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Ὅμηρος: Ὀδύσσεια

Ὅμηρος:

ΟΔΥΣΣΕΙΑ. | Βατραχομυομαχία. | ὕμνοι.λβ. || VLYSSEA. | Batrachomyomachia. | Hymni.xxxii. || Signet 3.
Kolophon fol. I4r: VENETIIS IN AEDIBVS AL|DI,ET ANDREAE ASV|LANI SOCERI. | M. D. XVII. | MENSE IV|NIO. Verso Signet 5a.

Venedig: Aldus / Andreas Torresanus, 1517.

Octavo. 162 × 97 mm. [1] Bl., Bll. 2-251 (Bll. 41-56 falsch paginiert), [1] Bl. (Register und verso Anker); [56] Bll. (Herodots Leben Homers) – Lagenkollation: a-z8, A-H8, I4, 1-78.
Inhalt: fol. a1r=[1]r: Titel — fol. a1v=[1]v: Aldus Manutius: Epistula Hieronymo Aleandro — fol. 2v: Homerus: Ulyssea — fol. 214r: Pseudo-Homerus: Batrachomyomachia — fol. 219r: Homeri Hymni — fol. I4r: Lagenverzeichnis beider Bände, Kolophon — fol. I4v: Signet — fol. 11r: weiß — fol. 11v: Herodotus: Homeri vita.

Braunes Maroquin des beginnenden 20. Jh. im Stil der schlichten, frühen französischen Grolier-Einbände auf fünf echten Bünden mit einem roten Rückenschildchen im zweiten Feld: „ODYSSEUS | ALDUS 1517“; mit Goldprägung auf den Bünden und in den restlichen Feldern je ein kleines Fleuron. Die Bünde sind durch Blindprägung abgesetzt. Auf den Deckeln Blind- und Goldprägung, vorn zusätzlich in der Mitte: „HOMERI OPERA | ODYSSEUS“. Auf Steh- und Innenkanten je eine blindgeprägte Linie.

Diese Ausgabe ist seltener als die von 1504 und sogar korrekter als die folgende von 1524.
Provenienz: 1. Handschriftlicher Eintrag auf Titel: „Ex libris Joh. Rudolph / Wirzij 1648.“ (folgen zwei Zeilen) - 2. Eintrag auf Titel oben und auf altem fliegenden Blatt recto oben: „Jo: Henrici Wirtsii Stud: Coll: Hum: / M D CC LXXI“ - „J. Henr. Wirzii St. Philol. / Gymn: Turic. Helo: / M D CC LXXI.” - 3. Exlibris auf dem vorderen Spiegel: „Ex libris William Davignon“. Cf. Sotheby's: The Collection of the Garden Ltd.: Magnificent Books and Manuscripts. New York, 9 & 10.11.1989.

Der Einband frisch und wohlerhalten. Innen durchgehend, vor allem im weißen Rand unterschiedlich fleckig. Anfangs zahlreiche sauber geschriebene Marginalien in griechischer Schrift mit wenig Ligaturen und einige in lateinischer von derselben Hand mit den üblichen Abbreviaturen; in den Hymnen und im Leben Homers kaum Annotationen. In den letzten vier Lagen ein brauner Tintenfleck auf dem Vorderschnitt, teils in den weißen Rand übergreifend. Breitrandig, die Marginalien sind nirgends beschnitten; offensichtlich das Exemplar eines Gelehrten des 16. oder 17. Jh.

Renouard 80,3 - Ebert 9935 - Adams H 742 - BM STC ital 330 – Bibliographien.
Die Abbildungen stammen aus meinem Katalog Nr. 7 und geben nicht den originalen Zustand wieder!

 

„Lassen Sie uns ein weiteres Epos nehmen, die Odyssee. Man kann die Odyssee auf zweierlei Weise lesen. Ich vermute, der Mann (oder die Frau, wie Samuel Butler meinte), der sie geschrieben hat, wußte, daß es eigentlich zwei Geschichten waren: die Heimkehr des Odysseus und die Wunder und Gefahren des Meeres. Wenn wir die Odyssee auf die erstgenannte Weise lesen, haben wir hier die Idee der Heimkehr, die Idee, daß wir verbannt sind, daß unsere wahre Heimat in der Vergangenheit liegt oder im Himmel oder sonstwo, daß wir nie zu Hause sind. Aber natürlich mußten Seefahrt und Heimkehr interessant gemacht werden. Also wurden die vielen Wunder eingearbeitet.“ — Jorge Luis Borges: Das Erzählen, in: Das Handwerk des Dichters. München: Hanser, 2002. pp. 37-38.

 

Homeri Batrachomachia

Perlege Maeonio cantatas carmine ranas
  Et frontem nugis solvere disce meis.
  — M. Valeri Martialis Epigrammaton, XIV,183.

Lies des Mäoniers Sang, drin der Froschkrieg beschrieben,
  dann entrunzle die Stirn auch für Späße von mir!
 

