Startseite

Petrus Ciacconius: De Triclinio

 

Petrus Ciacconius: De Triclinio

 

Petrus Ciacconius: De Triclinio

 

Petrus Ciacconius: De Triclinio

 

Petrus Ciacconius:

De Triclinio, sive de modo convivandi apud priscos romanos, et de conviviorum apparatu. Accedit Fulvii Ursini appendix et Hier. Mercurialis de accubitus in coena antiqvorvm origine, dissertatio. Editio novam ad Wetstenianam cvravit.

Leipzig: Michael Ludwig Teubner, 1758.

Duodecimo. 140 x 82 mm. [12], 445, [23] Ss. (incl. Index). Mit gestochenem Frontispiz, zwei halbseitengroßen Kupfern, dreizehn ganzseitigen Kupfern, einem ungezählten Blatt Kupfertafel sowie fünf gefalteten Blatt Kupfertafeln.

Kalblederband der Zeit auf vier echten erhabenen Bünden, schwarzes Rückenschild auf zweitem Feld, Reste von Rückenvergoldung.

Nachdruck der Ausgabe von 1664 mit denselben Abbildungen, doch wesentlich seltener als diese frühere Ausgabe. Die Kupfer zeigen Tafelszenen, wobei die Personen auf dem Speisesofa liegen, teils mit Randdarbietungen von Schaugefechten etc., Badeszenen und -geräte, (bacchantische) Musiker, Misch-, Trinkgefäße und dergleichen. Pedro Chacon (1525-1581), ein spanischer Priester aus Toledo, studierte Theologie, Philosophie und Mathematik; das Griechische soll er sich ohne Lehrer beigebracht haben. Neben zahlreichen Kommentaren zu klassischen Autoren verfaßte er Schriften zu antiken Zahlen, Maßen und Gewichten, dem Kalender sowie die vorliegende über das Speisesofa und die Gastmähler der Römer. Gute Ausgabe mit den Ergänzungen von Fulvius Ursinus (1529-1600) u. a. zum römischen Bad.

Einband berieben; Stempel auf Verso des Frontispizes; innen meist etwas stockfleckig bzw. leicht gebräunt. - Sehr selten.

Vicaire 174/5 - Simon: Gastron. 345 - Simon: Vinaria 229 - Schraemli 113 (Ausgabe Amsterdam 1664) - cf. Ebert 4242– Bibliographien.

 

Lat. triclinium von τρικλίνιον, τρι-, τρεῖς, drei, und κλίνω, sich neigen, anlehnen, zu Tisch legen.
Jede Couch war so bemessen, daß sie ein Essen aufnehmen konnte, das auf Kissen auf der linken Seite lag, während einige Haushaltssklaven die Speisen aus der Culina servierten und andere die Gäste mit Musik, Gesang oder Tanz unterhielten.

Das Triklinium zeichnete sich durch drei Klinai, κλίναι, κλίνη, an drei der Seiten eines niedrigen quadratischen Tisches, mensa, aus, deren Oberflächen sich um etwa 10 Grad neigten. Die Gäste lehnten darauf in einer halb liegenden Position. Die vierte Seite des Mitteltisches in Richtung zum Eingang des Raumes wurde freigelassen, um das Bedienen zu ermöglichen.

Die Sitte, κλίναι beim Essen zu verwenden, wurde bei den Griechen im frühen siebenten Jahrhundert v. u. Z. populär. Von dort verbreitete sie sich in Magna Graecia und wurde dann von den Etruskern übernommen.

Im Gegensatz zur griechischen Tradition, nur männliche Gäste in den Speisesaal, ἀνδρών, ἀνδρωνῖτις, zu lassen, während die täglichen Mahlzeiten mit dem Rest der Familie im οἶκος eingenommen wurden, scheinen die Etrusker den Gebrauch des Trikliniums nicht auf das männliche Geschlecht beschränkt zu haben.

Solche Gastmahle dauerten vom späten Nachmittag bis in die Nacht. Meist wurden 9–20 Gäste eingeladen, deren Plätze in bestimmter Reihenfolge angeordnet wurden, um die Statusunterschiede und die Nähe zum Dominus hervorzuheben. Die Speisesäle wiesen eine aufwendige Dekoration mit komplexen Szenen und Gemälden oder Mosaiken auf. Dionysos, Venus und Stilleben mit Lebensmitteln erwiesen sich als beliebt. Größere Häuser hatten normalerweise mindestens zwei Triclinia; es ist nicht ungewöhnlich, vier oder mehr zu finden.

Kleine Triklinien wurden für Dinnerpartys mit einer exklusiveren Gruppe von Gästen verwendet. Ihre Dekoration war oft so kunstvoll wie die der größeren Triklinien. Wie in den großen waren Wein, Essen und Liebe beliebte Themen. Die Unterhaltung beinhaltete häufig auch die Rezitation von Literatur wie Epen. In zahlreichenen Häusern zu Pompeji bildet der kleinere Speisesaal, triclinium minus, eine Suite mit angrenzendem cubiculum, Schlafgemach, und Bad.
 

„Als sich das Mädchen auf der Flöte und der Knabe auf der Cither hatten hören lassen, und beide den Zuhörern großes Vergnügen gemacht zu haben schienen, sagte Sokrates: Man muß gestehen, Kallias, deine Bewirthung läßt nichts zu wünschen übrig; du begnügst dich nicht, durch ein untadeliches Gastmahl unserm Gaumen gütlich gethan zu haben, du verschaffst auch noch unsern Augen und Ohren die angenehmste Befriedigung.“ — Xenofons Gastmahl, Übersetzt von Christoph Martin Wieland. Stuttgart: Christoph Eberhard Finckh, 1827.