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Pierre Simon Fournier le jeune:
Manuel typographique, utile aux gens de lettres

 

Pierre Simon Fournier le jeune: Manuel typographique

 

Pierre Simon Fournier le jeune: Manuel typographique

 

Pierre Simon Fournier le jeune: Manuel typographique

 

Pierre Simon Fournier le jeune: Manuel typographique

 

Pierre Simon Fournier le jeune: Manuel typographique

 

Pierre Simon Fournier le jeune: Manuel typographique

 

Pierre Simon Fournier le jeune: Manuel typographique

 

Pierre Simon Fournier le jeune: Manuel typographique

 

Eine Inspiration für jeden Schriftentwerfer

Pierre Simon Fournier le jeune:

Manuel typographique, utile Aux Gens de lettres, & à ceux qui exercent les différentes parties de l’Art de l’Imprimerie. [Zwei Bände].

I: Paris: Imprimé par l’Auteur, & se vend chez Barbou, 1764. – II: Paris: Chez l’Auteur, J. Barbou, 1766 (der zweite Band erschien erst 1768, wurde jedoch 1766 datiert).

Octavo. 161 x 105 mm. I: Frontispiz, xxxij, 323, [5] Ss., XVI Bll. – II: Frontispiz, [2], xliv, [2], 306 Ss. Mit zwei Frontispizen, gestochen von Fessard nach Gravelot und de Sève; 16 gefalteten gestochenen Tafeln und 53 Ss. mit Typenbeispielen in Band I; in Band II 250 Seiten mit Beispielen von Typen, darunter fünf gefalteten Blatt Tafeln mit Noten, jene auf den Ss. 185-6 in rot und schwarz.

Zwei marmorierte Kalblederbände im Stil des 18. Jh. mit fünf erhabenen Bünden auf den Rücken, reicher fleuraler Rückenvergoldung und jeweils zwei dunkelroten Rückenschildchen mit Titelei und Bandzahl, Vorsätze aus Schneckenmarmor.

Der Pariser Schriftentwerfer, Stempelschneider und Schriftgießer Pierre Simon Fournier (1712-1768) lernte bei seinem Vaters, der die Schriftgießerei Le Bé leitete. 1737 entwickelte er ein typographisches Maßsystem das später von Didot überarbeitet wurde; zwei Jahre später eröffnete er seine eigene Schriftgießerei; 1742 erscheint ein Schriftmusterbuch. Insgesamt schneidet Fournier für ca. 150 von ihm entworfene Alphabete etwa 60.000 Stempel. Seine Antiqua-Schriften gehen zum Teil auf die Poliphilus des Aldus Manutius zurück (cf. Barge: Geschichte der Buchdruckerkunst I,2 p. 199). Aufgrund der von Breitkopf entwickelten Notenschrift entwirft er 1760 eine eigene, die 1762 patentiert wird und zwei Jahre darauf in mehreren Größen erscheint.
¶ In den beiden Bänden des ‚Manuel typographique’, seines „eigentlichen Lebenswerkes“ (Fürstenberg) hat Fournier die gesamten typographischen Erfahrungen seines Lebens niedergeschrieben. Das Werk beeinflußte Didot, Bodoni und viele andere Typographen des 18. & 19. Jh. und ist immer noch eine Quelle der Inspiration für jeden Schriftentwerfer (cf. Klemke: Tschichold, p. 15). „Das ‚Manuel’ gibt nicht nur einen vollständigen Überblick über die zahlreichen, von Fournier geschaffenen Schriftarten, deren Aufzählung hier nicht versucht werden kann, sondern führt auch das Fourniersche Punktsystem zu einer Vollendung, die Didots endgültige Normalisierung wesentlich erleichterte. Außerdem enthält es nicht weniger als 377 Druckvignetten von unübertroffener Grazie.“ (Fürstenberg, p. 189).
¶ Der erste Band enthält eine Beschreibung des Prozesses der Herstellung von Typen, der zweite fast 300 Seiten mit Beispielen von Schriften. Das Werk sollte noch zwei weitere Bände umfassen, die sich der Druckgeschichte und den Biographien berühmter Drucker widmen sollten, doch setzte der frühe Tod des Verfassers dem Unterfangen ein vorzeitiges Ende.
¶ Im einzelnen enthält Band I eine Beschreibung des Schneidens und Gießens der Typen, einen Bericht über die Geschichte des Druckes und der Typographie, die endgültige Version seines eigenen Systems von Maßeinheiten für Typen, seine neue Notenschrift, die er aufgrund der Breitkopfschen entwickelte, die Techniken des Scheidens der Stempel, der Herstellung von Matrizen und des Typengusses, sowie eine Reihe von Tabellen für die Schaffung von lateinischen, hebräischen, griechischen u.s.w. Typen sowie für den Notendruck. Die 16 Tafeln zeigen anschaulich die verschiedenen Werkzeuge für die im Text dargelegten technischen Vorgänge.
¶ Im Vorwort des zweiten Bandes zeigt Fournier die Notwendigkeit eines genauen Wissens um die (Schrift-)Arten und Größen der Typen auf; dem folgen eine Zusammenfassung der vom Autor konsultierten Bücher sowie Nachrichten über die wichtigsten europäischen Schriftgießereien. Die Schriftbeispiele im zweiten Band sind vielleicht das Wichtigste am Werk, da sie alle Arten von Typen zeigen: solche für den gewöhnlichen Gebrauch, Ornamente, für ein Land typische Schriften, orientalische Typen, Musiknoten, Schriften alter wie moderner Sprachen, insgesamt 101 erläuterte Alphabete.

Im weißen Rand bisweilen leicht gebräunt bzw. stockfleckig; Stempel auf Rückseite des Frontispizes von Band I und, kaum sichtbar, im unteren Rand des Titel von II. – Ein schönes Exemplar des enorm einflußreichen Werkes, das in keiner typographischen Handbibliothek fehlen sollte.

Bigmore/W. I,228 – Updike I,260-266 – Friedl/Ott/Stein 229 (mit vier Abb.) – Cohen/Ricci 410 – Sander 728 – Fürstenberg S.189 – Ebert 7842 – Brunet II,1359 – Graesse II,622.

 

Ohne die Wiederauffindung einer alten Sicherungsdiskette wäre diese Titelaufnahme dem Vergessen anheimgefallen. Leider sind durch die damaligen Größenanforderungen einer gewissen Plattform die Abbildungen wenig scharf; später, mit eigener Webseite, verwendete ich andere Bildgrößen.