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Paulus Aemilius & Arnoldus Ferronius

 

Abbildung zu Paulus Aemilius und Arnoldus Ferronius, Geschichte Frankreichs, 1572

 

Abbildung zu Paulus Aemilius und Arnoldus Ferronius, Geschichte Frankreichs, 1572

 

Paulus Aemilius & Arnoldus Ferronius:

Pauli Aemilij und Arnoldi Ferroni. Der Kön. May. in Franckreich Parlament Rahts Frantzösischer und anderer Nationen mit einlauffender Historien (...) in Neuntzehn Bücher verfasset. Darzu ist kommen ein Außfürliche Histori (...) durch Johan Thomas Frey (...) Sampt aller Königen Bildnussen und zwey vollkomnen Registern. (...) vertolmetschet Durch Christian Wurstisen der Mathematick Professor zu Basel (...) Getruckt zu Basel.
ANGEBUNDEN: Arnoldi Ferroni von Burdeaux (...) eigentlich beschreibung Frantzösischer und anderer mit einlauffender Historien (...) in Neun Bücher verfasset. Darzu ist kommen ein Außfürliche Histori (...) durch D. Jo. Thomas Freyen von Freiburg im Breißgouw (...) vertolmetschet Durch Christian Wurstisen (...) [Signet] Getruckt zu Basel im Jar M. D. LXXII.
[p. CCCCV:] Fürfürung Pauli Aemilij unnd Arnoldi Ferroni Frantzösischer Historien so sich under den drey letsten Königen zugetragen durch D. Johan Thomas Frey eigentlich in Latein beschrieben und erst neuwlich mit fleiß vertolmetschet. verso: Signet. — Kolophon: Getruckt zu Basel durch Sebastian Henric Petri Jm Jar M. D. LXXII.
ANGEBUNDEN: Frantzösische Historij. Allerlay Religion und Wälthändlen So sich under König Henrico IJ, Francisco II unnd Carolo IX inn Franckreich bisz auff gegenwärtige zeyt erhörter unnd unerhörter weiß sich habend zugetragen. Jetztund newlich auß lateinischer unnd Frantzösischer sprach in unsere gemeine Teutsche sprach verteutschet. [Ornament] M. D. LXXIIII

Basel: Henric Petri, 1572 & 1574.

I: Folio. 316 x 200 mm. [4] Bll., [6] Bll. (Register); dcxiii Ss., [1] w. Bll. - Lagensignaturen: +4, a6, A-Z6, Aa-Zz6, AA-DD6, EE8.
II: [6] Bll.; cccciii Ss.; Ss. ccccv - cccclxxvii; [1] Bl. (Seiten 399-402 vom Buchbinder ausgelassen!) - Lagensignaturen: o2, *4, a-z6, aa-kk6, ll2 (statt 4); mm-qq6, rr8.
III: [4] Bll., cclxii Bll., [5] Bll. (Index), [1] w. Bl. - Lagensignaturen: ):(4; A-Z6, Aa-Tt6, Uu4, Xx6, Yy6 -  ❦ Werden nach den Formatangaben Maße in Millimetern genannt, beziehen sich diese auf die Blattgrößen, Höhe vor Breite, i. A. gemessen in den Buchblockmitten.
Mit Holzschnittdruckermarken auf den Titeln, zahlreichen Holzschnittinitialen sowie feinen Zier- und Schlußstücken.

Schweinsleder der Zeit auf Holzdeckeln, datiert 1585, auf fünf Doppelbünden mit zwei Schließen und reicher Blindprägung von Rollen und Platten sowie handgestochenen Kapitalen. Die Schrift auf dem Vorderdeckel ist mit roter Farbe eingeprägt. Die Rollen &c nicht bei Haebler.

