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Isokrates: Orationes

 

Isokrates Orationes, 1555

 

Isokrates Orationes, 1555

 

Isokrates Orationes, 1555

 

Ἰσοκράτης, Isokrates:

ΙΣΟΚΡΑΤΟΥΣ | ΛΟΓΟΙ ΑΠΑΝΤΕΣ, ΚΑΙ | Επιστολαί. || Ἁρποκρατίωνος καὶ Σουΐδα περί τινωμ | παρ’ Ἰσοκράτει λέξεωμ. || Isokratis Orationes | partim doctorvm viro-|rum opera, partim meliorum exempla-|rium collatione, nunc demum multò | quàm antea emendatiores | excusæ. || QUIBUS IAM QUOQUE PRÆ-|ter aliorum æditionem accesserunt, eiusdem Isocratis | Epistolæ, atq; Harpocrationis & Suidæ diffi-|ciliorum apud eundem dictionum | explicatio.

Basel: Michael Isengrin, 1555.

Octavo. 164 x 106 mm. [46], [2 weiße], 583, [1 weiße] Seiten. - Lagensignaturen: α-γ8, a-z8, A-N8, O4. Mit einigen Holzschnittinitialen.

Handgefertigter blindgeprägter Schweinsledereinband der Zeit auf drei Doppelbünden und Holzdeckeln; Schließen entfernt. Auf den Deckeln außen eine Rolle CHRISTVS - GODT - IOHANNI - MOSE (174 x 11 mm, nicht bei Haebler); diese Rolle mit ungewöhnlicher Ikonographie bisher nicht nachweisbar: die übliche Salvator-Darstellung ist hier als 'Godt' bezeichnet, Christus als Träger des Kreuzes wird neben Johannes dem Täufer und Mose abgebildet. Innen eine Rolle mit Lucrec(ia), Venus und Occa(sio), datiert 1533 (Haebler I,369,2 = HR), links und rechts von einer Reihe aus fünf übereinanderstehenden Engelsgesichtern mit Flügeln. Vermutlich ein Breslauer Einband, bei der bisher nicht nachweisbaren Rolle könnten zwei verschiedene Motivströme zusammengeflossen sein.

Neudruck der ebenfalls griechischen Ausgabe Isengrins von 1550; die hier meist in margine gedruckten Konjekturvorschläge rühren nach Hoffmann und Hieronymus von Hieronymus Wolf, der sie in seiner Ausgabe Basel: Oporinus, 1553 weitgehend in den Text übernahm. „Diese Ausg. unterscheidet sich von den übrigen Baseler Ausgg. dadurch, dass die Conjecturen u. Verbess. von Wolf theils sogleich in den Text aufgenommen, theils auf dem Rande angemerkt sind, u. seit dieser Ausgabe beziehen sich alle Baseler Ausgg. auf Wolf’s Ausgabe“ (Hoffmann). Der späteren Forschung gingen die Textveränderungen jedoch teils zu weit oder erwiesen sich als willkürlich.
¶ Der aus wohlhabenem Hause stammende Redner aus dem Demos Erchia (436-338) lernte bei Prodikos und Gorgias. Nach dem wirtschaftlichen Niedergang durch den Peloponnesischen Krieg 404/03 betätigte er sich als Redenschreiber, u. a. für den Sohn des Alkibiades. In den 90er Jahren eröffnete er in Athen eine Schule der Beredsamkeit, die die meistbesuchte und bedeutendste wurde.
¶ Die aus jener Zeit erhaltenen Reden sind zum einen formale Musterbeispiele, Mittel zur politischen Bildung, Stellungnahmen zu aktuellen Fragen wie zu prinzipiellen Problemen, zum andern dienten sie als Werbung und versuchten, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Isokrates übte allein durch seine Reden großen Einfluß auf die Gestaltung der griechischen Kunstprosa aus. Seinen Stil kennzeichnen Klarheit und Ebenmäßigkeit. Er entdeckte die Redekunst als erzieherischen Faktor und beeinflußte so die antike Erziehungspraxis, faßte die Bestrebungen der Sophistenzeit zusammen und wandte sich gegen ihre Auswüchse. Politisch formulierte er den panhellenistischen Gedanken und trat im Gegensatz zu Demosthenes für eine Einigung mit Philipp II. von Makedonien und einen gemeinsamen Kampf gegen die Perser ein. - Zu Wolf cf. Sandys II,268.

Einband teils etwas berieben. Innen anfangs etwas fleckig, einige Anstreichungen bzw. Marginalien; sonst kaum fleckig und meist sauber. Insgesamt noch recht schönes Exemplar in bemerkenswertem Einband der Zeit mit einer bisher auf keinem anderen Einband nachweisbaren Rolle.

Contemporary blindstamped pigskin over wooden boards, three raised bands, missing clasps. Binding slightly rubbed. Some marginal annotations, few stains, otherwise a fine copy in an extraordinary binding. Re-issue of the Basel 1550 edition, with the emendations of Hieronymus Wolf printed in margine, Greek type.

Hieronymus: Gr. Geist 217 - Hoffmann II,472 - Adams I209 - Ebert 10587 - Graesse II,434.