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Adam Gottlob Oehlenschläger:
Aladdin oder die Wunderlampe

 

Adam Gottlob Oehlenschläger: Aladdin oder die Wunderlampe

 

Adam Gottlob Oehlenschläger: Aladdin oder die Wunderlampe

 

Ein phantastisches dramatisches Gedicht

Adam Gottlob Oehlenschläger:

Aladdin oder die Wunderlampe. Ein dramatisches Gedicht in zwei Spielen von Adam Oehlenschläger.

Amsterdam: Kunst- und Industrie-Comtoir, 1808.

Octavo. 150 x 94 mm. [16] (u. a. mit Widmung: „An Göthe“), 564 Seiten. – Wasserzeichen, bis auf Lage R: „STRAUS“. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten.

Handgefertigter hellbrauner Kalblederband des frühen 20. Jahrhunderts (155 x 102 x 29 mm) mit glattem, durch dreifache Linien in sechs Felder geteiltem Rücken, auf zweitem Feld ein dunkelbraunes Maroquintitelschildchen, unten das Jahr, die anderen mit ornamentaler Vergoldung aus kleinen Blütenstempeln in den Ecken, fleuralen, rankenähnlichen Stempeln sowie einem rautenförmigen Mittelormament. Die Deckel mit dreifachem Randrahmen aus goldgeprägten Linien, durch zweifache Linien abgeteiltes, dezent gesprenkeltes Mittelfeld; filigrane Steh- und Innenkantenvergoldung; Kopfgoldschnitt, handgestochene schwarz-grüne Seidenkapitale; Vorsätze aus feingemustertem ockerfarbenem/rotem Kattunpapier. Gebunden von P. A. Demeter, jedoch unsigniert. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.

Großzügiger, wohlgestalteter Druck in der Unger-Fraktur.
¶ Adam Gottlob Oehlenschläger (1779-1850), ein dänischer Dichter der Romantik und Klassik, verfaßte seine späteren Werke auf Deutsch bzw. übersetzte sie selbst ins Deutsche.
¶ „Aladdin oder die Wunderlampe“ ist ein bezauberndes, in Hexametern geschriebenes, phantastisches dramatisches Gedicht nach einer der schönsten Erzählungen aus „Tausendundeiner Nacht“; es wurde am 15. Dezember 1815 in Wien uraufgeführt und gab den Anlaß für die Gründung der literarischen Gesellschaft „Ludlamshöhle“, eines Treffpunktes von Schauspielern, Sängern, Musikern und Gelehrten des biedermeierlichen Wien.
¶ Heinrich Heine schrieb über Oehlenschläger: „Ew. Wohlgeboren sind derjenige dramatische Dichter unserer Zeit, den ich am meisten liebe und am höchsten verehre“.

Selten. Hinterer Deckel kaum merklich berieben, der Einband sonst gut erhalten. Innen von vereinzelten Stockfleckchen abgesehen weiß und sauber. Schönes, dekoratives Exemplar in Meistereinband.

First German edition. Early 20th-century calf, spine richly gilt, covers gilt, upper edge gilt. A fine copy in a decorative binding.

Erste deutsche Ausgabe. Hirschberg/Goedeke 364 (falsch 1809) – Goedeke VI,165,1 – cf. Ensling/Engelmann I,288 (2. Aufl).

 

Am 15. Dezember 1815 fand in Wien die Uraufführung von Oehlenschlägers Theaterstück Aladdin eller den forunderlige lampe statt, in dem eine Mutter Ludlam vorkommt, die in einer Höhle haust. Dies geriet zum Anlaß für die Gründung der literarischen Gesellschaft „Ludlamshöhle“, die bis zu ihrem Verbot ein berühmter geselliger Treffpunkt von Schauspielern, Sängern, Musikern und Gelehrten des biedermeierlichen Wiens bildete, ihr gehörten unter anderem Franz Grillparzer, Friedrich Rückert und Carl Maria von Weber an. In der Nacht des 18. April 1826 wurde diese Gesellschaft der „Staatsgefährdung“ verdächtigt und verboten. Auf Anordnung des Wiener „Allbelauerers“, des Polizeioberdirektors Alois von Persa (vor 1770 - 1829) besetzten mehr als 30 Polizisten „Haidvogels Gasthaus“, verhafteten die Anwesenden und beschlagnahmten sämtliche gefundenen Manuskripte. Am folgenden Tag wurden auch die Privatwohnungen der verhafteten „Ludlamiten“ durchsucht. Einige ihrer Mitglieder hatten noch Jahre unter Bespitzelung und anderen Schikanen zu leiden. 1949 schlossen sich in Wien die Schriftsteller Franz Karl Franchy, Egon Hajek, Theodor Heinrich Mayer, Friedrich Schreyvogel und Karl Wache zu einer „Neuen Ludlamshöhle“ zusammen, die bis 1972 Bestand hatte.