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François Savinien d’Alquié:
La Science et l’École des Amans, Ou Nouvelle découverte des Moyens infallibles de Triomfer en AmourAbbildungenDeskriptionApuleiusWeitere WerkeVerweise

Über die Kunst, Herzen zu erobern und geliebt zu werden

François Savinien d’Alquié:

LA | SCIENCE | ET | L’ECOLE | DES | AMANS, | Ou | Nouvelle découverte des Moyens | infallibles de Triomfer en | Amour. | La ſeconde Edition.

Amsterdam: H. & Th. Boom, 1679.

Duodecimo. 131 × 70 mm. [16], 340, [4] Seiten. Mit gestochenem Vortitel.

Handgefertigter Kalbledereinband der Zeit auf vier echten Bünden mit reicher Rückenvergoldung, Stehkantenvergoldung. Schnitt gesprenkelt.

Die Betrachtungsweise ist sowohl psychologisch wie gesellschaftlich, und wenigstens zum Teil noch von den mittelalterlichen Minnebräuchen inspiriert. Der erste Teil beinhaltet die Kunst, Herzen zu gewinnen und geliebt zu werden; der zweite befaßt sich mit der Belagerung des Herzens; der dritte mit dem Sieg über ein Herz; der vierte mit dem Triumph des Herzens; der fünfte mit dem Bewahren des Herzens; der letzte Teil befaßt sich mit verlorenen Herzen. — Provenienz: Auf dem vorderen Spiegel das gestochene Wappenexlibris von „Christ. Lud. a Tieffenbach“, Christian Ludwig von Tieffenbach (1719 – 1776), preußischer Kriegs-, Hof- und Kriminalrat, Präsident der Oberrechenkammer, Geheimer Finanzrat unter König Friedrich II. Er gehörte bis 1755 der Berliner Loge „Zu den drei Weltkugeln“ an.

Einband teils etwas berieben, oberes Kapital mit minimaler Fehlstelle. Titel mit kleiner Fehlstelle im weißen Rand; einige Lagen papierbedingt gebräunt, Vortitel rechts knapp beschnitten. Schönes Exemplar aus gutem Vorbesitz. Selten.

Contemporary calf, four raised bands, spine richly gilt. From the library of „Christ. Lud. a Tieffenbach“, with his exlibris on upper paste down.

Goldsmith mit Ausgaben 1677 & 1697 - Brunet I,201 mit Ausgabe von 1677 - Graesse I,86 mit der zweiten (?) Ausgabe 1697 – nicht in der BN – Bibliographien.

 

Apuleius: Metamorphoses

Et languore simulato vulnus animi mentitur in corporis valetudine. Iam cetera salutis vultusque detrimenta et aegris ei amantibus examussim convenire nemo qui nesciat: pallor deformis, marcentes oculi, lassa genua, quies turbida et suspiritus cruciatus tarditate vehementior: crederes et illam fluctuare tantum vaporibus febrium, nisi quod et flebat. Heu medicorum ignarae mentes! Quid venae pulsus, quid caloris intemperantia, quia fatigatus anhelitus et utrimquesecus iactatae crebriter laterum mutuae vicissitudines? Dii boni! Quam facilis licet non artifici medico, cuivis tamen doctu Veneriae cupidinis comprehensio, cum videas aliquem sine corporis calore flagrantem. — X,ii. Ausg. 1500, Ausg. 1521.

Sie stellte sich unpäßlich und verbarg die Wunde ihrer Seele unter einer vorgegebenen Krankheit des Leibes. Wie leicht dies sei, weiß ein jeder, da Kranke und Liebende einander nicht allein im schmachtenden Ansehen, sondern auch im übrigen Befinden vollkommen ähnlich sind. Totenbleich war ihr Gesicht; ihre Augen matt, es zitterten ihre Knie. Sie schlief äußerst unruhig und stöhnte ohne Ende. Man glaubte, sie habe das Fieber; nur daß sie auch weinte! O der blödsinnigen Ärzte! Nicht zu merken, was ein heftig schlagender Puls, eine innere Hitze, ein schwacher Atem, ein öfteres Herumwerfen von einer Seite zur anderen andeuten! Doch braucht’s, ihr guten Götter, der Arzneikunde so wenig und nur einigermaßen Bekanntschaft mit der Liebe, um das Rätsel einer sonder körperliche Hitze brennenden Kranken auf den ersten Blick zu erraten! — Übersetzt von August Rode. Berlin: Propyläen, 1920.

 

Nicht das einzige Buch dieser Art aus dieser Bibliothek, einst bei diesem Antiquar

Florent Carton Dancourt:
Les Folies Amoureuses. Comedie.
Den Haag: Etienne Foulque, 1705.
Duodecimo. ca. 147 × 80 mm. 96 Seiten. Titel mit Holzschnittvignette; Holzschnittzierleisten und -initialen.
Schlichte Broschur der Zeit.

Ab p. 79: „Le Mariage de la Folie, Divertissement Pour la Comedie des Folies Amoureuses“.
Auf der Innenseite des vorderen Umschlages des gestochene Exlibris von „Christ. Lud. a. Tieffenbach“.
Broschur im Rücken beschädigt, anfangs eselsohrig, Titel angestaubt, sonst recht gut. Sehr selten.
Cf. Georgi V,104 - Brunet VI,16489.

Doch auch Ernsthaftes, eines Staatsdieners Würdiges

Charles de Montchal:
Memoires de Mr. de Montchal, Archeveque de Toulouse, contenant des Particularitez de la vie et du ministere du Cardinal de Richelieu. Tome I. [Tome II.].
Rotterdam: Gaspar Fritsch, 1718.
Duodecimo. ca. 177 × 103 mm. I: [4], 342 Seiten. - II: [2], Seiten 345-750. Titel von I in rot und schwarz, mit gestochener Druckermarke, Titel von II mit Holzschnittvignette; Holzschnittinitialen.
Handgefertigte schlichte Pappeinbände der Zeit, bezogen mit schwarz gesprenkeltem braunem Papier; Bibliothekschildchen auf Rücken. Unbeschnitten, teils unaufgeschnitten.

Der französische Geistliche Montchal (1589-1651), der erst Kanonikus zu Angouleme, dann Abt von St. Amand, später Erzbischof von Toulouse wurde, war wegen seiner Kenntnisse in der kirchlichen und weltlichen Geschichte berühmt. In den „Memoires“ schildert der Zeitgenosse den Minister und Kardinal Richelieu (1585-1642) als einen Tyrannen, Betrüger und gottlosen Menschen.
Einbände leicht berieben, innen teils schwach gebräunt, sonst gut. Gestochenes Exlibris auf beiden vorderen Innendeckeln: „ex libris Christ. Lud. a. Tieffenbach“.
Erste Ausgabe. Georgi V,272. Nicht bei Brunet, Graesse.

Dancourt: Les Folies Amoureuses, 1705     Memoires de Mr. de Montchal, 1718