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Honoré de Balzac:
Die Chouans oder Die Bretagne im Jahre 1799.

 

Honoré de Balzac: Die Chouans oder Die Bretagne im Jahre 1799

 

Honoré de Balzac:

Die Chouans oder Die Bretagne im Jahre 1799.

München: Der Bücherwinkel, 1923.

Quarto. ca. 264 x 207 mm. 235, [3], [2 weiße] Seiten. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten.Mit zwanzig rot eingedruckten Original-Lithographien im Text sowie vierzig ganzseitigen, s/w Original-Lithographien auf vierzig ungezählten Blättern. Zusätzlich die Extrasuite aller Lithographien, signiert, in separater Mappe.

Handgefertigter mittelbrauner Niger-Maroquinband auf fünf echten, erhabenen Bünden, die durch vergoldete Linien abgesetzt sind, auf dem zweiten Feld der goldgeprägte Titel, unten Ort und Jahr. Die Deckel mit vergoldeten Randrahmen aus einer Linie und davon abgesetzt ein weiterer Rahmen aus zwei Linien. Handgestochene grün/weiße Seidenkapitale, Kopfgoldschnitt, vorn und unten unbeschnitten. Vorsätze aus Marmorpapier in blauem Grundton; Innenkantenvergoldung aus einer Linie. Signiert auf hinterem Spiegel unten „HEYNE-BALLMÜLLER“.
¶ Extrasuite der Lithographien in einer handgebundenen Flügelmappe, bezogen mit demselben mittelbraunen Niger-Maroquin, auf dem glatten Rücken der Titel, die Vergoldung der Deckel wie beim Buch, doch auf dem Vorderdeckel zusätzlich eine vierzeilige Titelei in Versalien. Signiert auf vorderem Spiegel unten „HEYNE-BALLMÜLLER“. ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Eins von nur 75 römisch in der Druckpresse numerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer zweiten Folge aller 60 Original-Lithographien, jede davon vom Künstler handsigniert, lose in einer gesonderten Original-Maroquinmappe. Gesamtauflage 375 Exemplare. Unter dem Kolophon von F. Heubner signiert. Dieses Exemplar, Nr. XLV, wurde gedruckt für das „Kaufhaus des Westens, Berlin | Bücherabteilung“. Druck der Lithographien durch die Kunstanstalt Heinrich Eigner, des Textes in der Breitkopf-Fraktur von B. Heller in München.
¶ Der Münchner Maler und Graphiker Friedrich Leonhard Heubner (1886 - 1974), Schüler von Julius Diez und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der „6“, der auch Emil Preetorius angehörte, zeichnete Karikaturen für die „Jugend“, Plakate u. a., war aber vor allem als Buchillustrator tätig. Seine Werke wurden ab 1912 auf zahlreichen Ausstellungen der „Secession“ in München und Berlin gezeigt. Seine zarte wie lockere Manier erinnert an Slevogt oder Meid. Cf. Thieme/B. XVII,2; Vollmer II,436 & Schauer II,97.

Die Einbandrücken in der unteren Hälfte mit wenigen schwachen, kleinen Flecken, an den Gelenken stellenweise minimal berieben. Innen im äußersten weißen Rand papierbedingt minimal gebräunt. Sonst sehr gut..

First edition. Brown morocco, gilt, five raised bands, bound by Heyne-Ballmüller. One of 75 copies, of a total edition of 375. With an extrasuite of the lithograph illustrations by Friedrich Heubner. Fine.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. „Die Drucke des Bücherwinkels“, „Zweiter Druck“. Rodenberg 350,2 - Lang: Impressionismus 95 - Sennewald 23,1.

 

Les Chouans ist der erste Roman, den Balzac unter seinem Namen veröffentlichte, er spielt unter bretonischen Landleuten, Chouans genannt, die 1799 an einem royalistishen Aufstand gegen die Revolutionäre teilnahmen.

Zu Beginn des Romans wird der republikanische Befehlshaber Hulot von chouanischen Kämpfern angegriffen, die Dutzende von Wehrpflichtigen abhalten. Marie de Verneuil, eine Aristokratin, wird von Joseph Fouché dazu bestimmt, den königlichen Führer Marquis de Montauran, der auch als „Le Gars" bekannt ist, zu bezwingen und ihn gefangen zu nehmen. Dabei wird sie von einem skrupellosem Detektiv namens Corentin unterstützt. Doch vermag Marie de Verneuil ihr Ziel nicht zu erreichen. Trotz Corentin und der Chouans, die sie verabscheut, plant sie, den Chouan-Führer zu heiraten. Von Corentin in die Irre geführt, daß der Marquis de Montauran ihre Rivalin Madame du Gua liebt, befiehlt Marie de Verneuil, die Aufständischen zu vernichten. Sie entdeckt die Täuschung zu spät und opfert sich, um erfolglos zu versuchen, de Montauran zu retten, den sie einige Stunden zuvor geheiratet hat. Am Morgen nach der Hochzeitsnacht stirbt sie an seiner Seite.