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Orationes horum rhetorum

 

Orationes horum rhetorum

 

Editiones principes der Reden von Aischines, Lysias, Andocides, Antiphon, Antisthenes, Demades, Isaeus, Lycurgus, Dinarchus, Lesbonax, Gorgias, Alcidamas und Aelius Aristides

Zweispaltig, linke Spalte: ΛΌΓΟΙ ΤΟΥΤΩΝῚ ΤΏΝ ῬΗΤΌΡΩΝ | Αἰσχίνου. | Λυσίου. | Ἀλκιδάμαντος. | Ἀντισθένους. | Δημάδου. | Ἀνδοκίδου. | Ἰσαῖου. | Δείναρχυ. | Ἀντιφῶντος. | Λυκοῦργου. | Γοργίου. | Λεσβώνακτος. | Ἡρώδου. | Ἔτι Αἰσχίνου βῐ́ος. | Λυσίου βῐ́ος. || Rechte Spalte: ORATIONES HORVM | RHETORVM. | Aeschinis. | Lysiæ. | Alcidamantis. | Antisthenis. | Demadis. | Andocidis. | Isæi. | Dinarchi. | Antiphontis. | Lycurgi. | Gorgiæ. | Lesbonactis. | Herodis. | Item Aeschinis uita. | Lysiæ uita. || Signet f4. Fol. @2v: Inhalt.
Kolophon p. 197:
Venetiis Apud Aldum, & Andream Socerum | mense Aprili. M. D. XIII.

Venedig: Aldus Manutius, 1513.

Folio. 301 x 194 mm. [3] Bll.; Ss. 3-197; [1] w.Bl. – Lagenkollation: @2; a-m8, n4.
Inhalt: fol. @1r: Titel — fol. @1v: Aldus Manutius: Epistula Francisco Faseolo — fol. @2v: Inhaltsverzeichnis — p. 3: Aeschines: Opera — p. 86: Lysias: Opera — foll. n3v-n4v: weiß.

 

[ANGEBUNDEN:] Zweispaltig, linke Spalte: ΛΌΓΟΙ ΤΟΥΤΩΝῚ ΤΏΝ ῬΗΤΌΡΩΝ | Ἀνδοκίδου | Ἰσαῖου. | Δείναρχυ. | Ἀντιφῶντος. | Λυκοῦργου. | Γοργίου. | Λεσβώνακτος. | Ἡρώδου. || Rechte Spalte: ORATIONES INFRASCRIPTORVM | RHETORVM. | Andocidis. | Isæi. | Dinarchi. | Antiphontis. | Lycurgi. | Gorgiæ. | Lesbonactis. | Herodis. || Signet f4.
Kolophon fol. kkk10r:
VENETIIS APVD ALDVM, ET ANDREAM | SOCERVM MENSE APRILI M. D. XIII. Folgt Lagenregister.

Venedig: Aldus Manutius, 1513.

Folio. 301 x 194 mm. [1] Bl.; Ss. 3-163 (falsch: 162). – Lagenkollation: aaa-iii8, kkk10 (Ohne ggg1+8; ggg2+7 doppelt vorhanden).
Inhalt: fol. aaa1r: Titel — fol. aaa1v: weiß — p. 3: Andocides: Opera — p. 32: Isaeus: Opera — p. 81: Dinarchus: Opera — p. 99: Antiphon: Opera — p. 132: Lycurgus: Opera — p. 151: Gorgias: Opera — p. 155: Lesbonax: Opera — p. 160: Herodes: Opera — p. 163: Kolophon, Lagenverzeichnis — fol. kkk10v: weiß.

Moderner Halbmaroqineinband auf vier echten Doppelbünden, der Rücken aus dunkelrotem, kaum geglättetem Maroquin, die Deckel mit braunrotem, faserigem Japanpapier bezogen, handgestochene Kapitale in gelb/blauer Seide, Vorsätze aus handgeschöpftem Bütten, alter Braunschnitt.

