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Εὐριπίδης, Euripides

 

Euripides. Venedig: Aldus Manutius, 1503

 

Euripides. Venedig: Aldus Manutius, 1503

 

Euripides. Venedig: Aldus Manutius, 1503

 

Editio princeps

Εὐριπίδης, Euripides:

ΕΥΡΙΠΙΔΟΥ τραγῳδίαι ἑπτακαίδεκα. ᾧν | ἔνιαι μετ ἐξηγησεων. ἐισὶ δὲ αῦται. || Ἑκάβη Ὀρέστης Φοίνισσαι | Μήδεια Ἱππόλυτος Ἄλκηστις | Ἀνδρομάχη Ἱκέτιδες Ἰφιγένεια ἐν | Αὐλίδι Ἰφιγένεια ἐν Ταύροις | Ῥῆσος Τρῳάδες Βάκχαι | Κύκλωψ Ἡρακλεῖδαι Ἑλένη | Ἴων || EVRIPIDIS tragœdiæ septendecim, ex | quib. quædam habent commentaria. | & sunt hæ. || Hecuba Orestes Phoenissæ | Medea Hippolytus Alcestís | Andromache Supplices lphigenia î | Aulide Iphigenia in Tauris | Rhesus Troades Bacchæ | Cyclops Heraclidæ Helena | Ion.
Fol. χ1r: Primum Volumen Euripidis. in quo sunt | tragœdiæ decem. uidelicet. | Hecuba. Orestes. Phoenissæ. Medea. Hip|polytus. Alcestis. Andromache. Supplices. | lphigéneia in Aulide. Iphigénia in Tauris. || Ordo Quaternionum. | (...)
Kolophon fol. χ3r: VENETIIS APVD ALDVM | MENSE FEBRVA|RIO. M.D.III. || Hoc in libro cautum est ut priuile|gio in Cæteris. Fol. χ4v: Signet 2a.

Venedig: Aldus Manutius, 1503.

Oktavo. 160 x 97 mm. [268] Bll. – Lagenkollation: Α-Γ8, Δ4, E-H8, Θ6, Ι-Λ8, M6, N-Ξ8, O10, Π-P8, Σ10, T-Y8, Φ6, X-Ω8, AA-BB8, ΓΓ6, ΔΔ-ZZ8, HH6, ΘΘ-II8, KK10, χ4 (foll. Δ4, Φ6 und HH6 weiß).
Inhalt: fol. A1r: Titel — fol. A1v: Aldus Manutius: Epistula Demetrio Chalcondylæ — fol. A2r: Epigrammata — fol. A2v: Vita et argumenta — fol. A6v: Euripides: Hecuba — fol. Δ4: weiß — fol. E1r: Euripides: Orestes — fol. I1r: Idem: Phoenissæ — fol. N1r: Idem: Medea — fol. O10v: weiß — fol. Π1r: Euripides: Hippolytus — f. T1r: Idem: Alcestis — fol. Φ6: weiß — fol. Χ1r: Euripides: Andromache — fol. Ω8v: weiß — fol. AA1r: Euripides: Supplices — fol. ΔΔ1r: Idem: Iphigenia in Aulide — fol. HH6: weiß — fol. ΘΘ1r: Euripides: Iphigenia in Tauris — fol. χ1r: Lagenverzeichnis — fol. χ3r: Kolophon — fol. χ3v-χ4r: weiß — fol. χ4v: Signet.

