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Conrad Lycosthenes alias Konrad Wolffhart: Apophthegmata

Gereinigte Versionen — Ausgaben ‚ad usum Delphini‘

Conrad Lycosthenes alias Konrad Wolffhart:

APOPHTHEGMATA, | EX PROBATIS | GRAECAE LATINAEQVE LIN-|GVÆ SCRIPTORIBVS: | CONRADO LYCOSTHENE | AUCTORE COLLECTA, ET PER LOCOS | communes iuxta ſeriem Alphabeti digeſta: | SUPERIORVM IVSSV VNIVS E PATRIBVS | Societatis Iesv ſtudio accuratè recognita, ab omni obſcœ-|nitate & impietate expurgata, & admodum | locupletata. | ACCESSERUNT PARABOLAE, SIVE SIMILITUDI-|nes, per Eraſmum ex Plutarcho, Seneca & aliis authoribus excerpta; | Deinde per eundem Lycoſthenem diſpositæ, ac nunc tandem eiuſ-|dem Patris operà diligenter emaculatæ & auctæ. | Altera Editio luculentior priori, & copioſior.

Köln: Lazarus Zetzner Erben, 1618.

Octavo. 171 × 104 mm. [16], 1035, [4], [1 weiße] Seiten. - Lagensignaturen: *8, A-Z8, Aa-Zz8, Aaa-Ttt8. - Parabolae: [16], 171, [5] Seiten. - Lagensignaturen: a-m8. Beide Titel mit Holzschnittdruckermarke, Texte mit kleinen Holzschnittinitialen.

Schwarzer, italienischer Maroquinband mit reicher Vergoldung im Fächerstil auf beiden Deckeln sowie dem Rücken. Glatter, leicht gerundeter Rücken, Goldschnitt, handgestochene Kapitale.

Erstmals 1555 erschienen erfreute sich Wolfharts (1518-1561) eigene Sammlung von Apophthegmata, ἀποφθέγμᾰτᾰ, großer Beliebtheit und erlebte bis ins späte 17. Jahrhundert zahlreiche Auflagen. Er war Sohn des Konsuls Theobald Wolffhart und dessen Frau Elizabeth Pellican, einer Schwester des Conrad Pellicanus, und wurde 1539 in Heidelberg Magister der Philosophie, ab 1542 in Basel Lehrer der Grammatik und Dialektik, 1545 ernannte man ihn zum Diakon der St. Leonhardskirche; cf. Jöcher II,2619 und ADB XIX,727-728.
¶ Alphabetisch nach Topoi angeordnete Zitatesammlung aus den klassischen Schriftstellern der griechischen und lateinischen Antike, Mittelalter und Renaissance, im Quellenverzeichnis der latinorum recentiorum werden auch Chytraeus, Sebastian Münster, Vinc. Bellovacensis u. a. angeführt. Wie der Titel bemerkt, wurden dem damaligen Bewußtseinszustand anstößige Stellen gereinigt, also eine Ausgabe ad usum Delphini, für alle kindlichen Gemüter.

Einband an den Rückenenden mit Bezugfehlstellen, Ecken mit kleinen Bezugfehlstellen. Vergoldung des Rücken leicht abgegriffen, auf den Deckeln bisweilen minimal berieben, wenig fleckig. Innen papierbedingt etwas gebräunt bzw. fleckig. Ein dekorativer Einband.

Contemporary Italian black morocco, richly gilt, all edges gilt. Small defects to ends of spine and corners, binding slightly rubbed or stained in places, else very beautiful. Browned due to quality of paper. A decorative binding.

VD17 3:310153C – OCLC: 311698126 – Paisey L1302 – Bibliographien.

 

Wolfharts Vorbild, die Erasmische Apophthegmata-Sammlung, als ebenfalls gereinigte Version, in Auswahl herausgegeben von Paulus Manutius

APOPHTHEGMATVM EX OPTIMIS VTRIVSQVE LINGVAE SCRIPTORIBVS LIBRI IIX. / PAVLI MANVTII studio, atque industria, / doctissimorum Theologorum consilio, atque ope ad omnibus mendis vindicati, quæ pium, & veritatis Catholicæ studiosum lectorem poterant offendere. Signet VENETIIS Ex Officina Damiani Zenari. M D XC.
Venedig: Damian Zenarus, 1590.
Sedecimo. 118 x 76 mm. [2] Bll.; Ss. 5 - 706; [19] Bll. (Index) - Lagensignaturen: A-Z8, Aa-Zz8, Aaa4.
Pergament der Zeit auf drei durchgezogenen Lederbünden, Reste eines kalligraphierten Rückentitel, handgestochene Kapitale in Grün. Schließbänder entfernt.

¶ Mit einer Widmung von Aldus II Manutius an Matteo Senarega als Vorwort, datiert November 1576. — Obwohl nirgends erwähnt ist dies eine Bearbeitung der gleichfalls in acht Büchern erschienenen Apophthegmata des Erasmus. Es war wohl nach dem tridentinischen Konzil nicht mehr opportun, seinen Namen zu verwenden; ebenfalls signifikant, wie sehr schon der Titel auf die ‚Rechtgläubigkeit‘ des Werkes verweist. Für die mögliche Vorlage zu diesem Werk vide Leona Rostenberg: The Aldine Press (= Catalogue XXXIX), n° 230. Rostenberg hält vorliegendes Werk jedoch für eine Ausgabe der Adagia, was nicht korrekt ist (cf. p. 81 ad n° 231).
Der Einband mit einigen kleinen Läsuren, jedoch noch stabil; Buchblock etwas verzogen, innen ein sehr kleiner Wurmgang im äußersten weißen Rand vorn unten, die ersten und letzten je 24 Blatt mit leichtem Wasserand, sonst bis auf wenige Fleckchen sauber und frisch. Provenienz: Eintrag auf vorderem fliegenden Vorsatz recto: „Joannes Fran:cus / de Prior (übermalt) Tabbieloci“.
Adams M 482 für die seitengleiche Ausgabe von 1583 – nicht im BM – cf. Ebert 6867: „Schön und mit guten Zusätzen, aber zugleich castriert. Erasmus Name wird nicht genannt. ... Ueber diese Bearbeitung nach dem Tridentin. Index s. Christgau de Mammotrecto p. 5 not.“ – Van der Haeghen I, 19 cf. I, 18 – nicht bei Bezzel.
 

 

Als Beigabe eine Zensuranweisung:

Zensuranweisung 1835
Ein kurzer Text zur Zensur.