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Marcus Manilius:
Astronomicon libri quinque

 

Abbildung zu Marcus Manilius: Astronomicon libri quinque

 

Lehrgedicht der Astrologie

Marcus Manilius:

M. Manili | ASTRONOMICΩN | LIBRI QVINQVE. | IOSEPHVS SCALIGER | IVL. CÆS. F. RECENSVIT, | ac pristino ordini suo restituit. | Eiusdem Ios. Scaligeri Commentarius in | eosdem libros, & Castigationum explicationes. | Lectiones variæ e ms. biblio-|thecæ Palatinæ, et aliis | cum Notis | F. Ivni Bitvrigis. || Signet || In officina Sanctandreana | M D LXXXX.
[Zwischentitel:] IN MANILII ASTRO-|NOMICA VARIÆ | lectiones, || Cvm ex antiquis libris, tum ex ms longe | optimo de bibliotheca Friderici IV | Comitis Palatini ad Rhen. &c. | comportatæ: | * | Cum Notis | Fr. Ivni Bitvrigis.
[ANGEBUNDEN:] IOSEPHI SCALIGERI | IVL. CÆSARIS F. | in | MANILII QVINQVE | LIBROS ASTRONO-|micon | COMMENTARIVS & | castigationes. || Ornament und Signet || In officina Sanctandreana, | M. D. XC.

Heidelberg: Sanctandreana, 1590.

Octavo. 172 x 104 mm. I: [8] Bll.; 136 Ss.; [3] Bll. (Index), [1] w.Bl. – Lagenkollation: a8, A-I8 (fol. I8 weiß).
Ia: [1] Bl.; Ss. 3-131; [2] Bll. (Index) – Lagenkollation: a8, B-H8, I4.
II: [1] Bl.; Ss. 3-415; [7] Bll. (Index); [1] w.Bl. – Lagenkollation: Aa-Zz8, Aaa-Ccc8; Ddd8 (fol. Ddd8 weiß). ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten. II mit schematische Holzschnitten und Tabellen auf den Seiten 62, 122, 127, 144, 161, 189, 202, 203, 207, 223, 225 und 316

Pergament der Zeit auf drei durchgezogenen dicken Lederbünden, handgestochene Kapitale in Braun/Natur, handgeschriebener Rückentitel, vergoldetes Supralibros auf dem VDeckel, Rotschnitt. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Das in Hexametern abgefaßte astrologische Lehrgedicht des Marcus Manilius wurde wahrscheinlich noch unter Augu­stus begonnen, jedoch erst nach dessen Tode beendet und dem Tiberius gewidmet. Von den Büchern gibt das erste eine Darstellung des Himmels mit seinen Körpern, Zonen und Kreisen und beschreibt deren Erschaffung; das zweite erklärt die astrologischen Grundbegriffe wie Tierkreiszeichen, deren Charakteristiken und Relationen zu den Göttern sowie den Teilen des menschlichen Körpers; drei und vier beinhalten die Nativitätslehre, den Einfluß der Tierkreiszeichen auf Wesen und Leben der Menschen; das fünfte lehrt die Paranatellonten, das sind die mit den Tierkreiszeichen zugleich aufsteigenden Gestirne, darunter auch solche der Sphaera barbarica. Vermutet wird, daß in weiteren Büchern die Gestirnuntergänge und die Planeten behandelt werden sollten. Das Werk beruht auf dem stoischen Determinismus, beeinflußt ist es durch Poseidonios. Möglich ist eine indirekte Polemik gegen Lukrez, mit dessen Lehrgedicht Manilii Werk formal verwandt ist.
¶ Der französische Gelehrte Joseph Justus Scaliger (1540-1609) wurde in Agen geboren und zuerst von seinem berühmten Vater unterrichtet. Später studierte er zu Bourdeaux und Paris Griechisch und die orientalischen Spra­chen. 1562 trat er zum Calvinismus über, 1567-70 kämpfte er an der Seite der Hugenotten und lehrte danach für zwei Jahre in Genf. 1593 wurde er der Nachfolger Lipsius' an der Universität zu Leiden. Seine Ausgabe von Mani­lius beweist sein Interesse an der antiken Astronomie, diese Studien setzte er fort mit Werken über die Zeitrech­nung „De emendatione temporum“ und „Thesaurus temporum“, durch die er zum Vater der modernen chronologischen Methode wurde. Cf. Jöcher IV,190-1.

Leicht bestoßen und etwas fleckig, kleines Wurmloch im hinteren Gelenk, Supralibros an drei Stellen leicht berieben; vorderes fliegendes Vorsatz fehlt. Innen papierbedingt minimal gebräunt. Anfangs in I und im Index von II einige sehr kleine, äußerst fein geschriebene Annotationen.
Provenienz: Besitzeintrag auf dem Titel unten: „Samúel Meienreis Elbing.“, dem entspräche das Supralibros mit dem Motto „ECCE QVAM BONVM HABITARE FRATRES IN VNVM“ innerhalb eines runden Kranzes, inmitten S und M verschlungen, darum die Jahreszahl 1604. – Stempel auf dem Titel oben: „ELB / GYMN / BIBL.“ – Ein weiterer handschriftlicher Eintrag des 20. Jh.

Adams M 362 (Reihenfolge: II, Ia, I) – Lalande, Honeyman Coll. V,2131 und Caillet mit der Ausg. Leiden, 1600 – BM STC germ 591 – Ebert 12942 – Zinner 3387 – Nicht im VD16. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.