Dunkelbraunes venezianisches Maroquin der Zeit auf drei Doppelbünden mit Pappdeckeln und Vergoldung auf Vorder- und Hinterdeckel: außen drei blindgeprägte Linien, die im Abstand von etwa 10 mm wiederholt werden, es folgt, beidseitig von einer breiten Goldlinie abgesetzt, ein vergoldeter Rahmen aus einem wiederholten Einzelstempel, dessen Form aus dem Spitzenwerk und der Maureske rührt. Von I. Schunke: Einführung in die Einbandbestimmung, Beilage II, „Doppelkreismaureske“ benannt. Cf. Hobson p. 105 & A. Lichtwark: Der Ornamentstich der deutschen Frührenaissance nach seinem sachlichen Inhalt, p. 30 sqq. & p. 115 sqq. Der Rahmen ist in der Mitte waagrecht fortgesetzt, so daß das Mittelfeld in zwei senkrecht übereinander befindliche Hälften geteilt wird. ln den Winkeln der so entstandenen Rechtecke goldgeprägte sechszackige Sterne, in den Mitten je ein Ornament aus vier kreuzförmig angeordneten auf den Spitzen stehenden Quadraten mit konkaven Seitenlinien, an dessen Endpunkten kleine Kreise. Der Rücken mit Blindprägung aus schrägen, sich kreuzenden Dreifachlinien, auf den Schnittpunkten und in der Mitte der so entstehenden Rauten kleine Doppelkreise. Schnitt vergoldet und mit Knotenstempeln gepunzt. Handgestochene naturfarbene zweistöckige Kapitale. Cf. De Marinis/Fürstenberg pp. 34, 36 & 38 - Hobson: Humanísts and Bookbinders, Abb. 17, 84, 93, 133 & 140 – Sourget Cat. I,17 & Abb. - Mit bis auf ein Detail identischem Stempel für den Rahmen, gleichfalls auf einem Einband dieser Euripides-Ausgabe: Sotheby: The Holford Library. II,293 & Abb. – First Edition Club: Thirty Bindings, p. 4 & plate II. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Euripides, der etwa zwischen 480 und 406 v. u. Z. lebte, ist der dritte und letzte der großen griechischen Tragiker. Er wurde auf Salamis geboren, lebte in Athen und starb am makedonischen Königshof. Nur 18 seiner 75 in der Antike als echt anerkannten Dramen sind erhalten; Rhesos ist umstritten. Er gilt als einer der bedeutendsten Tragödiendichter überhaupt, als Gestalter unvergänglicher Bühnengestalten und Meister der Psychologie. In seinem Werk sind jedoch schon Einflüsse der aufklärerischen Sophistik sowie der Rhetorik erkennbar. Formale Gestaltungsmittel sind orientierender Prolog, Schauspielerarie, Streitgespräch und ‚Deus ex machina’. Während die Sprache sich der des Alltags nähert, werden die Chorlieder zu selbständigen Gedichten. Die Wirkung des bei Lebzeiten wenig anerkannten Dichters war schon in hellenistischer Zeit groß; zahlreiche Adaptionen seiner Stoffe bis in die Neuzeit sind Ausdruck der Lebendigkeit seines Schaffens.
¶ Editio princeps. Zur Datierung dieser Ausgabe cf. Fletcher, op. cit., p. 107: Die Ausgabe wird mit allen 18 Stücken im zweiten Aldus-Katalog vom 22. Juni 1503 erwähnt, der Druck des Werkes, dessen Titel ja nur 17 auflistet, muß also zu jenem Zeitpunkt bereits fertiggestellt worden sein. Die Datierung liegt also nicht im venezianischen Stil, sondern im neuen vor.

Einband an den Kanten bestoßen und etwas berieben, die hintere obere Ecke mit kleinem Schaden in Bezug und Deckel, der Rücken unter Verwendung des alten Materials fachmännisch erneuert. Sonst nur stellenweise leicht berieben. Das Gold meist oxydiert bzw. auf dem Hinterdeckel abgegriffen. Schnitt etwas ungleich. Innen meist sauber und nur vom Rand her teils etwas stockfleckig, jedoch wenige Marginalien und Einträge, teils in deutlicher griechischer Schrift, v. a. H. auf leeren Seiten bzw. Seitenteilen; Tintenlöschungen auf einigen Blättern der Phoinissai. Sonst Buchblock im originalen Zustand, mit den Einprägungen durch den Druck. Provenienz: Bis auf einen unbekannten englischen Vorbesitzer nicht zu ermitteln.

Editio princeps. Contemporary brown morocco, richly gilt. Spine skillfully repaired; some annotations, slightly stained, else good.

Renouard 43,10 (« Première et rare édition d'Euripide, dont il n'avoit encore été imprimé que quatre tragédies, vers 1496, à Florence, par les soins de J. Lascaris, [...] ») - Adams E 1030 - Ebert 7071 („Der 2te Theil fehlt oft“) - DeBure 2550 (« Edition très belle & fort estimée »)
Die Einbandabbildung stammt von einer aufgefundenen schwarz-weißen Photographie und wurde farblich etwas an den erinnerten Originalzustand angepaßt, die beiden anderen aus meinem Katalog Nr. 7 und Material zu diesem; die beiden dortigen Fußnoten sind oben eingearbeitet, die Inhaltsangabe wurde hinzugefügt.

 

Zum Vergleich die schwarz-weiße Abbildung aus dem Katalog:
Einbandabbildung