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Beutelbuch

 

Nachbildung eines mittelalterlichen Beutelbuches

 

Nachbildung eines mittelalterlichen Beutelbuches.

Gebunden in Berlin, um 1995.

109 x 76 mm. [208] weiße Seiten. Leerbuch von 13 Lagen zu je acht Blatt Büttenpapier.

Handgefertigter hellbrauner Kalbledereinband (118 x 88 mm) auf drei echten Bünden und abgeschrägten Buchenholzdeckeln mit reicher Blindprägung. Auf den Deckeln innerhalb eines Musters schräger Linien kleine fleurale Stempel in elf Zeilen zu jeweils fünf bzw. sechs Stück. Diese Stempel auch auf den Rückenfeldern in verschiedener Anzahl ähnlich angeordnet verwandt. Handgestochene Seidenkapitale in gelb/hellgrün, ein Schließband mit Messingschließe. Spiegel aus Pergamentblättern. Das eine Ende des Einbandbezuges verlängert und am Ende mit einem fein geflochtenen Ring aus demselben Leder versehen. Höhe mit Beutel: 299 mm. Gebunden von Christian Klünder, Berlin-Moabit.

Das Beutelbuch, eine überaus merkwürdige Form des gebundenen Buches, die immerhin zwei Jahrhunderte hindurch (vom 14. bis zum 16. Jahrhundert) florierte, ist dem Gedächtnis der Gegenwart völlig entschwunden, ja sogar oft genug nicht einmal mehr Bibliothekaren oder Bibliophilen geläufig (Alker: Das Beutelbuch in der bildenen Kunst, p. 7).
¶ Von den damals entstandenen Beutelbüchern sind nach Alker nur noch höchsten 25 Exemplare erhalten. Die anderen mögen mit der Sitte, die Bücher im Regal zu lagern, ihres Auswuches entkleidet worden sein. Wie dies meisterhaft gebundene Stück, das hier angeboten wird, handelte es sich auch bei den ursprünglichen um kleinformatige Bücher, meist um Gebets- bzw. Andachtstexte, bei denen man das Leder am unteren Einbandende dermaßen verlängerte, daß es zusammengefaßt und verknotet werden konnte, um das Buch in der Hand oder am Gürtel befestigt zu tragen. Bei der Nutzung kam der Beutel dann nach unten zu liegen, so daß er beim Lesen nicht störte.

Neuwertig.