: Pervigilium Veneris

 

Pierre Pithou: Pervigilium Veneris

 

„Cras amet qui numquam amavit quique amavit cras amet.“

Pierre Pithou:

Pervigilium Veneris, ex editione Petri Pithoei, Cum ejus & Justi Lipsii Notis; Itémque ex alio Codice Antiquo, Cum Notis Cl. Salmasii et Pet. Scriverii. Accessit ad hæc Andr. Rivini commentarius. Ausonii Cupido cruci adfixus, Cum Notis Mariang. Accursii, El. Vineti, Pet. Scriverii et Anonymi. Accessere ad Calcem Jos. Scaligeri et Casp. Barthii animadversiones.

Den Haag: Henricus Scheurleer, 1712.

Octavo. 196 x 118 mm. XVI, 208, [15], [1 weiße] Seiten, incl. Indices. Titel, Incipit und Ende der Dedikation in rot und schwarz gedruckt; Holzschnittdruckermarke auf Titel, Holzschnittinitialen und -zierstücke.

Handgefertigter hellbrauner Kalbledereinband der Zeit mit glattem Rücken, Titelrückenschild und Filetenvergoldung. Stehkantenvergoldung, rot/weiße handgestochene Kapitale.

Dies Gedicht zum Lobe des Frühlingserwachens durchzieht als Motto Walter Paters „Marius“: „Cras amet, qui numquam amavit; quique amavit, cras amet“. Es handelt sich um ein kurzes Gedicht in lateinischer Sprache, bisweilen Catull zugeschrieben, das, wohl im Frühling vor einem dreinächtlichen Fest der Venus geschrieben, in schöner, poetischer Sprache das jährliche Wiedererwecken von Fauna und Flora durch die Göttin beschreibt.
¶ Die vorliegende, von Pierre Pithou (1539-96, cf. Sandys II,192) herausgegebene Ausgabe enthält die Noten von Lipsius, Claude Saumaise und Pierre Schrijver zusammen mit dem Kommentar von Andreas Rivinus.
¶ Provenienz: Gestochenes Wappenexlibris von Sir John E. Swinburne, Bart., (1762-1860) dem Großvater des Dichters, ein Freund Mirabeaus und Wilkes’, Inhaber einer feinen Bibliothek mit reichem Bestand an französischer Literatur des 18. Jahrhunderts.

Einband etwas fleckig, Ecken leicht bestoßen, Vordergelenk angeplatzt; innen recht gut.

Contemporary calf, spine gilt. From the library of Sir John E. Swinburne, Bart. (1762-1860).

Ebert 16317 - Graesse V,216 - Schreiber 719 - Gay/L. III,692-3 - Schweiger II,ii,719 - Hayn/Gotendorf VI,148.

 

Vielleicht bereitet dies Gedicht Lust auf Paters Roman; es bedurfte bei mir dreier Anläufe, ehe ich bis zu „Marius“ letzten Seiten gelangte. Doch auch weniger antike Autoren beziehen sich auf diese lateinischen Verse, T. S. Eliot in The Waste Land, Zeile 428: „Quando fiam ceu chelidon—O swallow swallow“, und John Fowles am Schluß seines Magus.

Sir John Edward Swinburne, 6th Baronet, F.R.S., F.S.A., geboren 6. März 1762 in Capheaton, gestorben 26. September 1860. Die Swinburne-Familie von Capheaton Hall war traditionell römisch-katholisch und jakobitisch, doch im Alter von 25 Jahren erbte Swinburne das Baronet und ging als protestantischer Whig in die Politik. „It was absurd, to sacrifice my consideration in my own country, my prospects in life, to condemn myself to eternal insignificance and oblivion, for tenets I did not believe and ceremonies I never practiced“, schrieb er. 1788 wurde er Mitglied des Parlaments von Launceston. Er war Mitglied der Royal Society und der Society of Antiquaries von London, unterstützte Joseph Mallord William Turner, John Sell Cotman und William Mulready, mit dem er auch Begeisterung für das Boxen teilte.
Sir John Edward Swinburne Exlibris