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Gabriel Du Préau:
Deux Livres De Mercure Trismegiste Hermés

 

Gabriel Du Préau: Deux Livres De Mercure Trismegiste Hermés

 

Gabriel Du Préau: Deux Livres De Mercure Trismegiste Hermés

 

Hermes Trismegistos – Gabriel Du Préau:

Devx Livres De Mercvre Trismegiste Hermés tres ancien Theologien, & excellant Philozophe, L’vn de la puissance & sapience de Dieu. L’autre de la volonté de Dieu. Auecq’vn Dialogue de Loys Lazarel, poëte Chrestien intitulé le Bassin d’Hermés. Le tout traduit de Grec en francoys par Gabriel du Preau, natif de Macoussis pres montl’hery.

Paris: Estienne Groulleau, 1557.

Octavo. 154 x 100 mm. [12], 167 Blätter. – Lagenkollation: â8, ê4, A-X8 (-fol. X8 weiß). Mit Holzschnittdruckermarke auf dem Titel, zahlreichen Holzschnittinitialen und Holzschnittleiste zu Textbeginn.

Dunkelbraunes französisches Maroquin des 18. Jahrhunderts mit glattem, leicht gerundetem Rücken, der durch goldgeprägte Fileten in fünf Felder eingeteilt ist, auf zweitem Feld ein rotes, goldgeprägtes Titelschildchen, die anderen mit goldgeprägten Stempeln: mittig je ein fleurales Ornament, in den Ecken kurze, gepunktete Linien. Steh- und Innenkantenvergoldung, handgestochene zweifarbige Kapitale, Vorsätze aus roséfarbener Seide.

Zweite, überarbeitete Ausgabe dieser französischen Übersetzung; die erste, nur auf lateinischen Vorlagen beruhende erschien 1549. Sie umfaßt Corpus Hermeticum I-XIV, „Asclepius“ und Lazarellis „Crater Hermetis“. Eine der frühesten Übersetzungen in eine der europäischen Volkssprachen überhaupt: Auf Ficinos berühmte Übertragung ins Latein, Erstdruck 1471, folgte 1548 Tommaso Bencis (Bensi, 1427-1470) italienische Version des Poimandres, kurz darauf die französische durch Gabriel du Préau. Erst 1650 gab es eine englische, 1706 die erste deutsche.
¶ Der Widmung an den königlichen Rat Jacques de Basordan folgt eine Biographie des Hermes samt Argumentum, das auf dem Ficinos basiert. Einem lateinischen Widmungsgedicht an den Leser schließt sich das Inhaltsverzeichnis an.
¶ Du Préau ist sich bereits in der ersten Ausgabe seiner Übersetzung der textlichen Probleme bewußt, die das Corpus Hermeticum bietet, „car les latins sont si fort corrumpuz et si vicieusement imprimez qu’il y a presques autant de fautes que de bon motz“, und er bedauert den Mangel an griechischen Handschriften. Zudem sei der Text unvollständig überliefert, so fehle zum Beispiel der Beginn der zweiten Abhandlung.
¶ Du Préau benutzte neben der griechischen Editio princeps drei verschiedene lateinische, zu Venedig, Paris und Basel gedruckte Ausgaben, „lesquelz en maints lieux se contrarient“, wie er in seiner Ausgabe von 1549 bemerkt. Es handelt sich bei den erwähnten wohl um eine venezianische Ausgabe der Ficino-Übersetzung (1481, 1491 oder 1493), eine zu Paris oder Venedig gedruckte Ausgabe jener des Lefèvre d’Etaples, die das Corpus Hermeticum sowie den ‚Asclepius’ und den ‚Crater Hermetis’ enthält, sowie die Baseler von 1532 desselben Herausgebers.
¶ Du Préaus Bemerkung ‚le tout traduit de Grec’ auf dem Titel vorliegender Ausgabe von 1557 kann sich nur auf seine Übersetzung von CH I-XIV – nicht auf den „Asclepius“ – beziehen, da die vom Humanisten Adrien Turnebus anhand eines griechischen Manuskriptes edierte, 1554 zu Paris erschiene griechische Editio princeps CH I-XVIII enthält; griechische bzw. koptische Fragmente des „Asclepius“ wurden erst später entdeckt.
¶ „Also, he [Lefèvre d’Etaples, as well as Gabriel du Préau] included in the same volume with the ‘Pimander’ and the ‘Asclepius’, a most extraordinary work which had been written before 1494 by Ludovico Lazzarelli [1447-1500, A. d. A.], a most enthusiastic and exaggerated Hermetist. This was the ‘Crater Hermetis’, which was modelled on one of the regeneration treatises of the ‘Hermetica (Corpus Hermeticum IV)’ and which describes in most excited language the passing on of the regenerative experience from a master to a disciple. In his valuable study of this work, P. O. Kristeller has suggested that it is meant to allude to Christ’s inspiration of His disciples with His spirit, now interpreted as the Hermetic experience which can be repeated in modern times by an inspired Hermetist. (…) There are Cabalistic, as well as Hermetic, elements in the ‘Crater Hermetis’ and its allied documents” (Francis Yates: Giordano Bruno and the Hermetic Tradition, 1964, p. 171).
¶ Gabriel Du Préau, Dupréau oder Prateolus (1511-1588), war Doktor der Theologie an der Sorbonne und ein entschiedener Gegner der Reformation; cf. Jöcher III,1755.

Einband stellenweise berieben, etwas fleckig, der vordere fliegende Vorsatz entfernt, Titel mit sauber überklebtem Stempel, zwei weitere Blätter mit Resten eines Stempels; ohne das letzte weiße Blatt. Sonst von wenigen kleinen Flecken abgesehen frisch und sehr gut erhalten, in einem dekorativem Einband. Schöner Druck in Antiqua mit zierlichen Marginalien in Kursive. Sehr selten.

Hoffmann II,212 – Schweiger I,134 – Graesse III,251 – Caillet II,5095 – Rosenthal 449 – Duveen 290 (mit Kollation) – F. van Lamoen: „Hermes Trismegistus – Pater philosophorum“ no. 54, das Exemplar der Bibliothèque Nationale – Brunet III,1648 – Ebert 9488. BM STC 223 nur mit Ausg. 1549. Nicht bei Adams – Bibliographien.
Die beiden Abbildungen stammen aus einem Angebotsschreiben des Jahres 2008, sie sind bearbeitet und geben nicht den Originalzustand wieder.

 

Ein weiteres Werk Du Préaus: La geomance du seigneur Christofe de Cattan.