Teil eins enthält die Biographien sowie die Editiones principes der Reden von Aischines und Lysias; Teil zwei die auf dem Titel erwähnten, ebenfalls Editiones principes, cf. Herbert Hunger u. a.: Die Textüberlieferung der antiken Literatur und der Bibel. München: dtv, 1988. p. 262 sqq. & 583 sqq. Das Vorwort Aldi an F. Fascolo ist bei Firmin Didot pp. 334-336 übersetzt.
¶ Seltene und wertvolle Ausgabe, die hier mit dem meist fehlenden Blatt Anweisungen für den Buchbinder, «... qui est supprimé dans presque tous les exemplaires, parce qu’en effet, le livre une fois relié, il étoit inutile. ...» Renouard.
¶ Cf. Quaritch, 1929: Cat 386. p. 152: “Very rare. Renouard Imprimerie des Alde, p. 60, gives a long description of this work, expecially noting the arrangement of the first sheet of the first part, of which the first leaf was blank except for a note telling the binder to remove it. It is consequently hardly ever found in copies now.”, und dem weißem Blatt n4 in einem breitrandigen, und dadurch angenehm harmonisch gestalteten Exemplar vorliegt. « Ce précieux recueil est une des productions les plus importantes de l’imprimerie d’Alde; et pour donner de bonnes éditions de ces divers auteurs, il a fallu que Reiske et autres éditeurs modernes, rappelassent une foule d’excellentes leçons que donnoit l’édition Aldine, et qu’on avoit successivement abandonnées dans les réimpressions subséquentes. » (Renouard)

Ohne den dritten Teil: Isokratis orationes. Erstes Titelblatt im Randbereich etwas fleckig, der Aischines-Teil in I mit einigen textlichen Emendationen v. a. H.; fff4+5 und hhh1+8 in II auf anderem Papier und etwas gebräunt; vorletztes Blatt im oberen weißen Rand ergänzt, letztes Blatt recto hinterlegt; ggg1+8 fehlen, dafür sind ggg2+7 doppelt eingebunden. Sonst nur teils vom Rand her wenig fleckig, meist in sehr gutem Zustand und auf starkem Papier: wohlerhalten mit den ursprünglichen Prägungen durch den Druck sowie breitrandig; das Exemplar der Ahmanson-Murphy Aldine Collection at UCLA n° 95/1-3 mißt nur 295 mm in der Höhe, 95/3a sogar nur 281 mm. Foliosignet f4 liegt bei Fletcher in einem sehr schlechten Druck vor; hier beide Male kräftig, nur die gewohnten Ausbrüche in den oberen Randlinien.

Renouard 60,2 - Adams O 244 (mit mehreren Exemplaren, davon zwei ebenfalls ohne Teil III) - Isaac 12826 - Brunet IV,201 - Ebert 15173 - Hoffmann III,167-8 - Fock, 1933: Pahlen-Sammlung. pp. 22-23 mit einem unvollständigen Exemplar - Quaritch, 1929: Cat. 386, n° 621.
Die Abbildung stammt aus meinem Katalog Nr. 8 und gibt nicht den originalen Zustand wieder!

 

ὅτι μὲν οὖν οὐκ ἔστιν οὐθενός τινος γένους ἀφωρισμένου ἡ ῥητορική, ἀλλὰ καθάπερ ἡ διαλεκτική, καὶ ὅτι χρήσιμος, φανερόν, καὶ ὅτι οὐ τὸ πεῖσαι ἔργον αὐτῆς, ἀλλὰ τὸ ἰδεῖν τὰ ὑπάρχοντα πιθανὰ περὶ ἕκαστον, καθάπερ καὶ ἐν ταῖς ἄλλαις τέχναις πάσαις. — Ἀριστοτέλης: Τέχνη ῥητορική I,14.

“It is thus evident that Rhetoric does not deal with any one definite class of subjects, but, like Dialectic, [is of general application]; also, that it is useful; and further, that its function is not so much to persuade, as to find out in each case the existing means of persuasion.” — Ed. by W. D. Ross, 1959.