 

Εἲς Πᾶνα · An Pan

 

μφί μοι Ἑρμείαο φίλον γόνον ἔννεπε, Μοῦσα,
αἰγιπόδην, διϰέρωτα, φιλόϰροτον, ὅστ᾽ ἀνὰ πίση
δενδρήεντ᾽ ἄμυδις φοιτᾷ χορογηϑέσι νύμφαις,
αἵ τε ϰατ᾽ αἰγίλιπος πέτρης στείβουσι ϰάρηνα
Πᾶν᾽ ἀναϰεϰλόμεναι, νόμιον ϑεόν, ἀγλαέϑειρον,
αὐχμήενϑ᾽, ὃς πάντα λόφον νιφόεντα λέλογχε
ϰαὶ ϰορυφὰς ὀρέων ϰαὶ πετρήεντα ϰάρηνα.
φοιτᾷ δ᾽ ἔνϑα ϰαὶ ἔνϑα διὰ ῥωπήια πυϰνά,
ἄλλοτε μὲν ῥείϑροισιν ἐφελϰόμενος μαλαϰοῖσιν,
ἄλλοτε δ᾽ αὖ πέτρῃσιν ἐν ἠλιβάτοισι διοιχνεῖ,
ἀϰροτάτην ϰορυφὴν μηλοσϰόπον εἰσαναβαίνων.
πολλάϰι δ᾽ ἀργινόεντα διέδραμεν οὔρεα μαϰρά,
πολλάϰι δ᾽ ἐν ϰνημοῖσι διήλασε ϑῆρας ἐναίρων,
ὀξέα δερϰόμενος: τότε δ᾽ ἕσπερος ἔϰλαγεν οἶον
ἄγρης ἐξανιών, δονάϰων ὕπο μοῦσαν ἀϑύρων
νήδυμον: οὐϰ ἂν τόν γε παραδράμοι ἐν μελέεσσιν
ὄρνις, ἥτ᾽ ἔαρος πολυανϑέος ἐν πετάλοισι
ϑρῆνον ἐπιπροχέουσ᾽ ἀχέει μελίγηρυν ἀοιδήν.
σὺν δέ σφιν τότε Νύμφαι ὀρεστιάδεςλιγύμολποι
φοιτῶσαι πύϰα ποσσὶν ἐπὶ ϰρήνῃ μελανύδρῳ
μέλπονται: ϰορυφὴν δὲ περιστένει οὔρεος Ἠχώ:
δαίμων δ᾽ ἔνϑα ϰαὶ ἔνϑα χορῶν, τοτὲ δ᾽ ἐς μέσον ἕρπων,
πυϰνὰ ποσὶν διέπει, λαῖφος δ᾽ ἐπὶ νῶτα δαφοινὸν
λυγϰὸς ἔχει, λιγυρῇσιν ἀγαλλόμενος φρένα μολπαῖς
ἐν μαλαϰῷ λειμῶνι, τόϑι ϰρόϰος ἠδ᾽ ὑάϰινϑος
εὐώδης ϑαλέϑων ϰαταμίσγεται ἄϰριτα ποίῃ.
ὑμνεῦσιν δὲ ϑεοὺς μάϰαρας ϰαὶ μαϰρὸν Ὄλυμπον:
οἷόν ϑ᾽ Ἑρμείην ἐριούνιον ἔξοχον ἄλλων
ἔννεπον, ὡς ὅ γ᾽ ἅπασι ϑεοῖς ϑοὸς ἄγγελός ἐστι,
ϰαί ῥ᾽ ὅ γ᾽ ἐς Ἀρϰαδίην πολυπίδαϰα, μητέρα μήλων,
ἐξίϰετ᾽, ἔνϑα τέ οἱ τέμενος Κυλληνίου ἐστίν.
ἔνϑ᾽ ὅ γε ϰαὶ ϑεὸς ὢν ψαφαρότριχα μῆλ᾽ ἐνόμευεν
ἀνδρὶ πάρα ϑνητῷ ϑάλε γὰρ πόϑος ὑγρὸς ἐπελϑὼν
νύμφῃ ἐυπλοϰάμῳ Δρύοπος φιλότητι μιγῆναι:
ἐϰ δ᾽ ἐτέλεσσε γάμον ϑαλερόν. τέϰε δ᾽ ἐν μεγάροισιν
Ἑρμείῃ φίλον υἱόν, ἄφαρ τερατωπὸν ἰδέσϑαι,
αἰγιπόδην, διϰέρωτα, φιλόϰροτον, ἡδυγέλωτα:
φεῦγε δ᾽ ἀναΐξασα, λίπεν δ᾽ ἄρα παῖδα τιϑήνη
δεῖσε γάρ, ὡς ἴδεν ὄψιν ἀμείλιχον, ἠυγένειον.
τὸν δ᾽ αἶψ᾽ Ἑρμείας ἐριούνιος εἰς χέρα ϑῆϰε
δεξάμενος, χαῖρεν δὲ νόῳ περιώσια δαίμων.
ῥίμφα δ᾽ ἐς ἀϑανάτων ἕδρας ϰίε παῖδα ϰαλύψας
δέρμασιν ἐν πυϰινοῖσιν ὀρεσϰῴοιο λαγωοῦ
πὰρ δὲ Ζηνὶ ϰάϑιζε ϰαὶ ἄλλοις ἀϑανάτοισι,
δεῖξε δὲ ϰοῦρον ἑόν: πάντες δ᾽ ἄρα ϑυμὸν ἔτερφϑεν
ἀϑάνατοι, περίαλλα δ᾽ ὁ Βάϰχειος Διόνυσος:
Πᾶνα δέ μιν ϰαλέεσϰον, ὅτι φρένα πᾶσιν ἔτερψε.
ϰαὶ σὺ μὲν οὕτω χαῖρε, ἄναξ, ἵλαμαι δέ σ᾽ ἀοιδῇ
αὐτὰρ ἐγὼ ϰαὶ σεῖο ϰαὶ ἄλλης μνήσομ᾽ ἀοιδῆς.

