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Διονύσιος ὁ Ἀρεοπαγίτης, Dionysios Areopagita: Opera omnia

 

Dionysios Areopagita: Opera omnia

 

Dionysios Areopagita: Opera omnia

 

Γνώθι καὶ ποίει

Διονύσιος ὁ Ἀρεοπαγίτης, Dionysios Areopagita:

D. DIONYSII | AREOPA-|GITÆ OPERA | OMNIA QUAE EXTANT. | EIVSDEM VITA. | SCHOLIA INCERTI AVTHO-|RIS IN LIBRVM DE ECCLE-|siastica Hierarchia. | QUAE OMNIA NVNC PRIMVM | à Ioachimo Perionio Benedictino Cormoe-|riaceno, Henrici Gallorum Regis interpre-|te, conuersa sunt. | HISCE ACCESSERE SANCTISS. | vetustissimorumq; patrum D. Ignatij atq; | Polycarpi epistolæ, vera pieta-|te, solidáque doctrina | refertæ. || COLONIÆ. | Apud hæredes Arnoldi Birckmanni. | M. D. LVII.

Köln: Birckmanns Erben, 1557.

Octavo. 152 x 95 mm. [14] Bll.; 271 Bll., [1] Bl.; [1] w. Bl. (Bl. 271 falsch: 071) – Lagenkollation: A-Z8, Aa-Nn8.

Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit auf drei Doppelbünden mit zwei Schließen; die Kapitale in Natur/Grün handgestochen. Die Rollen bei Haebler angeführt: Vorderdeckel „Salvator/Petrus/Paulus/Johannes“ I,448, n° 4; Hinterdeckel „Salvator/David/Paulus/(Johannes)“ I,448, n° 2. Diese sind nicht eindeutig einem Augsburger Buchbinder namens Simon Thumm zuzuschreiben, da sie später von anderen übernommen wurden und sich in den achtziger Jahren des 16. Jh. z. B. im Besitz eines Buchbinders G. E. wiederfinden lassen.

Unter diesem Pseudonym (zu den möglichen Autoren cf. John J. O’Meara: Eriugena. Oxford: Clarendon, 1988. p. 58.), das auf Apostelgeschichte XVII,34 zurückgeht, wurden zwischen 476 und 528 diese bis in die Neuzeit einflußreichen mystischen Traktate und Schriften verfaßt. Zweifel an der Identität des Autors wurden wohl schon von Hypatius (520-540) und Photius (820-891) gehegt, dann von Lorenzo Valla (1407-1457) geäußert und von Erasmus wie den Reformatoren aufgegriffen. Auch die neuere Forschung konnte den Verfasser nicht ermitteln. Seine Sprache, ein umständliches Griechisch, und das literarisch-philosophische Umfeld, Neoplatonismus und Πρόκλος ὁ Διάδοχος, Proklos (412-485), verweisen auf den antiochenischen Raum.
¶ Neben den Schriften, die sich mit der Hierarchie der Engel und ähnlichem befassen, steht die Mystische Theologie als knappes Werk, das parallel zu asiatischen, besonders jenen durch die mahāyānistisch-buddhistischen Prajnāpāramitā-Schriften vertretenen Religionsformen denkt.
¶ Zur Textüberlieferung: Kaiser Michael II. ließ 827 einen Kodex der unter den Namen Areopagitica überlieferten vier Schriften Περὶ θείων ὀνομάτων, „Die göttlichen Namen“, Περὶ μυστικῆς θεολογίας, „Die mystische Theologie“, Περὶ τῆς Οὐρανίας Ἱεραρχίας, „Die himmlische Hierarchie“ und Περὶ τῆς ἐκκλησιαστικῆς ἱεραρχίας, „Die kirchliche Hierarchie“ in Compiègne überreichen. Damit begann die Wirkung der Schriften im Abendland. Als erster ließ Abt Hilduin von St. Denis eine lateinische Übersetzung erstellen. Größere Wirkung erzielte jedoch die des berühmten Johannes Scottus mit dem Beinamen Eriugena um 860-2, der seit 845 in Gallien lebte. Es folgten noch im Mittelalter die Übertragungen von Johannes Sarracenus (gedruckt Strassburg: Husner, 1502-3), Anastasius Bibliothecarius (um 800 bis 879) und von Robert Grosseteste (um 1175 bis 1253); in der Renaissance schlossen sich Ambrosio Traversari (gedruckt Brügge: C. Mansion, ca. 1480) und Marsilio Ficino (gedruckt Florenz: Alopa, 1496) an. Die lateinische Editio princeps ist demnach die Ausgabe bei Colard Mansion um 1480.
¶ Die hier vorliegende seltene Übertragung in ciceronianisches Latein stammt von Joachim Périon (1499-1559), geboren und gestorben zu Cormery in der Touraine, gehörte seit 1517 dem OSB an; er kam 1527 nach Paris, wo er 1542 Doktor der Theologie wurde. Er übersetzte Justinos, Johannes von Damaskus, Aristoteles und viele andere Autoren. Profane Werke sind: „De fabularum, ludorum theatrorum antiqua consuetudine“ und „De origine linguae gallicae“. Cf. Jöcher III,1391-2 auch für eine Liste der Schriften.
¶ Provenienz: 1. Eintrag auf Titel: „15D64. | Γνώθι καὶ ποίει | Sum M. Joannis Gosswinj Gamundiani“ - 2. Auf Spiegel vorn oben: „Ex Libris M. Joannis Hirningerj.“ - 3. Kartause Buxheim mit Vermerk und Stempel auf dem Titel.