„... mihi dicendi aut nullam artem aut pertenuem videri, sed omnem esse contentionem inter homines doctos in verbi controversia positam. Nam si ars ita definitur, ut paulo ante euit Antonius, ex rebus penitus perspectis planeque cognitis atque ab opinionis arbitrio seiunctis scientiaque comprehensis, non mihi videtur ars oratoris esse ulla; sunt enim varia et ad vulgarem popularemque sensum accommodata omnia genera huius forensis nostrae dictionis. Sin autem ea, quae observata sunt in usu ac tractatione dicendi, haec ab hominibus callidis ac peritis animadversa ac notata, verbis definita, generibus inlustrata, partibus distributa sunt - id quod video potuisse fieri -, non intellego, quam ob rem non, si minus illa subtili definitione, at hac vulgari opinione ars esse videatur.“ — M. Tulli Ciceronis de oratore ad quintum fratrem liber primus, 107-109.

„Ich glaube, es gibt entweder gar keine oder nur eine sehr unvollkommene Wissenschaft der Beredsamkeit und der ganze Streit hierüber unter den Gelehrten beruht auf einem Wortgezänk. Denn wenn der Begriff der Wissenschaft so bestimmt wird, wie ihn kurz zuvor Antonius auseinandergesetzt hat, dass sie aus gründlich erforschten und deutlich erkannten Sätzen bestehe, welche von der Willkür der Meinungen entfernt und mit gründlichem Wissen erfasst sind, so bin ich der Ansicht: Es gibt für den Redner schlechterdings keine Wissenschaft. Denn alle Arten unserer gerichtlichen Vorträge sind schwankend und der gewöhnlichen Fassungskraft der Menge anbequemt. Wenn aber die Beobachtungen, die man in der Erfahrung und Ausübung der Rede macht, von einsichtsvollen und erfahrenen Männern bemerkt und aufgezeichnet, durch Worte bestimmt, nach den Gattungen erläutert und in gewisse Abteilungen gebracht worden sind – und dies, begreife ich, konnte geschehen –, so sehe ich nicht ein, warum man dieses nicht, wenn auch nicht nach jener strengen Begriffsbestimmung, so doch nach unserer gewöhnlichen Ansicht für Wissenschaft halten dürfe.“ — Übersetzung nach R. Kühner.

„die Kraft, welche Aristo. Rhetorik nennt, an jedem Dinge das heraus zu finden u. geltend zu machen was wirkt u. Eindruck macht, ist zugl. das Wesen der Sprache: diese bezieht sich, ebensowenig wie die Rhetorik, auf das Wahre, auf das Wesen der Dinge, sie will nicht belehren, sondern eine subjektive Erregung u. Annahme auf andere übertragen. Der sprachbildende Mensch faßt nicht Dinge oder Vorgänge auf, sondern Reize: er giebt nicht Empfindungen wieder, sondern sogar nur Abbildungen von Empfindungen. Die Empfindung durch einen Nervenreiz hervorgerufen, nimmt das Ding nicht selbst auf: diese Empfindung wird nach außen hin durch ein Bild dargestellt: es fragt sich aber überhaupt, wie ein Seelenakt durch ein Tonbild darstellbar ist? Müßte nicht, wenn vollkommen genaue Wiedergabe stattfinden sollte, vor allem das Material, in welchem wiedergegeben werden soll, dasselbe sein, wie dasjenige ist, in dem die Seele arbeitet? Da es nun aber ein Fremdes ist - der Laut - wie kann da genaueres herauskommen als ein Bild?“ — Friedrich Nietzsche: Vorlesungsaufzeichnungen, bearbeitet und herausgegeben von F. Bornmann und M. Carpitella. KGW, Abteilung II, Band 4, Berlin/New York, 1995, p. 425 sq.

„Dagegen richtig Jean Paul Vorschule der Aesthetik: «Wie im Schreiben Bilderschrift früher war, als Buchstabenschrift, so war im Sprechen die Metapher, insofern sie Verhältnisse u. nicht Gegenstände bezeichnet, das frühere Wort, welches sich erst allmählich zum eigentl. Ausdrucke entfärben mußte. Das Beseelen und Beleiben fiel noch in eins zusammen, weil noch Ich u. Welt verschmolz. Daher ist jede Sprache in Rücksicht geistiger Beziehungen ein Wörterbuch erblaßter Metaphern.»“ — Ibidem, p. 442 sq.