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Jakob Sprenger, Heinrich Institoris & al.:
Malleus Maleficarum

 

Jakob Sprenger, Heinrich Institoris & al.: Malleus Maleficarum

 

Jakob Sprenger, Heinrich Institoris & al.: Malleus Maleficarum

 

„Omnia per carnalem concupiscentiam, quae quia in eis est insatiabilis“

Jakob Sprenger, Heinrich Institoris & al.:

Malleus Maleficarvm: de lamiis et strigibvs, et sagis aliisqve magis & Dæmoniacis, eorum´que arte, & potestate, & poenâ, Tractatvs aliqvot tam veterum, quàm recentiorum auctorum: In Tomos dvos distributi, Quorum Primvs continet: I. Malleum Maleficarvm Iacobi Sprengeri, & Henrici Institoris, Inquisitorum: II. Ioannis Nideri Theologi Formicarium de Maleficis, earumque prĉstigijs ac deceptionibus. Secvndvs verò Tomvs continet Tractatus VII. (...)
[BEIGEBUNDEN:] Tomvs Secvndvs Malleorvm qvorvndam maleficarvm, tam vetervm, qvam recentivm avtorvm: (...)

Frankfurt/Main: I: Wolfgang Richter — II: Joh. Saur für Nikolaus Basse, 1600.

Octavo. 162 x 95 mm. I: [16], 806, [38], [2 weiße] Seiten, incl. Index & Inhalt. - Lagensignaturen: )(8, A-Z8, a-z8, Aa-Gg8.
II: [7], [1 weiße], 704, [23], [1 weiße] Seiten, incl. Index. - Lagensignaturen: (?)4, a-z8, Aa-Yy8, Zz4.
Mit Holzschnittdruckermarken auf den Titeln, zahlreichen Holzschnittinitialen sowie feinen Zier- und Schlußstücken.

Blindgeprägter Pergamenteinband auf vier erhabenen Doppelbünden über festen Pappdeckeln, handgestochene Kapitale, Schnitt blau eingefärbt und gepunzt mit Muster aus Kreisbögen, Girlanden und dergleichen. Auf dem Vorderdeckel eine Platte mit dem Portrait Luthers, hinten Melanchthon, beide signiert in der rechten oberen Ecke „AH“ (= Haebler I,163, V & VI). Darum eine Rolle 124 x 10 mm mit vier Köpfen und Blattwerk. Auf dem Vorderdeckel goldgeprägt das Besitzermonogramm „M G H R“, unten datiert „1602“. - Schöner zeitgenössischer Einband des Leipziger Buchbinders Ambrosius Hirsch.

Einspaltiger Satz in schöner Kursive, einige Seiten in Antiqua, mit gedruckten Marginalien in kleinerer Antiqua-Type. - Von 1487 bis 1669 insgesamt 29 mal gedruckt, sind die meisten der Ausgaben - zumal in gutem Zustand - trotzdem selten, da der „Malleus“ als Handbuch der Inquisitoren diente. In drei Teilen belehrte das Werk der beiden Dominikaner die Kleriker über das Wesen der Hexerei gemäß der Bibel und dem kanonischen Recht, der besonders schlimme dritte gibt die Anweisungen für die Prozeßführung. In seiner Pseudowissenschaftlichkeit festigte der Hexenhammer den Glauben an alle Arten Hexerei und rief die Verfolgungen geradezu hervor. Zu Heinrich Institoris OP (1430-1505), erst Inquisitor für Oberdeutschland, später gegen die Böhmischen Brüder in Mähren, vgl. LThk2 V,713. Zu Jakob Sprenger OP (1436-1495), auch Verfasser eines z. T. handschriftlich überlieferten Sentenzenkommentars, Prior in Köln, Inquisitor für Mainz, Gründer der ersten Rosenkranzbruderschaft und Provinzial der Teutonia, cf. LThk2 IX,987. - Niders „Formicarius“, in Dialogform verfaßt, geht auf historische Anekdoten, Kusiositäten und den zeitgenössischen Hexenglauben ein. Seine Beschreibung des „Hexensabates“ wird im folgenden immer wieder zitiert. - Der zweite Teil des vorliegenden Buches vereint Schriften von Bernhard Basin, Hieronymus Mengus, Joh. Gerson, Thomas Murner, Bartholomaeus de Spina und anderen und läßt die Absicht der Herausgeber, ein umfassendes Kompendium des Hexenwahns zu edieren, deutlich werden.

Einband leicht berieben, Unterkante des Vorderdeckels fachmännisch restauriert, die des hinteren etwas bestoßen und mit kleinen Fehlstellen, nur wenig angestaubt. Innen teils papierbedingt leicht gebräunt, wenige saubere Unterstreichungen, sonst sehr frisch. Insgesamt schönes Exemplar in zeitgenössischem Meistereinband.

Adams S1619 (2 Exemplare, jeweils nur Bd. I!) - Rosenthal 4073 (nur Bd. II) - Caillet 7058 - cf. Dorbon-Ainé 4639 & Cornell pp. 303-6 - VD16 S8383 mit Ausg. 1580 - Nicht im BM STC. - Zu den Druckern: Benzing pp. 121 & 122 – Bibliographien.

 

Eines der scheußlichsten Bücher der Druckgeschichte in einem Meistereinband, wohlgesetzt, mit Initialen und Zierstücken. Zwischen 1487 und 1520 erblickten zwanzig Ausgaben des Malleus Maleficarum ihr trübes Tageslicht, weitere sechzehn folgten zwischen 1574 und 1669. Bedarf es weiterer Anhaltspunkte für die Verbissenheit menschlicher Ignoranz?

Nur ein Beispiel für die Argumentation solch verdrehter Gehirne: „Opus Dei potest opere Diaboli omnino vitiari, prout ad praesens loquimur de effectu Maleficiali. Sed quia hoc non potest, nisi diuina permissione, et ideo non sequitur, quod Diabolus sit Deo fortior.“
„Das Werk Gottes kann durch die Arbeit des Teufels zerstört werden, so wie wir jetzt über die Auswirkungen der Hexerei sprechen. Da dies aber nur mit Gottes Erlaubnis geschehen kann, folgt daraus keineswegs, daß der Teufel stärker als Gott ist.“

Dazu die Titelaufnahme der deutschen Übersetzung:
Jakob Sprenger & Heinrich Institoris: Der Hexenhammer. Zum ersten Male ins Deutsche übertragen und eingeleitet von J. W. R. Schmidt. Vierte Auflage. (3 Teile in einem Band). Wien/Leipzig: Amonesta, [um 1940].
Octavo. XXVII, [1 weiße], 159, [1 weiße] Seiten. — 176 Seiten. — VII, [1], 175, [1] Seiten. Drei große Initialen. Teil drei mit Abbildungen nach alten Holzschnitten. Original-Leinwand. Die bislang einzige deutsche Übersetzung - in gutem Buchdruck. Einband leicht berieben. Stempel auf Titel. Teil drei auf abweichendem Papier und etwas gebräunt, sonst gut.