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Karl Arnold Kortum: Anfangsgründe der Entzifferungskunst deutscher Zifferschriften

Dechiffrierkunst

Karl Arnold Kortum:

Anfangsgründe der Entzifferungskunst deutscher Zifferschriften.

Duisburg: Verlag der Helwingischen Universitätsbuchhandlung, 1782.

Octavo. 162 × 95 mm. 144 Ss. mit zwei ganzseitigen schematischen Holzschnitten auf den Ss. 127 und 129.

Schlichter Pappband der Zeit, bezogen mit Kleisterpapier.

Erste Ausgabe. Behandelt die Entzifferungskunst, verschiedene Arten geheimer Schriften, die Kennzeichen deutscher Zifferschriften, unauflösbare Zifferschriften, unsichtbare Schriften. Man findet hier die Anfänge einer phonetischen wie statistischen Analyse der Häufigkeit sowie des Vorkommens von Konsonanten und Vokalen, Verfahren, die erst im Zeitalter der Computer zur Perfektion gelangten. „This work which frequently comments upon Hiller is valuable for the methods of decipherment that it contains“ (Galland).
¶ Kortum (Cortüm, 1745-1824), Mediziner und Schriftsteller, studierte zu Duisburg und Berlin die Medizin und ließ sich 1770 in Bochum als praktischer Arzt nieder. Seine Liebhabereien umschlossen Bienenzucht, Botanik, Malerei, antiquarische Studien und die Schriftstellerei. So verfaßte er auch linguistische wie historische Arbeiten. Cf. Kosch: Literatur-Lexikon3 IX,291 & ADB XVI,728.

Einband teils berieben. Innen von vereinzelten Bräunungen abgesehen gut. Von größter Seltenheit.

First edition. Contemporary boards. Binding rubbed. Some foxing. Scarce.

Galland 105 – W/G2 2. Nicht bei Caillet, Rosenthal etc. – Bibliographien.

 

Cæsar

Epistulae quoque eius ad senatum extant, quas primum videtur ad paginas et formam memorialis libelli convertisse, cum antea consules et duces non nisi transversa charta scriptas mitterent. Exstant et ad Ciceronem, item ad familiares domesticis de rebus, in quibus, si qua occultius perferenda erant, per notas scripsit, id est sic structo litterarum ordine, ut nullum verbum effici posset; quae si qui investigare et persequi velit, quartam elementorum litteram, id est D pro A et perinde reliquas commutet.
— Suetonius: De Vita Cæsarum.

Some letters of his to the senate are also preserved, and he seems to have been the first to reduce such documents to pages and the form of a note-book,​ whereas previously consuls and generals sent their reports written right across the sheet. There are also letters of his to Cicero, as well as to his intimates on private affairs, and in the latter, if he had anything confidential to say, he wrote it in cipher, that is, by so changing the order of the letters of the alphabet, that not a word could be made out. If anyone wishes to decipher these, and get at their meaning, he must substitute the fourth letter of the alphabet, namely D, for A, and so with the others.
— Translation by John Carew Rolfe.

 

Henrici Cornelii Agrippæ De occulta philosophia libri tres, 1533, III,xxx

Henricus Cornelius Agrippa: De occulta philosophia libri tres, 1533

 

Der sogenannte Bibelcode

Im Jahr 1997 erregte das Buch Der Bibelcode von Michael Drosnin weltweit Aufsehen. Drosnin behauptet, die Bibel enthalte versteckte Botschaften, die enthüllt werden könnten, wenn man nach sogenannten abstandsgetreuen Buchstabenfolgen (equidistant letter sequences, EDLS) suche. Eine EDLS ergibt sich, wenn man einen beliebigen Text nimmt, einen bestimmten Buchstaben als Startpunkt auswählt und dann jeweils eine bestimmte Zahl von Buchstaben überspringt. In diesem Abschnitt könnte man beispielsweise beim »M« von Michael anfangen und fünf Stellen weiterspringen. Wenn wir jeden fünften Buchstaben notieren, erhalten wir die EDLS meseis ...

Diese EDLS bildet kein sinnvolles Wort, doch Drosnin beschreibt die Entdeckung einer erstaunlichen Zahl von biblischen EDLS, die nicht nur sinnvolle Wörter ergeben, sondern vollständige Sätze. Drosnin behauptet nun, diese Sätze seien biblische Vorhersagen. So sollen sich beispielsweise Hinweise auf die Ermordung von John E Kennedy, Robert Kennedy und Anwar Sadat gefunden haben. In einer EDLS tauche der Name Newton neben dem Begriff der Schwerkraft auf, und in einem anderen werde Edison mit der Glühbirne in Verbindung gebracht. Zwar beruht Drosnins Buch auf einem Artikel von Doron Witzum, Eliyahu Rips und Yoav Rosenberg, doch stellt er weit anspruchsvollere Behauptungen auf und hat sich damit eine Menge Kritik eingehandelt. Der Haupteinwand lautet, daß die Textvorlage gewaltig ist: Bei einem so umfangreichen Text wird es kaum überraschen, daß sinnvolle Sätze erzeugt werden können, wenn man sowohl den Ausgangspunkt als auch die Sprungweite beliebig variieren kann. Brendan McKay von der Australian National University hat die Schwäche von Drosnins Ansatz demonstriert, indem er in Moby Dick nach EDLS gesucht hat. Dabei fanden sich dreizehn Aussagen über Attentate auf berühmte Personen, darunter Trotzki, Gandhi und Robert Kennedy. Zudem sind hebräische Texte besonders reich an EDLS, weil die Vokale weitgehend fehlen. Das heißt, die Deuter können nach Belieben Vokale einfügen, und um so einfacher ist es, Voraussagen in die Texte hineinzulegen.
— Simon Singh: Geheime Botschaften. München: Hanser, 2000. p. 426.