Einband mit gut sichtbarer, tiefer Prägung im qualitätvollen, meist glatten Leder; an den Ecken leicht berieben, wenige kleine Wurmlöcher in den Deckeln, ein Wurmgang im Falz des vorderen Vorsatzes, der nur das Papier angreift. Innen frisch; der Druck sauber, mit schönen, bisweilen expressionistisch anmutenden Initialholzschnitten; wenige Anstreichungen. Blattweiser an den jeweiligen Textanfängen. Das Lederband der unteren Schließe unauffällig hinterlegt.

VD16 D 1851 mit Variante: Köln: Apud Maternum Cholinum, 1557 - Nicht bei Adams, Brunet, Ebert, Graesse, Hoffmann, Machiels, Moranti, BM STC germ.

 

Dieses Motto „Γνώθι καὶ ποίει“ verwandte ich auf Lesezeichen.

Als Beispiel für die semantische Berührung mit Prajnāpāramitā:
Mystical Theology, chapter V.
“That the pre-eminent Cause of every object of intelligible perception is none of the objects of intelligible perception.
On the other hand, ascending, we say, that It is neither soul, nor mind, nor has imagination, or opinion, or reason, or conception; neither is expressed, nor conceived; neither is number, nor order, nor greatness, nor littleness; nor equality, nor inequality; nor similarity, nor dissimilarity; neither is standing, nor moving; nor at rest; neither has power, nor is power, nor light; neither lives, nor is life; neither is essence nor eternity, nor time; neither is Its touch intelligible, neither is It science, nor truth; nor kingdom, nor wisdom; neither one, nor oneness; neither Deity, nor Goodness; nor is It Spirit according to our understanding; nor Sonship, nor Paternity; nor any other thing of those known to us, or to any other existing being; neither is It any of non-existing nor of existing things, nor do things existing know It, as It is; nor does It know existing things, qua existing; neither is there expression of It, nor name, nor knowledge; neither is It darkness, nor light; nor error, nor truth; neither is there any definition at all of It, nor any abstraction. But when making the predications and abstractions of things after It, we neither predicate, nor abstract from It; since the all-perfect and uniform Cause of all is both above every definition and the pre-eminence of Him, Who is absolutely freed from all, and beyond the whole, is also above every abstraction.” — Translated by Rev. John Parker, M. A.