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Jan Gruter:
Animadversiones in L. Annæi Senacæ Opera

 

Abbildung zu Jan Gruter: Animadversiones in L. Annæi Senacæ Opera

 

Abbildung zu Jan Gruter: Animadversiones in L. Annæi Senacæ Opera

 

Jan Gruter:

JANI GRUTERI ANIMADVERSIONES IN L. ANNÆI SENACÆ OPERA. In quibus, præter omnes passim omnium huius superiorisque ævi doctorum hominum emendationes interpretationesque, quamplurima loca supplentur, confirmantur, corriguntur, illustrantur, ope M.SS. quæ in Bibliotheca Elect. Palat. | HIS ADDITÆ NICOLAI FABRI ANNOTATIONES Ad Senecæ patris Controuersias, & filij Apocolocynthosin. [Zwei Bände.]

[Genf:] Jean Le Preux: 1595.

Sedecimo. 119 x 75 mm. I: [16] Bll.; 998 Ss., [1] w.Bl.; Ss. 999-1122 (N. Fabri Notæ) – Lagenkollation: +-++8; a-z8, A-Z8, Aa-Qq8, Rr4; Ss-Zz8, AA-BB8 — [2] w.Bll. - II: [1] Bl., Ss. 3-1247 – Lagenkollation: a-z8, A-Z8, Aa-Zz8, AA-II8. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten.

Zwei sächsische blindgeprägte Pergamentbände der Zeit auf drei Doppelbünden und Pappdeckeln. Auf den Deckeln je das große Bildnis Kaiser Karls V. mit Schwert und Reichsapfel umgeben von zwei Säulen mit Devise „VLTRA PLVS - CAROLVS QVINTVS“; am oberen Rand drei Wappen, u. a. Reich & Sachsen; datiert auf den Säulen unten „MD - LXXXVIII | 15 - 88“. Am unteren Rand das dreizeilige Motto: „CAROLE MORTALES DVBITANT HOMO | SISNE DEVSVE SVNT TVAS CEPTRA | HOMENNIS SED TVA FACTA DEI · 1588“. Signiert neben dem mittleren Wappen oben „P S“ (Haebler I,425, n° 8: „Besonders bemerkenswert ist die vorzüglich gestochene Marke mit der Halbfigur Carls V. vom Jahre 1588...“). Blauschnitt, handgestochene Kapitale in Blau/Natur. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Jan Gruter (1560-1627) war Bibliothekar der berühmten Palatina von 1602-22. Den 3. Dezember 1560 in Antwerpen geboren, studierte er zuerst in Cambridge, dann in Leiden. Er wurde Professor für Geschichte in Wittenberg, von wo er nach Rostock gehen mußte, weil er das Concordien-Buch nicht unterzeichnete. In der Heidelberger Zeit als Bibliothekar entstanden 50 Titel, teils in mehreren Auflagen. Als Heidelberg erobert wurde, mußte er ins Exil aufs Land gehen. Neben den antiken Autoren veranstaltete er auch Ausgaben neulateinischer Dichter. Cf. Kat. Bibliotheca Palatina I,440 sqq.; Jöcher II,1218-20. Zur Kontroverse zwischen Godefroi und Gruter über des ersteren Seneca-Ausgabe siehe Graesse VI,I,347 Anm. Der Seneca-Text mit den Noten Gruters erschien 1593 bei Commelin das erste Mal, die Animadversiones das Jahr darauf.
¶ Provenienz: Auf dem fliegenden Blatt von I eine handschriftliche Widmung an Johann Adam Osiander von seinen Eltern: „Filio suo Charissimo | Johanni Adamo | Osiandro || dono dedit | Parens.“ - Auf den Titeln kl. Stempel: „BIBLIOTHECA | WILTIN“. Der ältere J. A. Osiander (1622-1697), Sohn des Pastors und Superintendenten Johann Balthasar, studierte zu Tübingen, war Vicar zu Stuttgart, Diakon in Göppingen und Tübigen, wo er auch Professor der griechischen Sprache und Probst wurde. 1680 wurde er Kanzler der Universität. Seine vielzahligen Schriften meist theologischen Inhaltes sind bei Jöcher III,1120-1 angeführt.

Schließbänder entfernt, die Rücken leicht angestaubt und mit eingefärbten Streifen unten, darauf Bibliotheksnummer. Innen teils papierbedingt etwas gebräunt oder leicht fleckig. Sehr schönes, völlig unrestauriertes Exemplar dieser seltenen Schrift.

Cf. Adams G1312 (Ausg. 1594/5 in 8°, nur 1 Ex.) - cf. Graesse VI,I,348 Anm. (ebenfalls die Ausg. in 8°.): „Les notes de Gruter sont très importantes.“ - nicht in BM STC. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.