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Λόγγος, Longus:
Les amours pastorales de Daphnis et de Chloé

 

Abbildung zu Longus: Les amours pastorales de Daphnis et de Chloé, 1718

 

Abbildung Longus: Les amours pastorales de Daphnis et de Chloé, 1718

 

Abbildung Longus: Les amours pastorales de Daphnis et de Chloé, 1718

 

Abbildung Longus: Les amours pastorales de Daphnis et de Chloé, 1718

 

Abbildung Longus: Les amours pastorales de Daphnis et de Chloé, 1718

 

Abbildung Longus: Les amours pastorales de Daphnis et de Chloé, 1718

 

„... worin Verstand, Kunst und Geschmack auf ihrem höchsten Gipfel erscheinen.“ — Goethe

Λόγγος, Longus:

Gestochener Titel: LES AMOVRS PASTORALES DE DAPHNIS ET DE CHLOE Auec Figures. 1718.
Haupttitel: LES AMOURS PASTORALES DE DAPHNIS ET CHLOE. M. DCCXVIII.

Paris: Quillau, 1718.

Octavo. 157 x 98 mm. [1] Bl.; [6] Bll.; 164 Ss. – Lagenkollation: o1+6; A-K8, L2. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten. Mit gestochenem Titel; fünfzehn Kupfern bei den Seiten: 3, 13, 20, 28, 31, 37, 56, 66, 77, 87, 97, 133, 146, 152, 160; dreizehn gefalteten Kupfern bei den Seiten: 4, 18, 22, 34, 52, 58, 64, 74, 82, 94, 136, 150, 162; sowie zusätzlich den „petits pieds“ nach p. 164. Dieses Kupfer „petits pieds“ hier vor aller Schrift; dieser Zustand soll selten sein, cf. Sourget: Catalogue V, n° 106. Die Tafeln zu den Seiten 95 und 97 sollen später ihres erotischen Inhaltes wegen vom Sohn des Regenten unterdrückt worden sein. Die Kupfer wurden von Benoît Audran (1698-1772) gestochen.

Dunkelgrünes, leicht geglättetes Maroquin nach 1876 auf fünf echten Bünden mit Rückenvergoldung im Stil des 18. Jahrhunderts aus Blumen, stilisierten Blättern, Sternchen u. s. w. gerahmt von Doppel- und Punktlinien in vier der sechs Felder; der Titel im zweiten, das Jahr im dritten eingerahmt wie die anderen. Die Deckel mit Vergoldung aus dreifacher Linie parallel zu den Deckelrändern. Stehkantenvergoldung aus einer Doppellinie. Die Spiegel eingelegt mit hellbraunem Maroquin, vergoldet mit einem Rahmen aus zwei durchgezogenen und einer punktierten Linie sowie mit in einer Art Spitzenmuster zusammengefügten Einzelstempeln verschiedener Motive. Lederinnenfälze; doppelte Vorsätze aus Marmorpapier; handgestochene Kapitale in Grün/Rot/Gelb; Lesebändchen. Goldschnitt über Marmor. Signiert auf den Spiegeln vorn: „CUZIN“ und hinten: „MAILLARD DOR.“
Dazu ein gefütterter, mit mattrotem Maroquin bezogener Buchbehälter, als Buch mit fünf unechten Bünden sowie dem Titel und Jahr in Goldprägung auf dem Rücken gestaltet. Die Bünde durch blindgeprägte Linien abgesetzt. Obgleich unsigniert dürfte dieser Schuber ebenfalls aus dem Atelier Cuzins rühren.
¶ Zur gemeinsamen Werkstatt von Francisque Cuzin und Nicolas Maillard siehe Beraldi III, p. 117 sqq., cf. p. 125 sq. zu Maillard; sowie Fléty p. 51 sq., p. 118 und p. 115. Der Einband ist also recht genau in die Zeit der kurzen Zusammenarbeit beider zwischen 1876 und 1881 zu datieren. Ein Meistereinband mit hervorragender Vergoldung, die das große Können der französischen Buchbinder jener Zeit erahnen läßt.

Λόγγος, Longus (2. oder 3. Jh.) aus Lesbos ist nur als Verfasser dieses berühmtesten antiken Liebes­romans, der in seinem Aufbau den Jahreszeiten folgt, bekannt. Die Handlung, zwei Hirtenkinder, die Schritt für Schritt die Liebe entdecken, spielt auf der Insel Lesbos, die jedoch unwirklich verbleibt: Krieg und Piraterie klingen nur an. Jene Hirtenwelt hat Parallelen zur theokritischen. Jedoch kann der Roman auch als Einweihungsweg zu die Dionysischen Mysterien gelesen werden. - Seit der Renaissance hat „Daphnis und Chloe“ bleibenden Erfolg bei den Lesern; auch Goethe schätzte das Werk. Als Nachfolger seien nur Tassos Aminta und Bernardin de Saint-Pierres Paul et Virginie genannt.
¶ Provenienz: Gerbu mit seinem Exlibris auf dem vorderen zweiten fliegenden Blatt verso, Motto: „Le sort des hommes est ainsi | Beaucoup d’appelés peu d’élus, | Le sort des livres le voici | Beaucoup d’épelés peu de lus“.

Eins von nur 250 Exemplaren, in schönstem Einband und von nahezu perfekter Erhaltung, sowohl in Einband wie Buchblock. Der Schuber minimal berieben, eine Ecke leicht bestoßen.

Cohen/de Ricci 649 - Sander 1221 - DeBure 3722 (mit ausführlicher Beschreibung) - Fürstenberg p. 72 - Otto Schäfer: Fünf Jahrhunderte Buchillustration, n° 120 - Brunet4 III, 168. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.
Das schwarzweiße Bild aus Katalog zwei von Buchbehälter, Einbandrücken und -spiegel wurde nach den Originalen eingefärbt, die anderen Bilder stammen von alten Photographien dieses Exemplars und wurden nachbearbeitet.

 

Eines jener Werke, die im Stil der Illustrationen wie der Typographie und im qualitätvollem Einband dem dafür Empfänglichen ein genaues Muster französischer Bibliophilie vermitteln.

„Das Gedicht ist so schön, daß man den Eindruck davon, bei den schlechten Zuständen, in denen man lebt, nicht in sich behalten kann, und daß man immer von neuem erstaunt, wenn man es wieder liest. Es ist darin der hellste Tag, und man glaubt lauter herkulanische Bilder zu sehen, sowie auch diese Gemälde auf das Buch zurückwirken und unserer Phantasie beim Lesen zu Hilfe kommen.“ – Eckermanns Gespräche mit Goethe, Sonntag, den 20. März 1831.