Nach Fueter: Geschichte der neueren Historio­graphie, pp. 139-141, handelt es sich bei der vorliegenden um die erste deutsche und um eine der vollständigsten Ausgaben; die unsignierten, lebendig gestalteten Portraits gehen auf französische Vorbilder zurück.
Zu den Verfassern: Paulus Aemilius starb 1529, cf. Jöcher I, 121 und Bayle II, 379-382. Ihm wurde bei der Abfassung dieser Geschichte von französischer Seite eine zu große Objektivität und Unabhängigkeit vorgeworfen. Die Art der Bearbeitung wurde hingegen von den Humanisten, unter ihnen Erasmus, gelobt. - Arnold Ferron starb 1563; cf. Jöcher II, 586. - Johann Th. Freige war Anhänger des Petrus Ramus und starb 1583; cf. Jöcher II, 738, Bayle II, 548 (besonders D) und ADB 7, 341-3. - Christian Wurstisen (Urstisius), der sich besonders um die Geschichtsschreibung seiner Heimat verdient gemacht hat, lebte von 1544 bis 1588; cf. Jöcher IV, 1742, ADB 44, 346-7 sowie Museo helvetico part VII.
¶ III: Behandelt Ereignisse zwischen 1557 und 1574; während Aemilius und seine Mitautoren die Geschehnisse verzeichnen, wird hier mehr Wert auf die Beschreibung der Umstände, Meinungen sowie kirchlichen Überzeugungen und deren Darstellung gelegt. Das Holzschnittornament auf p. cclix des ersten Teils ist identisch mit dem auf f. cxxxj der vorliegenden Französischen Historien, selbst in den Ausbrüchen, Verdickungen u. s. w.: von daher wie von der Type kann wohl auf den Drucker, also Henric Petri, geschlossen werden. Gleiche Übereinstimmung gilt für ccxviij und fol. clxiij v.

Einband etwas fleckig und leicht berieben. Innen manchmal leicht stockfleckig, sonst papierbedingt etwas gebräunt.
Provenienz: 1. Johann Günther von Schwarzburg/Arnstädt/Sondershausen (20.12.1531 - 28.10.1586) mit dem Eintrag als Supraexlibris auf dem Vorderdeckel, daß das Buch in die Bibliothek zu Sondershausen gehörte. Zum Reichsgrafen Hans Gunter siehe Zedler 38, 734 und 35, 1955 ff; zu Sondershausen und dem Brand der dortigen Bibliothek Zedler 38, 733. - 2. Herzogliche Behörden-Bibiothek, Dessau, mit dem Stempel auf dem Titel und p. xci. — III: Minimal stockfleckig und bis auf einige Lagen schlechteren Papiers weiß.

I, II: Ind. Aur. 100.836 - Graesse I, 25 - Ebert 146 - NUC 159, 404 - Preuss. Bibl. 2, col. 44 - nicht bei Adams und im BM STC germ. — III: Nicht bei Graesse, Adams, Georgi, NUC, BLC. - Cf. Adams T 629 (Valentin Thilo. Basel: Waldkirch, 1584-5) und Grimm 33, 926 (Dass.), was wohl eine Bearbeitung des Werkes von Pierre de La Place ist: Commentaire de l’estat de la religion & republique sous les rois Henry & Francois seconds, & et Charles neufieme. 1565. (= Adams L 182-3), das ab 1571 auch auf Latein erschien (= Adams L 185 sqq.; BM STC fr 186). Ob die hier vorliegende frühere Ausgabe ebenfalls von Thilo übersetzt ist, war nicht zu ermitteln. ❦ Bibliographische Angaben zu diesem Buch: soweit verfügbar werden zuerst Personalbibliographien angeführt, dann Sachbibliographien und allgemeine.

 

Dies Buch scheint nun eine aufregende Reise um die halbe Welt hinter sich zu haben, zuerst erwarb es ein Berliner Sammler aus Katalog zwei, bei dem es anscheinend nicht lange ausharrte, begab sich dann auf die Reise, um schließlich bei „Morgan Library & Museum, purchased on the L.C. Harper D-1 Fund, April 2018“ zu verweilen.