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Lucius Flavius Arrianus:

 

Abbildung zu Flavius Arrianus

 

Abbildung zu Flavius Arrianus

 

Abbildung zu Flavius Arrianus

 

Vorbesitz: Jeremias Spiegel

Ἀρριανός, Lucius Flavius Arrianus:

AΡΡIANOY | ΠEPI AΛEΞANΔPOY | ANABAΣEΩΣ IΣTOPIΩN | βιβλία ὀκτώ || ARRIANI DE EXPEDI-|TIONE SIVE REBVS GESTIS | Alexandri Macedonum Regis libri octo, nuper | & reperti, & quàm diligentissimè | in lucem editi. || (...) || BASILEAE.
Kolophon fol. R8r auf griechisch, s. u.; fol. R8v: Signet: Athene mit Speer und Schild.

Basel: Robert Winter, 1539.

Octavo. 153 x 99 mm. [8] Bll., [320] Bll. – Lagenkollation: a8, a-z8, A-R8. ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten.

Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit auf Pappdeckeln und drei Doppelbünden, mit den Inititalen „E § M § H“ sowie „1555“ auf dem Vorderdeckel. Die Kapitale in Grün/Natur handgestochen. Zur Rolle CG-1551 siehe Husung pp. 20 und 23 und Tafel L mit identischem CG. Haebler I,136 n° 3 schreibt die hier verwendete Rolle einem Wittenberger Buchbinder zu (cf. pp. 138-9). ❦ Werden innerhalb der Einbandbeschreibungen die Einbandgrößen angeführt, so steht Höhe vor Breite vor Dicke.
An dieser Stelle befindliche bibliographische Angaben beziehen sich auf den Buchbinder bzw. den Einband.

Flavius Arrianos (etwa 95-175) war lange Zeit Offizier und hoher Beamter im römischen Dienst. Seine Anabasis schildert die Geschichte des Feldzugs Alexanders des Großen in nüchterner, auf die Quellen zurückgehender Dar­stellungsweise.
¶ Nicolaus Gerbel (+1560), der Herausgeber, verbesserte nach Manuskripten oder nahm überhaupt Manuskripte zur Vorlage, was dadurch gestützt wird, daß hier zum ersten Mal das siebente und achte Buch getrennt erscheinen, sowie durch Lesarten in V,4,4. Damit ist diese zweite griechische Ausgabe philologisch wertvoller als die erste Venedig: Bart. Zanetti, 1535. Cf. ADB VIII,716 sqq. - Zu Gerbels Gönner Jacob Sturm, bedeutendster Staats­mann Straßburgs im 16. Jh., dem die Widmung gilt, cf. ADB XXXVII,20 sqq.
¶ Robert Winter (+1553/4) arbeitete etwa zwischen 1533 und 1546, war Sohn des Krämers Ruprecht, nach die­sem nannte er sich auch Ruprecht W. der Jüngere. Er war 1518 Mitglied der Safran-, 1521 Mitglied der Schlüssel­zunft, verheiratet mit Anna Nachpur. Verlagsgemeinschaften ging er mit Lasius, Platter und seinem Schwager Opo­rin ein. Zwar war Winter vermögend, doch galt er als kein guter Geschäftsmann, da er zu verschwenderisch war. Seine Druckerei wurde dann von Oporinus übernommen. Cf. Josef Benzing: Die Buchdrucker des 16. und 17. Jh. im deutschen Sprachgebiet. Wiesbaden: Harrassowitz, 19822. p. 37, Nr. 22.
¶ Provenienz: 1. „E M H“, nicht entschlüsselter Besitzvermerk des 16. Jh. 2. Jeremias Spiegel mit seinem Eintrag auf dem Titel unten, cf. Jöcher IV,736 sqq. und Zedler XXXVIII,1592: „(...) ein guter Humaniste, studirte in der Schul-Pforte und zu Wittenberg, wurde 1616 Professor der Wohlredenheit daselbst, und 1617 Probst im Kemberg, wohin er unterschiedene von Adel nebst andern Studenten mitgenommen, die sich seiner Anweisung bedienet. Er hat bey der Wiederübersetzung des grammatischen Werckes, und bey der Auflage des Pindarus viel gethan, ist aber endlich wegen vieler Beängstigung des Schwedischen Krieges 1637 den 15 Septembr. eines plötzlichen Todes im 49. Jahre gestorben.“ In diesem Exemplar ist auf fol. B5r in der Schrift Jeremias Spiegels die Marginalie „Dulce bellum inexp(er)tis.“, eins der Adagia Erasmi, zu finden. Dies zu der Stelle: „... dann werden dir andere Makedonen und Griechen folgen, junge anstatt alter, ungebrochene statt gebrochener Gestalten, Menschen, denen der Krieg infolge ihres Mangels an Erfahrung für den Augenblick keine Furcht erregt und die für die Zukunft große Hoffnungen hegen.“

Einband etwas bestoßen und fleckig, Hinterdeckel unten und außen leicht wurmstichig. Innen sauber und breitrandig, unten bisweilen sogar Témoins; bei fol. c1 der untere weiße Rand abgeschnitten. Die handschriftliche Sei­tenzählung am oberen Rand stammt wohl von Jeremias Spiegel.

Adams A 2009 - VD16 A 3796 - Ind.Aur. I,2 109.031 - Hoffmann I,376 sq. („Diese Ausg. ist d. Grundlage aller folgenden.“) - Dibdin I,328 - Ebert 1233 - Graesse I,227 - BM STC germ 47 - Hieronymus: Griechischer Geist, n° 251. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.
Die Abbildungen eins und drei stammen aus Katalog acht und sind bearbeitet, die des Titelblattes von einem anderen Exemplar, daher ohne den Besitzeintrag.

 

Kolophon Arrian
In Katalog acht war diesem Werk beigegeben:
ARRIANI | NICOMEDENSIS | NOVI XENOPHONTIS AP|pellati, de rebus gestis Alexandri Ma|gni regis Macedonû libri octo, sum-|ma diligentia ad Græcum exemplar | emendati, & innumeris qui-|bus antea scatebant men-|dis repurgati. || BARTHOLOMAEO FACIO | uiro doctissime Interprete. || BASILEAE.
(Kolophon fol. B7v:) BASILEAE. | IN OFFICINA ROBERTI | VVINTER, MENSE | Martio. Anno | M. D. XXXIX.
Octavo. 154 x 94 mm. [8] Bll.; 397 Ss., [1] Bl. (Verso Signet wie oben) = a8; a-z8, A-B8.
Pergament des 17. Jh. auf drei versenkten Bünden, goldgeprägtes rotes Maroquin-Rückenschildchen, handgestochene Kapitale in Blau/Natur, Schnitt blau gesprenkelt.
¶ Mit den alten Vorreden von Facius und Jacobus Curulus versehener, jedoch anhand des griechischen Textes überarbeiteter Nachdruck der Übersetzung von Bartolomeo Facio, erstmals Pesaro, 1508.
Einband etwas fleckig, vorderes fliegendes Vorsatz mit Eintrag. Innen etwas gebräunt, bisweilen etwas fleckig.
Hoffmann I,377 - VD16 A 3796 - BM und Adams nur mit dem gr. Text.