Rede vom theueren Sohne des Hermes jetzt mir o Muse,
Welcher gehörnt, geißfüßig, Musikfreund ist, und zusammen
Schweift auf waldigen Au’n mit den reigengewöhneten Nymphen,
Und die umherziehn auf dem Geklipp hochragender Felsen,
Pan den Beschirmer der Triften, den lockenumwalleten, rufend.
Ihn den mit Zotteln behängten, der all die beschneieten Gipfel,
So wie die Kuppen der Berge bekam, und die felsigen Spitzen.
Hier und dort nun schweift er umher durch dichtes Gestrüppe,
Jetzo hinab von des Stroms sanftgleitenden Wellen getragen,
Jetzt doch wandelt er wieder umher auf steilem Geklippe,
Steigend hinauf zu der Warte des Viehs, zu der äußersten Kuppe,
Oft auch rennt er umher in den schimmernden weiten Gebirghöhn,
Oft in dem Walde des Bergs auch jaget er, schießend das Wildpret,
Mit scharfspähendem Blick; dann wiederum lockt er am Abend,
Kehrend zurück von der Jagd, einsam das Getöne der Flöte
Wonniglich; traun kein Vogel besiegete diesen in Liedern
Je wohl, der in den Zweigen des blüthegeseegneten Lenzes
Klagegesang ausströmend die lieblichen Weisen erhebet.
Mit ihm üben sodann hellstimmige Nymphen der Berge,
Regend im Tanze die Füße behend an der dunkelen Quelle,
Sich in dem Spiel; und es schallt in den Höhn des Gebirges der Nachhall;
Aber der Gott, bald hie bald da in die Mitte des Chors gehnd,
Reget die Fuße behend; und ein Luchsfell wallet ihm röthlich
Hinten herab, und es freut sein Herz an dem lauten Gesang sich,
Auf grasschwellender Au, wo Soffran nebst Hyakinthos,
Blühend mit süßem Geruch, in dem Gras steht untereinander.
Und sie erheben die Götter im Lied und den weiten Olympos,
Wie sie den Hermes auch, den geseegnenden, preisen vor allen
Weit, wie den sämmtlichen Göttern er dient als hurtiger Bote;
Und in das quellige Land Arkadia kam er, der Schaafe
Nährerin, wo ihm ein Hain, dem Kyllenischen Gotte, geweiht ist.
Wo er, wiewohl unsterblich, die wolligen Schaafe geweidet
Einem der sterblichen Männer; dieweil er in schmachtender Sehnsucht
Glühte, dem lockigen Mädchen des Dryops sich zu vermählen.
Und er begieng freudvolle Vermählung, und sie gebahr ihm
In der Behausung den Sohn, der gleich aus sah wie ein Wunder,
Doppeltgehörnt, geißfüßig, Musikfreund, lächelnd beständig.
Doch aufspringend entfloh und verließ ihr Knäbchen die Mutter.
Denn sie erschrack, wie das strenge Gesicht mit dem Bart sie erblickte.
Doch der geseegnende Hermes ergriff und nahm in den Arm ihn
Ohne Verzug; und es freute der Gott sich gewaltig im Herzen.
Schnell dann gieng er zum Sitz der Unsterblichen, hüllend den Knaben
In dichtwollige Felle des bergeinheimischen Hasen;
Und zu dem Zeus und den andern Unsterblichen setzt er sich nieder,
Zeigend das Kind, und es wurden die Himmlischen all’ in dem Herzen
Fröhlichgemuth, und vorzüglich der Baccchische Gott Dionysos;
Und sie benannten ihn Pan, da er all’ in dem Herzen erfreuet.
So sey du mir, 0 Herrscher, gegrüßt, dich ruf ich im Lied an;
Dein doch will ich hinwieder und anderen Liedes gedenken.
Die Homerischen Hymnen übersetzt und mit Anmerkungen begleitet von Konrad Schwenck. Frankfurt: Brönner, 1825. pp. 188-192.